Serviert von Dieter R. Doden

Liebe Leserinnen und Leser,

in den Bestseller-Listen ist derzeit ordentlich Bewegung. Mit dem beginnenden Frühling sprießen auch die Buch-Neuerscheinungen wie Pilze aus dem Boden. Etliche schaffen es auf die vorderen Listenplätze. Einige sausen auch schnell wieder abwärts. Nur wenige halten sich länger. Einige sogar scheinbar ewig. „Das Kind in dir muss Heimat finden“ hat offensichtlich ein Dauerabo unter den Bestsellern. Relativ neu in den Listen, aber bereits im letzten Oktober erschienen, ist das aktuelle Werk von Bernhard Schlink. Spätestens seit der Verfilmung seines „Vorlesers“ ist der Autor weltweit bekannt. Nun legt er also „Die Enkelin“ vor. Worum geht es? Kaspar lebt im Westen, Birgit zieht zu ihm. Sie kommt aus dem Osten. Als Birgit stirbt, erkundet Kaspar ihr früheres Leben. Eine völkische Gemeinschaft spielte eine große Rolle. Und ein junges Mädchen, das in Kaspar ihren Großvater sieht. Aber ist sie wirklich seine Enkelin? Ganz kommt diese Geschichte an den „Vorleser“ nicht heran. Den Roman zu toppen, ist auch schwer. Aber Schlink schreibt beeindruckend und „Die Enkelin“ ist sehr gut zu lesen. Die Sprache ist gekonnt vielseitig, die Handlung spannend und anspruchsvoll. Dafür von mir vier von fünf möglichen Sternen.

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Titel: Die Enkelin

Autor: Bernhard Schlink

Genre: Roman

Verlag: Diogenes, gebundene Ausgabe

Preis: 25 Euro

Eine echte Neuerscheinung aus dem März ist ein Krimi, der – noch außerhalb der Bestseller-Listen – an der Küste spielt. Seltsam, Küstenkrimis liegen voll im Trend. Was mich als Ostfriesen natürlich begeistert. Obwohl „Küstenstolz“ von Salim Güler an der Ostsee angesiedelt ist. Der Autor einer inzwischen umfangreichen Ostseekrimi-Serie ist immerhin ein waschechter Norddeutscher, der seit frühester Jugend schreibt. In seinen Romanen schwingen immer auch gesellschaftliche Themen mit. So auch in „Küstenstolz“. Sandra Plate verschwindet spurlos. Die Johannsens, die Polizisten-Familie von Güler, geht von einer Beziehungstat aus, denn die Tote hatte Streit mit ihrem Freund. Erst als am Scharbeutzer Strand eine weitere Frauenleiche auftaucht, kommt die Theorie ins Wanken. Treibt sich ein Serienmörder an der Küste herum? Lebt Sandra Plate noch? Diese Hoffnung schwindet von Tag zu Tag. Und die Spannung steigt von Seite zu Seite. Es verwundert nicht, dass der Autor längst zu den beliebtesten Krimischreibern in Deutschland zählt. Über 1,5 Millionen Leser sind ihm treu. Und ein Ostfriese ist auch dabei. Der vergibt vier leuchtende Sterne.

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Titel: Küstenstolz

Autor: Salim Güler

Genre: Krimi

Verlag: Belle Epoque, Taschenbuch

Preis: 12,90 Euro

Kommen wir nun, wie immer an dieser Stelle, zu einem Klassiker. Und damit zu einem Schriftsteller, der zu den einflussreichsten christlichen Autoren der Neuzeit gezählt wird. Die Rede ist von C.S. Lewis, der zwischen 1898 und 1963 in Irland lebte. Berühmt machte ihn die Kinderbuchserie „Die Chroniken von Narnia“, die mit großem Erfolg verfilmt wurde. Lewis schrieb die sieben Bücher der Serie bereits ab 1939, veröffentlicht wurden sie erstmals in den Jahren 1950 bis 1956. In den Chroniken geht es um ein Multiversum, also um verschiedene Welten, unter anderem um Narnia. Das Schicksal Narnias ist seit jeher eng mit unserem Universum verbunden. Immer wieder gelangen Kinder aus unserer Welt in die sagenhafte Welt Narnias, wo die Zeit deutlich schneller vergeht als bei uns. Die Bewohner von Narnia sind Figuren, die der Autor aus der europäischen Mythologie sowie aus britischen Märchen „entliehen“ hat. Der Löwe Aslan ist die zentrale Gottheit, die dem christlichen Gott in wesentlichen Zügen ähnlich ist. So sind die „Chroniken von Narnia“ zeitlos schöne Fantasy-Geschichten mit Tiefgang. Daher von mir die volle Sternenzahl.

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Titel: Die Chroniken von Narnia

Autor: C.S.Lewis

Genre: Fantasy

Verlag und Preis: diverse

Diesmal habe ich eine menge Sterne vergeben. Vielleicht finden Sie unter diesen drei Vorschlägen eine Lektüre, die Ihnen zusagt. Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung und behalten Sie bitte Appetit auf den Cocktail interessanter Bücher in der LesBAR im Mai.

Herzlichst Ihr Dieter R. Doden

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