Eintracht Braunschweig ist zweitligatauglich. Zumindest spielerisch. Das darf man nach dem 0:0 gegen die von vielen Experten als Geheimfavoriten eingestuften Kicker von Holstein Kiel mit Fug und Recht behaupten. Nach den guten Leistung gegen den letztjährigen Tabellendritten Heidenheim muss man sich augenscheinlich spielerisch keine Sorgen machen. Allerdings blieben die Löwen auch im zweiten Spiel ohne Torerfolg. Die Stürmer Kaufmann und Abdullahi waren stets bemüht, aber eben nicht erfolgreich. Bei Abdullahi drängt sich sogar das Gefühl auf, dass ihm die Bindung zum Team noch fehlt. Trainer Daniel Meyer schloss die Pressekonferenz nach dem Spiel mit dem Nebensatz, dass sie sich das vielleicht für das nächste Spiel aufgespart hätten. Da kommt es zum Derby mit dem Nachbarn Hannover 96. Die hatten bereits am Freitag 1:2 gegen Greuther Fürth verloren.

Meyer wechselte seine Startelf aus zwei Positionen. Für Ziegel und Wiebe begannen Kessel und Bär. Den 3.512 Zuschauern im Stadion wurde trotz widriger Witterungsverhältnisse schnell warm ums Herz. Denn die Löwen bliesen zur Attacke. Angetrieben von einem motivierten Kobylanski lief der Ball schnell uns sicher durch die Reihen. Und Kaufmann narrte seinen Gegenspieler ein ums andere Mal. So spielen richtige Stürmer!

Holstein Kiel brauchte sieben Minuten, um sich zu schütteln und die warnenden Worte ihres Trainers Ole Werner als wahrhaftig hinzunehmen. Bemerkenswert, wie die Gäste reagierten. Als wären alle per Funk vernetzt, agierten die Störche plötzlich aggressiver. Was den Löwen nicht wirklich gut schmeckte. Als dann in der 15. Minute Kobylanski rüde von den Beinen geholt wurde, tauchte der Techniker erst einmal ab. Was wiederum das Spiel der Eintracht ein wenig erlahmen ließ.

Link zu den Bundesliga-Tabellen
Zu den Bundesliga-Tabellen

Konsequenz dieser unsicheren Phase war die Zunahme von Fehlpässen. So einer hätte in der 22. Minute zum Rückstand führen können. Was Routinier Kessel sich vor seinem Pass gedacht hatte, wer weiß das schon. Fabian Reese, überhaupt einer besten Akteure auf Seiten Holsteins, nahm den Ball dankend an, fand keinen besser postierten Mitspieler und hob den Ball über Torwart Dornebusch. Nur gut, dass da noch eine Latte im Spiel war, die Schlimmeres verhinderte.

Kiel gut, aber glücklos

Kiel war deutlich erkennbar die reifere Mannschaft mit der leicht besseren Spielanlage und den besseren Chancen. In der 43. Minute passte der unermüdliche Lee auf Mühling, der dann aber am Braunschweiger Keeper scheiterte.

Aber auch die Platzherren erspielten sich Möglichkeiten. Zwei Standards, von Kobylanski getreten, verfehlten das Ziel genauso wie der stramme Schuss von Bär in der 40. Minute.

Mit dem 0:0 ging es in die Kabinen. Für die Eintracht unstrittig ein glückliches Ergebnis, weil die Gäste – wie gesagt – leichte Vorteile auf ihrer Seite hatten. Beide Mannschaften kamen dann ohne Wechsel aus der Kabine.

Wieder war es die Eintracht, die den den besseren Start erwischte. Die Löwen übten Druck aus und zwangen Kiel zu Fehlern. Dass hätte in der 51. Minute fast die Braunschweiger Führung bedeutet. Van den Bergh spielte den Ball gegen die Laufrichtung von Kiels Torwart Gelios zurück und hatte Glück, dass er den Ball kurz vor der eigenen Torlinie noch ins Aus spielen konnte.

Es ging hin und her

Unmittelbar darauf verfehlte Kobylanski aus 19 Metern nur knapp das Gäste-Tor. Blau-Gelb war am Drücker und Holstein Kiel musste alles aufbieten, um den drohenden Rückstand zu verhindern. Sogar frühzeitige Wechsel. In der 67. Minute scheiterte Nikolaou aus 28 Metern mit seinem Hammer. Überhaupt machte der Neuzugang diesmal eine deutlich bessere Figur als noch beim Saisonauftakt. Zwei Minuten später setzte Kobylanski einen Freistoß an die Latte. Werner reagierte erneut und brachte für Ignjovski den frischen Dehm. Das zeigte dann Wirkung.

Die folgenden zehn Minuten standen wieder im Zeichen Kiels. Lee hätte in der 71. Minute das Tor treffen müssen, in der 78. verfehlte Reese. Jetzt war es an Daniel Meyer zu reagieren. Quasi im  Doppelpack. Kijewski verletzte sich schwer am Knie, für ihn kam Schwenk ins Spielund für den eher enttäuschenden Abdullahi kam Klaß zu seinem Debutauftritt.

Mit zunehmender Spielzeit wurde immer deutlicher, dass keines der beiden Teams ein unnötiges Risiko eingehen wollte. Mit der Punkteteilung war keiner glücklich, damit leben können beide aber schon.

Meyers Handschrift wird immer deutlicher

Vergleicht man die beiden Löwen-Auftritte mit denen unter der Führung von Antwerpen, dann darf man erfreut feststellen, dass schon nach zwei Spielen deutlich erkennbar wird, dass die Mannschaft einen Plan hat. Zwar fügt sich noch nicht alles perfekt zusammen, aber die Mischung scheint zu stimmen. Alles gut, könnte man meinen. Wenn da nicht die Torflaute wäre.

Gut spielen allein reicht leider nicht. Und aktuell ist es vor allem Kobylanski, der die Akzente setzt. Das weiß natürlich auch jeder Gegner, die sich naturgemäß explizit damit beschäftigen, wie man Techniker beikommen könne. Wenn es sein muss eben mit Härte. Das nämlich schmeckt dem „Koby“ nicht. Da braucht es dann in dem einen oder anderen Spiel Akteure, die in die Bresche springen.

Eines ist allerdings gewiss, Daniel Meyer trägt die sportliche Verantwortung und er weiß zweifelsohne am Besten, was dem Team noch fehlt.

Stimmen zum Spiel:

 

Aufstellungen

Eintracht Braunschweig
Dornebusch – Kessel – Schultz – Wydra – Kijewski – Nikolaou – Balla – Kaufmann –
Kobylanski – Bär – Abdullahi
Auswechselungen: 81. Schwenk für Kijewski (verletzt), 81. Klaß für Abdullahi, 90. Otto für Kobylanski, 93. May für Kaufmann
Holstein Kiel
Gelios – Ignjovski – Wahl – Komenda – Bergh – Reese – Mühling – Meffert – Sung – Bartels – Serra
Auswechselungen: 60. Hauptmann für Serra, 69. Dehm für Ignjovsky
GELBE KARTEN:
Eintracht: keine
Holstein Kiel: 4

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here