Rat hat Einführung einer Schulbildungsberatung beschlossen

Die Stadtverwaltung Braunschweig wird noch in diesem Jahr eine Schulbildungsberatung einführen. Dies hat der Rat beschlossen. Ziel sei es, in Braunschweig zugezogene Familien eine Orientierung zu geben, welche Schulform im Allgemeinen bzw. welche Schule im Besonderen für ihre Kinder geeignet sein könnte. Dies könnten ausländische Familien sein, aber auch Neubürger aus anderen Bundesländern. Dabei handelt es sich um Kinder ab dem 5. Schuljahr, da in der Grundschule der jeweilige Schulbezirk maßgeblich ist. Entsprechende Stellen werden im Bildungsbüro der Stadt geschaffen. Bei der Finanzierung helfen die Lotto Stiftung und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

Nachfrage nach Beratung stark gestiegen

Die Zahl der Nachfragen bei der Stadt ebenso wie bei der Niedersächsischen Schulbehörde sei deutlich gestiegen, erläuterte Schuldezernentin Dr. Christine Arbogast. Bisher gebe es keine Stelle, die eine solche Bildungsberatung durchführen dürfe. Bei vielen Eltern gebe es jedoch Unsicherheit, welche Schulform die richtige sei. Teilweise würden sie von Schule zu Schule „weitergereicht“, weil sich herausstelle, dass es entweder dort keine Plätze gebe oder die Schulform nicht passend sei.

Umfassende Erstberatung

Die Schulbildungsberatung könne dagegen eine umfassende Erstberatung vornehmen, wenn nötig, Sprachtests veranlassen. Für Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen werde bei Bedarf ein maßgeschneidertes Kompetenzfeststellungsverfahren angeboten. Wenn die Ergebnisse ausgewertet sind, empfiehlt die Schulbildungsberatung die passende Schulform und vermittelt einen Platz. Bei nicht vorhandenen Deutschkenntnissen biete die Volkshochschule zudem im Vorfeld des Schulbesuchs dreimonatige Vorbereitungsklassen an.

Dr. Arbogast verdeutlichte, auch Zugezogene aus anderen Bundesländern hätten Informationsbedarf. In Baden-Württemberg gebe es z. B. keine „Integrierten Gesamtschulen“. Ebenso sei es für ausländische Arbeitskräfte oder wissenschaftliche Mitarbeiter der Hochschulen, die aus dem Ausland kommen, wichtig, wo sie ihre Kinder zur Schule schicken. Beratungsbedarf gebe es auch bei Asylsuchenden.

Sach- und Personalkosten in Höhe von etwa 150.000 Euro

Im ersten Jahr entstehen Sach- und Personalkosten in Höhe von etwa 150.000 Euro. Neben der Unterstützung der Stiftungen werden auch städtische und Bundesmittel, etwa zur Förderung von Integrationsprojekten, eingesetzt, so dass aktuell keine neuen Mittel im Haushalt zu veranschlagen sind und das Projekt in Kürze starten kann. Die Stadtverwaltung wird die 1,5 Stellen für die Bildungsberatung jetzt so schnell wie möglich ausschreiben und besetzen.

Bildungsbüro ermöglicht gleichberechtigten Zugang zum Bildungssystem für alle Braunschweigerinnen und Braunschweiger

Das Bildungsbüro, eine Kooperation von Stadt, Bund und Land, soll gleichberechtigten Zugang zum Bildungssystem für alle Braunschweigerinnen und Braunschweiger ermöglichen. Dies soll u.a. durch die Verbesserung der Vernetzung unterschiedlicher Bildungsträger erreicht werden sowie durch ein Monitoring, das Handlungsfelder und Problemlagen in Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen aufzeigt. Aktuell liegt die Optimierung der Übergänge zwischen einzelnen Bildungsetappen, etwa zwischen Kita und Schule oder Schule und Ausbildung/Studium im Fokus. Zum Thema Übergänge hat das Bildungsbüro kürzlich die erste Bildungswerkstatt veranstaltet und dabei Vertreter zahlreicher Bildungseinrichtungen aus Braunschweig an einen Tisch gebracht.

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(Quelle: Stadt Braunschweig, Referat Kommunikation)