Fußball-Deutschland ist zweigeteilt. Die Einen sehen in Profifußball ohne Fans einen enttäuschenden Kommerz-Rummel, die Anderen glauben, dass mit Fußball Normalität zurückkehrt. Klar ist nach dem Wiederbeginn in Liga 1 und 2, dass Fußball ohne Stimmung im Stadion zwei Klassen langweiliger ist und wohl dauerhaft Schaden nehmen wird, wenn dieser Zustand lange anhalten muss. Dem VfL Wolfsburg dürfte das jedoch erst einmal egal sein. Mit dem 1:2 beim abstiegsbedrohten FC Augsburg rückten die Wölfe erst einmal wieder auf einen Platz, der zur Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb berechtigt.

Für Aufregung sorgte Augsburgs neuer Trainer Heiko Herrlich bereits weit vor dem Spiel. Die von der DFL vorgeschriebene Quarantäne missachtete der Ex-Nationalspieler, weil er vergessen hatte, eine Zahnpasta einzupacken und deswegen einen Supermarkt  in der Nähe des Hotels einen Besuch abstatte. Und das wohl auch noch ohne Mundschutz. An Peinlichkeit kaum zu überbieten und Öl ins Feuer der Kritiker gegen den Wiederbeginn.

Coach Oliver Glasner schickte seine Elf in einem 4-2-3-1 auf das Feld. Von einem berauschenden Fußballfest war in der ersten Halbzeit erst einmal wenig zu sein. Beide Teams starteten verhalten, Wolfsburg klar mit Vorteilen. Gastgeber Augsburg zeigte alles andere als eine motivierte Leistung.

Otavio flankt, Steffen trifft

Die beste Aktion dann in der 43. Minute. Wolfsburg Linksverteidiger Otavio flankt von der linken Seite hoch in den Strafraum, wo Renato Steffen völlig unbedrängt zum 0:1 ins lange Eck einköpfen konnte. Luthe im Tor des FC streckte sich zwar, kam aber nicht mehr an den Ball heran. Anbetracht der Spielanteile ein angemessenes Ergebnis. Mit diesem Stand ging es dann auch in die Halbzeitpause.

Aus der kamen beide Mannschaften ohne Wechsel, aber weiter ohne Glanz. Wolfsburg ließ den Gegner kommen. Und das machte sich negativ bemerkbar. In der 54. Minute schlägt Max einen Freistoß in den Wolfsburger Strafraum, wo Brook per Kopf klären wollte, aber letztlich seinen Keeper Casteels düpierte, der nichts mehr retten konnte – Ausgleich.

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Uduokhai trifft umsonst

Wer nun erwartete, beide Teams würden zu einem Sturmlauf ansetzen, sah sich enttäuscht. Augsburg bemüht, aber ohne großen Druck und wenig Fortune. In der 67. Minute zirkelte erneut Max einen Ball in den Strafraum, wo der gerade erste eingewechselte, aus Wolfsburg ausgeliehene Uduokhai per Kopf zum 2:1 für Augsburg traf. Doch sein Mannschaftskamerad Niederlechner behinderte Casteels Im Wölfe-Tor, so dass der Treffer aberkannt wurde.

Sieg in letzter Sekunde

Im Grunde war es das fußballerisch. Doch ein Highlight gab es noch. In der 91. Minute bediente Mbabu von rechts den eingewechselten Ginczek, der keine Mühe hatte, den letztlich nicht unverdienten Siegtreffer zu erzielen.

Zwar waren die Leistungen in der zweiten Halbzeit besser, von einem sehenswerten Spiel kann aber nicht die Rede sein. Am Ende trennen sich Augsburg und Wolfsburg 1:1. Ein Ergebnis, das Augsburg nicht aus dem Schlamassel holte und Wolfsburgs Träume vom Europapokal untermauert.

Jetzt kommt Dortmund

Ob die gezeigten, bestenfalls durchschnittlichen Leistungen der langen Pause geschuldet sind, müssen die Wölfe am 22. Mai (Sa, 15.30 Uhr) beantworten. Dann kommt Dortmund nach Niedersachsen. Die haben den Wiederbeginn im Revier-Derby gegen Schalke 04 klar mit 4:0 für sich entschieden. Man darf gespannt sein, ob Trainer Glasner seinem Rudel mehr Leben einhauchen kann als in Augsburg.

 

 

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