Wenn der Tabellenfünfzehnte beim Tabellenfünften antritt, dann ist es nicht strittig, wer Goliath und wer David ist. Am 25. Spieltag in der 2. Liga empfängt der Aufstiegsaspirant Karlsruher SC den Abstiegskandidaten und Aufsteiger Eintracht Braunschweig. Angepfiffen wir die Partie am Sonntag (14. März) um 13.30 Uhr. Nur – es handelt sich um Fußball und um die 2. Liga. Genau um die geht es für die blau-gelben Löwen. Zehn Spiele noch, um mit eigener Kraft das rettende Ufer zu verteidigen. 16 Punkte sollten da noch herausspringen. Bei vier Heim- und sechs Auswärtsspielen wird schonmal deutlich, ohne Punkte aus fremden Arenen wird es nicht gehen.

Eintrachts Trainer Daniel Meyer weiß das alles selber. Sein Kader auch. Die Klubverantwortlichen ebenfalls. Jeder dürfte seine Aufgaben genau kennen. Jedes Spiel wird jetzt zum Härtetest. Gewinnen die Löwen, wachsen Serie und Selbstvertrauen, mit einem Punkt könnte man beim Tabellenfünften durchaus leben, eine Niederlage wäre schon ein Dämpfer für das gerade erst gewachsene Selbstverständnis.

Daniel Meyer räumt ein, dass das aktuelle Spiel der Löwen nicht das ist, was er zu Saisonbeginn anvisiert habe. Unglückliche Ergebnisse, Verletzungspech und auch nicht erfüllte Hoffnungen haben die Eintracht in diese Lage manövriert. Nicht jeder Spieler hat in der Hinrunde den Schritt nach vorn gemacht wie geplant, nicht jeder die ihm zugedachte Rolle so ausgefüllt wie gedacht.

Nur gut, dass die Winter-Nachverpflichtungen viele dieser Mängel kompensierten. Behrendt und Diakhité brachten die so dringend nötige Stabilität in der Abwehr, Ji mehr Flexibilität und Unberechenbarkeit für den Angriff. Von all dem profitieren aber auch andere. Wydra und Nikolaou, die endlich dort spielen dürfen, wo sich sich am wohlsten fühlen – auf der 6er Position, dem Zentrum vor der Abwehrreihe.

Kroos wird besser

Für Kroos führte das auch zu einer neuen Position. Jetzt auf der 10. Dort wird er von Spiel zu Spiel besser. Gegen Sandhausen gelang ihm in quasi letzter Sekunde der erlösende Treffer mit Tor-des-Monats-Charakteristik.

Kampf- und Einsatzbereitschaft konnten man den Niedersachsen in keiner der bisherigen Partien absprechen, aber seit drei Spielen gesellt sich auch Selbstbewusstsein dazu. Sieben Punkte aus drei Spielen, kein Gegentor, das ist aller Ehren wert. Klar bleibt natürlich auch, spielerisch sind die Möglichkeiten nicht auf dem benötigten Niveau, offensiv schonmal gar nicht. Hier sind die Löwen in bedeutenden Statistiken der 2. Liga Schlusslicht.

Probleme, die Trainer und Verein in der jetzigen Phase der Saison kaum noch verändern können. Nur weitere Siege lassen die Bäume in den Himmel wachsen. Jetzt gilt es, sich zu fokussieren – auf den Kampf gegen den Abstieg. Von der ersten Sekunde einer Begegnung bis zur letzten. Nur gut, dass Daniel Meyer aus dem Vollen schöpfen kann. Außer Kijewski stehen ihm alle Spieler zur Verfügung. 25 an der Zahl. Bis auf Abdullahi, der sich in einem speziellen Aufbauprogramm befindet, stehen alle „Gewehr bei Fuß“, brennen darauf, ihren Teil zum Ziel beitragen zu können. Das hat auch etwas mit eigenen Werten zu tun.

Koby und Manni treffen bald wieder

Den seinen kennt Martin Kobylanski recht gut. Dass er mit der aktuellen Situation zufrieden ist, das wird kaum jemand wirklich so sehen. Daniel Meyer vermittelt aber deutlich, dass das Verhältnis zwischen ihm und dem „Unterschiedsspieler“ keinesfalls gestört wäre. Meyer glaubt fest daran, dass alle in den verbleibenden Spielen noch Tore von Kobylanski und auch Abdullahi zu sehen bekommen.

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Dass es auch andere Stimmen aus dem Vereinsumfeld gibt, wundert nicht, aber was wirklich stimmt, das wird sich dann am Ende der Saison zeigen. Das ist dann auch der Zeitpunkt, Schlüsse zu ziehen. Ob die Vertragsverlängerung von Geschäftsführer Peter Vollmann angemessen war oder nicht, ob Kobylanski bleibt oder geht und ob es mit Meyer oder ohne ihn weitergeht. Warten wir es ab.

Und die Fans? Wer kümmert sich um die? Deren Hoffnungen sind in Coronazeiten besonders wichtig, die Enttäuschungen auch. Dass da schnell und viel gesprochen wird, das ist der besondere Geist des Fussballs. Hier darf jeder auch einmal über das Ziel hinausschießen. Wichtig ist letztlich nur eins – Eintracht sind wir alle. Auch die Medien, die auch nicht immer in jedem Spiel, eh Ausgabe, glänzen.

Drücken wir morgen die Daumen. Für uns alle. Vor allem aber für den ersten Auswärts-Dreier.

 

 

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