Man kann es drehen und wenden wie man will, diese 0:3-Niederlage bei Jahn Regensburg hat offenbart, Aufsteiger Eintracht Braunschweig konnte den positiven Effekt des ersten Sieges gegen Bochum nicht nutzen. Der Rausch des Erfolgs ist schon wieder verflogen. Mit dem Ergebnis waren die Löwen am Ende sogar noch gut bedient. Denn sie waren ihrem Gegner in allen Punkten unterlegen. Mit solchen Leistungen ist die Eintracht definitiv Abstiegskandidat Nummer 1. Hinweise, die neu formierte Mannschaft bräuchte Zeit, sich zu entwickeln, wirkt da schon langsam wie ein Spiel mit dem Feuer. Das sollte niemand besser wissen als die Eintracht.Eintracht-Coach Daniel Meyer änderte seine Startelf nur auf einer Position, für den rot-gesperrten Dornebusch kam Routinier Fejzic. Ansonsten – same procedure as last game. Nach wie vor mit einer Schwäche auf der linken Abwehrseite, wo Nikolaou und Klaß für Ruhe sorgen sollten, was aber wieder nicht gelang. Denn bereits in der 5. Minute bewies Blau-Gelb zu viel Passivität. Hein und Vrenezi nutzen das, profitierten noch von einem Ausrutscher Klaß, und sorgten mit einem platzierten Schuss ins lange Eck für die frühe Führung der Gastgeber.

Bis dahin waren allerdings die Braunschweiger die spielbestimmende Mannschaft. Vor allem deshalb, weil die Platzherren nicht ihre sonst praktizierten überfallartigen Angriffe auf das Feld zauberten. Mit dem Tor änderte sich das Geschehen komplett.

Regensburgs Abwehr stand jetzt stabil, das Mittelfeld hatte Kobylanski unter Kontrolle und auf Braunschweiger Seite vermissten die Fans an den Fernsehgeräten einen Akteur, der die Verantwortung in die Hand nimmt. Felix Kroos, der das könnte, lässt seine Erstklassigkeit weiter vermissen. Außer gelegentlichen Zweikampferfolge bot der Neuzugang viel zu wenig.

Regensburg souverän

Mit der Führung begann der Jahn, das Spiel zu kontrollieren und zu verwalten. Hohes Anrennen reichte aus, um den Braunschweiger Spielaufbau nahezu komplett zu unterbinden. So blieben einmal mehr nur lange Bälle und mit denen hatte der Jahn so gar keine Probleme. Weder Kaufmann noch der schwach aufspielende Proschwitz waren in der Lage, den Ball zu halten. Der hatte in der 23. Minute seine einzige gute Szene, als er den Ball per Kopf in die Mitte zu Ben Balla weiterleitete. Dem fehlte allerdings die Kaltschnäuzigkeit, Meyer im Tor des Jahns zu überwinden.

Bezeichnend dann noch zwei Szenen in der ersten Halbzeit. Kaufmann erkämpft sich den Ball an der Seitenlinie, sieht den gut postierten Kobylanski in der Mitte und passt den Ball. Trotz ausreichender Zeit, den Ball fest im Auge zu haben, verfehlte Eintrachts Technik-Genie die Kugel und damit auch die Chance auf ein Tor. Spätestens in der 40. Minute war die Partie dann entschieden.

Gelb-Rot für Klaß, Eintracht in Unterzahl

Klaß brachte einen Gegenspieler stolpernd zu Fall und sah die zweite Gelbe, was, wie jeder weiß, zu Rot wird. Ein Beleg dafür, dass es den Blau-Gelben noch an Cleverness mangelt. So ging es mit dem 1.0 für Jahn Regensburg in die Kabine. Eintracht bemüht, aber ohne Linie, ohne spielerische Mittel und schwach in den Zweikämpfen. Regensburg nach der Führung lieferte nur noch das Notwendigste und ahnte wohl schon, dass diese drei Punkte nicht mehr in Gefahr geraten würden.

Und Anhänger der Eintracht, die glaubten, es könne nur besser werden, mussten zur Kenntnis nehmen, doch, es ging noch schlimmer. Kein Aufbäumen, kein Kampf, nichts, was Anlass zu Hoffnung gegeben hätte. So war es ein Leichtes für Besuschkow in der 61. Minute auf 2:0 zu erhöhen. Der Situation ging ein kläglicher Ballverlust von Kroos im Mittelfeld voraus, und der quirlige Vrenezi verschaffte sich mit einer simplen Drehung Platz für den Pass auf den Torschützen. Vrenezi war es dann in der 78. Minute, der auf 3:0 erhöhte. Weder Ziegele, noch Wiebe konnten etwas dagegen unternehmen, sie waren schlichtweg überfordert.

Harmlos ist noch freundlich

Nicht eine Chance, keine gefährlichen Standards und auch die Auswechselungen änderten nichts daran, dass die Eintracht einen ganz schwarzen Tag erwischt hatte. Als in der 70. Minute Kessel für Kaufmann kam, also ein Abwehrspieler für einen Stürmer, und Schwenk für den enttäuschenden Kroos, da wurde auch dem letzten Fan klar, nicht einmal Daniel Meyer schien noch an eine Wende zu glauben.

Die Einwechselungen von Otto für Kobylanski und Kammerbauer für Ben Balla sowie Kupusovic für Proschwitz dürften dann andere Gründe gehabt haben als den Glauben, hier noch etwas reißen zu können. Phasenweise spielten die Platzherren mit ihren Gästen Katz und Maus.

Zugute halten muss man natürlich, dass Spiele bei Jahn Regensburg, und dann noch in Unterzahl, auch bessere Mannschaften vor Probleme stellt. Doch Klaß Undiszipliniertheit ist nicht akzeptabel. Denn schon mit elf Akteuren ist es für die Löwen schwer genug. Besorgniserregend aus Braunschweiger Sicht ist vor allem aber die Harmlosigkeit in Auswärtsspielen. Schon die klare Niederlage in Hannover deckte das schonungslos auf, jetzt gelang das dem Jahn noch deutlicher.

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Zeit zum Handeln

Fünf Spieltage, 3:10 Tore, da passt es augenscheinlich weder hinten noch vorn. Und damit keine Missverständnisse aufkommen, diese Kritik ist keinesfalls damit verbunden, den Trainer zu diskreditieren, oder laut nach Verstärkung zu rufen. Aber der Verein darf nicht wieder so lange warten, bis er handelt. Noch haben die Verantwortlichen alle Zügel in der Hand.

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