Burg Campen: Stippvisite in Flechtorf, von Dieter R. Doden

Warum in die Ferne schweifen…? In den Gemeinden der Umgebung von Braunschweig gibt es viel zu erleben. Manches, was wir in dieser Serie vorstellen, kennen Sie, weil Sie dort wohnen. Andere werden Ihren Ort möglicherweise bisher gar nicht entdeckt haben und überrascht sein, wie schön es in unserer Heimat ist.

Im Frühling ist ein Ausflug zur Burg Campen eine tolle Sache

Heute schlagen wir Ihnen einmal eine Tour nach Flechtorf vor. Der Ort liegt zwischen Lehre und Wolfsburg an der Landesstraße 295. Hier treffen sich Tradition und Moderne. Südlich vom Flechtorfer Ortskern, inmitten der Schunteraue stand einst die Burg Campen. Nur wenige Mauerreste legen davon noch Zeugnis ab. Ferner ist ein Teil des ehemals fürstlichen Amtshauses erhalten. Heute ist dieses Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert längst ein Wohnhaus. Etwa um 1279 entstand diese Burg und hatte den Zweck, die wichtige Handelsstraße von Braunschweig in die Altmark zu schützen. Sie war einst im Besitz des welfischen Dienstmannengeschlechts von Blankenburg und wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer. 1706 wurde das gesamte Areal Amtshaus des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel. In brauner Zeit war die Burganlage nationalsozialistischer Schulungsort und nach dem Kriege ging sie in den Besitz des Landes Niedersachsen über. Heute ist Campen im Privatbesitz. Aber von außen kann man die Reste der alten Burg ansehen und man erahnt, wie es einst hier ausgesehen hat.

Schon 1370 gab es an der Schunter eine Wassermühle

Deutlich älter sind die Ursprünge einer in unserer Zeit hochmodernen Mühlenanlage. Schon 1370 gab es an der Schunter eine Wassermühle, die im Besitz derer von Campen war. Aus der beschaulichen Wassermühle wurde im Laufe der Zeit eine stattliche Mühle, eine der bedeutendsten mittelständischen Privatmühlen in Deutschland. Sie steht zwar immer noch an der Schunter, wird aber schon lange nicht mehr mit Wasserkraft betrieben. 2008/09 renovierte man sie grundlegend und machte sie fit für die Zukunft. Der moderne Gebäudekomplex ist schon von weitem zu sehen und so etwas wie das Wahrzeichen von Flechtorf. Regelmäßige Besichtigungen des Inneren der Mühle gibt es leider nicht. Aber fragen Sie ruhig einmal nach, ob Sie sich eventuell einer Führung anschließen dürfen (Telefon 05308 93000). Aber auch als Zaungast bekommt man einen guten Eindruck von der imposanten Anlage. Tradition und Moderne liegen hier im Ort dicht beieinander. Gegensätze, die immer wieder Besucher anziehen. Ein guter Ort für eine Stippvisite.