Vierter Sieg im vierten Auswärtsspiel und bereits zehn Spieler, die getroffen haben. In der 3. Liga sind die Niedersachsen die Mannschaft der Stunde. Als der schwache Schiedsrichter Florian Badstübner bei der Partie KFC Uerdingen gegen Eintracht Braunschweig den für Nehrig eingewechselten Pfitzner vom Platz stellte, glaubte niemand der 3.422 Zuschauer in Düsseldorf an einen Sieg der Blau-Gelben. Doch wieder bewies Trainer Christian Flüthmann ein glückliches Händchen. Der erstmals eingewechselte Yari Otto glich mit einem herrlichen Schuss in der 72. Minute aus, und zehn Minuten später landete ein Wiebe-Schuss zum 1:2-Endstand im Tor. Eintracht bleibt Spitzenreiter.

Der Braunschweiger Trainer sah keinen Grund, die Startelf im Vergleich zum 5:2-Erfolg gegen Würzburg zu verändern. Erneut saßen Amade, Pfitzner und Ademi auf der Bank. Die Löwen starteten verhalten in die Partie, ließen dem KFC Uerdingen Platz und Initiative. Denn es war klar, die Krefekder würden alles daran setzen, endlich wieder einen Sieg einzufahren. Grimaldi und Rodriguez waren ständig am Rotieren, ohne jedoch Nennenswertes dabei zustande zu bringen.

Nach 20 Minuten war dann auch die Eintracht im Spiel. Und wie. Kessel sah von halbrechter Position, dass mit einem genauen Pass Feigenspan perfekt in Szene zu setzen war. Und er wagte den Pass. Königshofer im Tor des KFC brauchte sein ganzes Können und eine gehörige Portion Glück, um die dicke Chance doch noch zunichte zu machen.

Wenig später versuchte Proschwitz sein Glück aus 21 Metern Distanz. Erstaunlich, wie passiv und unglücklich der Gastgeber in dieser Phase agierte. In der 28. Minute verletzte sich Grimaldi am Oberschenkel und musste vom Platz getragen werden. Für ihn kam Gündüz. Eine Stärkung war das naturgemäß nicht.

Kein Glück in Durchgang eins

Eintracht blieb am Drücker und der KFC kann, nein muss, sich bei Torwart Königshofer bedanken, dass die eigentlich zu diesem Zeitpunkt völlig verdiente Führung der Gäste nicht eingetreten war. In der 35. Minute nämlich rettete er erneut gegen Proschwitz.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann die erste und einzige Chance des KFC in Durchgang eins. Am langen Pfosten sah Barry, dass sein Mannschaftskollege Evina den Ball nicht kontrollieren konnte, schaltete schnell und hämmerte den Abpraller auf das Braunschweiger Tor. Doch Jasmin Fejzic rettete mit einer sensationellen Reaktion das Unentschieden. So ging es mit 0:0 in die Kabinen.

Pfitze sieht Rot

Aus der kam Mannschaftskapitän Bernd Nehrig nicht wieder auf das Feld zurück. Er hatte sich in der Nachspielzeit verletzt und wurde vorsichtshalber geschont. Für ihn kam Pfitzner auf die Position 6 und sollte bald für Furore sorgen. Vorher kassierten die Löwen aber noch einen Gegentreffer. Einen Lukimya-Schuss fälschte Robin Becker unglücklich ins eigene Tor. 1:0 in der 53. Minute. Nun mussten die Löwen ihre Komfortzone verlassen. Und sie taten das auch. Erst schaltete Bär einen Gang hoch, was ihm in der 58. Minute dann auch eine Gelbe bescherte. Zwei Minuten später zeigte Badstübner Pfitzner den roten Karton. Für ein unbeabsichtigtes Allerwelts-Foul.

Es sollte sich aber beweisen, dass der Schiedsrichter die Braunschweiger dadurch nur gestärkt statt geschwächt hat. Denn jetzt waren die Löwen inklusive ihrem „Dompteur“ Flüthmann wütend. Und wie.

Otto trifft zum Ausgleich

In der 68. Spielminute brachte  der Löwen-Trainer Yari Otto für den agilen Feigenspan. Was für ein Glücksgriff. Denn Otto brauchte noch nicht einmal 60 Sekunden, um richtig im Spiel zu sein. Kackfrech drosch er den Ball aus 18 Metern auf das Tor uns traf ins Schwarze. Wow! Ausgleich! Uerdingen war offensichtlich beeindruckt.

Als Flüthmann dann in der 77. Minute für Kobylanski Ziegele einwechselte, hatten die Fans viel zu diskutieren. Sollte sich der taktische Schazug als Fehler erweisen? War der Coach mit dem einen Punkt schon zufrieden? Nein, war er nicht! Er hatte den Uerdingern lediglich den Platz überlassen, mit dem die dann aber nichts anzufangen wussten. Und in der 82. Minute ging die Rechnung auf. Ein klassischer Kontor brachte den Löwen doch noch den Sieg. Wiebe hatte aus über 32 Metern einfach einmal drauf gehalten. Dass LLink zu den Bundesliga-Tabellenukimya den Ball noch abfälschte, sorgte dafür, dass Königshofer keine Chance hatte, die Gäste-Führung zu verhindern.

Eintracht weiter Erster

Der Rest war Routine. Eintracht spielte die Zeit herunter und hatte den KFC immer im Griff. Uerdingen ist jetzt 17. der Tabelle und steht damit auf einem Abstiegsplatz. Das ist nicht die Region, die der KFC im Auge hatte. Gut möglich, dass Trainer Heiko Vogel das nicht „überlebt“.

Eintracht Braunschweig wiederum dürfte auf der Heimfahrt Spaß gehabt haben. Weiterhin Platz eins, vier Punkte Vorsprung vor dem Dritten Ingolstadt und zwölf zum ersten Abstiegsplatz. So kann es aus Braunschweiger Sicht weitergehen.

Am kommenden Sonntag haben die Löwen eine neue Chance, den Beginn einer neuen Heimstärke tatkräftig zu untermauern. Um 14 Uhr empfängt Eintracht Hansa Rostock. Ein Gegner von besonderem Kaliber. Zum einen ist der direkte Vergleich ausgeglichen, und in der vergangenen Saison haben beide Teams ihr Heimspiel mit 2:0 gewonnen. Aber besonders vor allem auch wegen der Fans. Denn die können sich nicht „riechen“. Da ist schon einmal klar, für die Polizei gibt es eventuell alle Hände voll zu tun.

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