Drittligist Eintracht Braunschweig bleibt im Kampf um die begehrten Aufstiegsplätze im Rennen. Am 16. Spieltag gelang unter der Führung des neuen Trainers Marco Antwerpen ein außerordentlich glücklicher 2:1-Sieg gegen die abstiegsbedrohten Kicker vom Chemnitzer FC. Nur 16.790 Zuschauer waren gekommen, um den Löwen auf dem Weg aus der Krise Beistand zu leisten und die mussten sich mit Magerkost zufrieden geben. Den Eerfolg haben die Löwen in erster Linie Joker Mike Feigenspan zu verdanken. Der erzielte binnen sechzig Sekunden beide Treffer der Eintracht.

Gespannt waren die Braunschweiger Fans, mit welcher Aufstellung der neue Trainer Marco Antwerpen, erst seit Montag im Amt, der Mannschaft neues Leben einhauchen wollte. So: von Beginn an bot der Coach Nick Proschwitz und Orhan Ademi auf. Im Mittelfeld kamen Nehrig, Kammerbauer, Kobylanski und Bär zum Einsatz. Die Defensive wie gewohnt mit Kessel, Kijewski, Becker und Ziegele. Wieder genesen war auch Torhüter Jasmin Fejzic. Das war eine klare Ansage. Nach der Vorstellung des Trainers sollte die Eintracht also von Beginn an offensiver agieren als noch unter Flüthmann.

Und sie legten auch los, als wollten sie es allen beweisen. Bereits in der 2. Minute hätte Proschwitz eine flache Hereingabe von Bär zur Führung verwerten müssen. In der 8. Minute rettete der Gäste-Keeper Jakubov mit einer tollen Reaktion gegen Bär. Und in der 22. Minute verfehlte Ziegele eine Freistoßflanke nur knapp.

Dem verbesserten Offensivdrang standen allerdings ungewohnte Unsicherheiten in der Defensive gegenüber. Fejzic patzt bei einem Abschlag und eine Becker-Abwehr landete in den Füßen des Gegners. In der 23. Minute dann der große Auftritt von Hosiner. Erst segelt er an einer Bonga-Flanke vorbei, dann versenkte er per Kopf den Ball zur Führung ins Netz der Löwen.

Pfeiffkonzert zur Pause

Eintracht wirkte in der Folgezeit von der Rolle und hatte viel Glück. Gleich fünfmal konnten die Gäste ihre Möglichkeiten nicht verwerten, was sich später rächen sollte. Mit dem Stand von 0:1 ging es in die Kabinen. Von zahlreichen und lauten Pfiffen des  Braunschweiger Anhangs begleitet.

Die Aktionen der Löwen waren nach der Anfangsphase zu fahrig, ungenau und auch nicht gefährlich. Dass es nur 0:1 stand, dürfte aus Sicht des CFC schwer zu verkraften sein. Die Gäste lagen mit 7:3-Chancen vorn, bei den Ecken gar mit 7:2. Für Marco Antwerpen war da klar, es muss etwas passieren.

Für den erneut enttäuschenden Kammerbauer kam Wiebe ins Spiel und für den ebenfalls schwachen Ademi Feigenspan. Aus dem ursprünglichen 4-4-2 wurde ein 3-4-3, was den CFC tief in die eigene Hälfte drückte.

Mehr Druck mit Feigenspan

Eintracht wirkte jetzt druckvoller, hatte mehr vom Spiel, war aber weiterhin schwach im Aufbau und ungenau in den Pässen.Es dauerte bis zur 57. Minute, ehe die Platzherren zu einer nennenswerten Aktion kamen. Feigenspan nahm einen hohen Ball per Seitfallzieher, setzte den Ball aber noch knapp neben das Tor.

Langsam konnten die Chemnitzer den Druck wieder etwas mehr ins Mittelfeld verlagern. Wirklich gefährlich wurde es aber nur selten. In der 63. Minute flog Tallig an einer Bonga-Flanke vorbei und in der 88. Minute ein Tuma-Schuss über das Tor. Das war es aus Sicht des CFC.

Zwei Feigenspan-Tore in 70 Sekunden

Nur gut, dass die Braunschweiger noch starke 70 Sekunden hatten. Erst bugsierte Feigenspan den Ball aus dem Gewusel vor dem Tor irgendwie über die Linie (75.) und dann verwandelte er noch eine Faustabwehr von Jakubov per Kopf zur umjubelten Führung (76.). Die Freude auf den Rängen kannte keine Grenzen mehr, während die Gäste die Welt nicht mehr verstanden.Im Grunde hatten sie alles richtig gemacht, wurden aber nicht für ihren Einsatz belohnt. Doch so ist er, der Fußball, selten geht es hier gerecht zu.

Die Löwen retteten die Führung über die Zeit und durften sich über den dritten Heimsieg freuen. Mit dem sie ihrem neuen Trainer einen gelungenen Einstand verschafften. Der dürfte tief durch geatmet und erkannt haben, hier liegt noch viel Arbeit vor ihm.

Phasenweise war im Spiel der Braunschweiger „Antes“ Handschrift bereits erkennbar. Aber nach dem Gegentreffer fiel seine Mannschaft auch wieder in alte Gewohnheiten zurück. Unsicher, breit spielend und alles andere als kreativ. Erfreulich hingegen, dass Martin Kobylanski offensichtlich mit neuer Motivation am Werke war. Sein Einsatz und seine Bereitschaft, auch defensive Aufgaben anzunehmen, war stark verbessert. Gelegentlich blitzten auch wieder geniale Pässe auf, doch eine Vielzahl einfacher Zuspiele landeten beim Gegner und nicht in den eigenen Reihen. Das kann nicht der Anspruch eines solche herausragenden Technikers sein.

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Sorgen bereitet weiterhin auch die mangelnde Kreativität im Spielaufbau und die anhaltende Ladehemmung der Stürmer Proschwitz und Ademi. Beiden gelingt es derzeit nicht, ihre durchaus guten Ballannahmen gewinnbringend zu verwerten. In den der Annahme folgenden Zweikämpfe sind sie all zu oft nur zweiter Sieger.

Noch Sand im Getriebe

Andererseits muss man aber auch attestieren, dass fünf Tage Antwerpen nicht ausreichen, um die Abläufe nachhaltig und stabil zu verbessern. Sicherlich brauchen das Löwen-Rudel und ihr neuer König noch zwei, drei Wochen bis die Dinge selbstverständlicher werden.

Ärgerlich ist jedoch, dass nach der fünften gelben Karte für Benjamin Kessel ausgerechnet Backup Amade verletzungsbedingt ausfällt. Mal sehen, ob dafür wieder Robin Becker auf die rechte Seite rücken muss oder vielleicht gar Nick Otto zu seinem ersten Einsatz kommt. Es wird sich zeigen, wie Antwerpen mit dieser Herausforderung umgeht. Mit Burmeister, der in Münster bereits einen erfolgreichen Kurzauftritt hatte, steht ja ein erfahrener Mann für die Innenverteidigung bereit.

Nächster Gegner der Löwen ist der FSV Zwickau, der sich mit einem letztlich deutlichen 4:2-Erfolg über Preußen Münster weit ins Mittelfeld hochgearbeitet hat. Allerdings ist der Tabellenneunte auswärts erst zweimal siegreich gewesen. Man darf gespannt sein, wie die Braunschweiger das nächste „Top-Spiel“ am Montag, den 2. Dezember um 19 Uhr angehen.

Stimmen zum Spiel:

Benjamin Kessel

Mike Feigenspan

Die Trainer in der Pressekonferenz

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