Braunschweig. Mit 83:79 (42:46) gewannen die Basketball Löwen am Samstagabend des 14. Spieltages der BBL vor der Rekordkulisse von 5.094 Zuschauern gegen den letztjährigen Vize-Meister und Titelfavoriten Alba Berlin. Mit einer erneut überragenden Mannschaftsleistung setzten sich die Löwen dank einer sensationellen Defensivleistung im dritten Viertel durch.

Nach dem Sieg über den sicheren Playoff-Kandidaten Alba Berlin blickte Headcoach Frank Menz schon wieder in Richtung der nächsten Aufgabe beim Aufsteiger Crailsheim. Die Löwen glauben an ihre Chance unter die TOP 8 der BBL zu gelangen.

Löwen dominieren erstes Viertel

Das bekamen die Löwen-Fans im ersten Viertel auch sofort zu sehen. Mit 28:18 dominierten die Löwen die ersten zehn Minuten. Mit einer starken Trefferquote von über 70 Prozent glänzten die Gastgeber in ihren Offensivaktionen. Allerdings deutete sich schon eine Problematik unter den Brettern an. Die Vorteile der Löwen im Rebound lagen an diesem Tag bei den Gästen. Zum zweiten Viertel brachte Alba-Coach Aito Reneses Niels Giffey und Johannes Thiemann, die vorher nicht mitgewirkt hatten. Giffey avancierte zum besten Punktesammler seines Teams und war wie teilweise auch Center Landry Nnoko von den Löwen nicht zu kontrollieren, so dass die Berliner zur Halbzeit das Spiel gedreht hatten.

Halbzeitansprache notwendig

In der Pause gab es ein „Wachrütteln“ vom Coach Frank Menz. Der große Respekt sollte abgelegt werden. Die herausgespielten Würfe sollten entschlossen auch angenommen werden. Das setzten die Löwen offensiv um und steigerten sich noch einmal defensiv. Die Berliner mit durchschnittlich 95 Punkten in der Liga das offensivstärkste Team wurden bei zehn Punkten im dritten Viertel gehalten. Das war der Schlüssel zum Sieg. Zudem setzte sich Center Scott Eatherton durch seine Beweglichkeit immer besser gegen seine Kontrahenten durch und wurde noch zum Topscorer des Spiels. Während auf Berliner Seite der MVP der letzten Saison Luke Sikma von der Löwen-Defensive komplett aus dem Spiel genommen wurde.

Dramatik in der Schlussphase

Im letzten Viertel war das Spiel an Dramatik kaum zu überbieten. Immer wieder setzte sich Stefan Peno durch, der auch jeweils zum 77:77 und 79:79 egalisierte. Der Gamewinner blieb Löwen-Kapitän Thommy Klepeisz vorbehalten, der in der letzten Minute den Dreier setzte. De André Lansdowne machte mit einem verwandelten Freiwurf den Deckel auf den Sieg gegen den Tabellenzweiten.

Die Stimmung und Atmosphäre in der VW-Halle zeigte das Braunschweig ein grandioser Standort für erfolgreichen Hallensport sein kann. Mehrere Aktionen brachten den „Hexenkessel“ zum Überkochen. Besonders der Dunking von Shaquille Hines, der überragend verteidigt hatte, auf Assist von Thommy Klepeisz zum 69:59 ließ alle Zuschauer von ihren Sitzen aufspringen. Seit heute sind die Basketball Löwen Braunschweig ein sehr ernstzunehmender Playoff-Kandidat.

Statistik und Trainerstimmen

Viertel aus Löwensicht: 28:18, 14:28, 20:10, 21:23

Frank Menz (Basketball Löwen Brauns
chweig): „Danke Coach Aito. ALBA spielt außergewöhnlich guten Basketball, teamorientiert, sehr schnell und defensiv anders als die meisten Teams in der Liga, mit anderen Rotationen. Es ist eine große Herausforderung, gegen sie zu spielen. Für uns ging es darum, nicht zu passiv zu agieren und nicht zu viel Respekt zu zeigen. Das ist uns allerdings auch nur in den ersten Minuten gelungen. Ich habe die Jungs in der Halbzeit dann richtig provoziert und wachgerüttelt. Wir sind dann gut rausgekommen und haben ALBA im dritten Viertel auf 10 Punkte gehalten. Das war vor allem defensiv eine starke Leistung. Schön, dass wir unsere Serie hier fortsetzen konnten und die Zuschauer mit unserer Spielweise mitnehmen konnten.“

Aito Garcia Reneses (ALBA BERLIN): „Gratulation an Braunschweig. Sie haben den Sieg verdient, sie haben sehr gut gespielt. Am Anfang des Spiels haben wir ohne Intensität gespielt. Wenn der Gegner dagegen fokussiert und mit Intensität spielt, ist es dann schwer zurückzukommen und gut zu spielen. Außerdem haben wir unsere Dreier sehr schwach getroffen. Darum hat Braunschweig den Sieg verdient.“

Basketball Löwen Braunschweig: Nawrocki n.e., Blake 5 (7 Rebounds), Lansdowne 17 (6 Assists), Klepeisz 15 (5 Assists), Sengfelder 4, Kovacevic, Koné 6, Hines 8, Rahon 3 (5 Rebounds, 5 Assists), Eatherton 21 (5 Rebounds), Lagerpusch 4.