Freiburg. Am 21. Spieltag verspielten die Wölfe einen möglichen Auswärtssieg vor 23.600 Zuschauern im Schwarzwaldstadion und trennten sich mit 3:3 (1:1) vom SC Freiburg. Durch Tore von Jerome Roussillon (11.), Wout Weghorst (63.) und Renato Steffen (74.) gingen die Grün-Weißen sogar dreimal in Führung mussten aber jeweils den Ausgleichstreffer der moralstarken Gastgeber kassieren. Damit verpasste der VfL die Rückkehr auf Platz 5 und ist vorerst auf den siebten Tabellenrang abgerutscht.

Kapitän wieder an Bord

Zum Abschluss der „englischen Woche“ brachte VfL-Cheftrainer Bruno Labbadia mit William, Josip Brekalo und VfL-Kapitän Josuha Guilavogui frische Kräfte in der Startformation und setzte auf ein 4-3-3-System, um verstärkt über die Außenpositionen Druck aufzubauen.

Wölfe laufstark und dominant

Beide Teams versuchten von Beginn an, den Kontrahenten im Aufbauspiel durch starke Laufarbeit gegen den ballführenden Spieler in Stresssituationen zu bringen. Die Idee des VfL mehr über den Flügel zu agieren, zeigte gleich Wirkung. Denn der großgewachsene Mittelstürmer Wout Weghorst war gleich besser im Spiel (7.,9.), weil ihn Zuspiele von den Außenpositionen erreichten. Die Führung der Wölfe resultierte aus einem Zusammenspiel über die linke Seite, so dass Josip Brekalo den mitgeeilten Jerome Roussillon bedienen konnte. Mit einem Linksschuss traf er in der elften Minute.

Überraschender Ausgleich

Der Ausgleich der Freiburger war nicht vorhersehbar gewesen, da die Wölfe bis dato das reifere und ballsichere Team gewesen waren. Nach einem individuellen Fehler von John-Anthony Brooks traf Vincenzo Grifo (37.) auf Vorlage von Florian Niederlechner, der zuvor den Ball erobert hatte. Die Grün-Weißen versuchten direkt zu antworten, doch weder Josip Brekalo (41.) noch Wout Weghorst mit Renato Steffen (45.+1) konnten einen weiteren Treffer in der ersten Halbzeit erzielen.

Offensivfußball gegen fehlerhafte Abwehrreihen

In der zweiten Halbzeit merkten die Zuschauer sofort wieder das große Engagement der Gäste ihre Siegesserie im Schwarzwaldstadion fortsetzen zu wollen. Unter SC-Trainer Christian Streich hatten die Freiburger ihre letzten fünf Heimspiele gegen den VfL verloren. Allerdings war ein Foulelfmeter für die erneute Führung der Wölfe notwendig. Der gefoulte Wout Weghorst verwandelte selbst sicher (63.) und stellte den verdienten Zwischenstand her. Doch eine Unachtsamkeit beim Verteidigen einer Ecke von Vincenzo Grifo brachte die Gastgeber durch einen Kopfballtreffer von Nils Petersen zurück ins Spiel (70.). Es war ein mitreißendes und attraktives Bundesligaspiel, das nach einer Traumkombination über William mit Hackentrick von Wout Weghorst die erneute Führung der Gäste durch Renato Steffen (74.) brachte.

Sieg verschenkt

Die Wölfe müssen sich vorhalten lassen, dass sie jeweils nach den Führungstreffern nicht einen größeren Vorsprung erspielten. Denn so mussten sie im Zuge der Schlussoffensive des SC noch den Ausgleich von Luca Waldschmidt (87.) schlucken. Auch ein Treffer, der durch konsequente Abwehrarbeit zu verhindern gewesen wäre.

Zahlen und Fakten zum Spiel

SC Freiburg: Schwolow – Kübler, Lienhart, Heintz, Günter – Haberer, Koch, Frantz (69. Waldschmidt), Grifo (90.+6 Terrazzino) – Petersen, Niederlechner (81. Höler)

VfL Wolfsburg: Casteels – William, Knoche, Brooks, Roussillon – Guilavogui – Gerhardt, Arnold – Steffen (79. Rexhbecaj), Brekalo – Weghorst (90.+3 Klaus)

Tore: 0:1 Roussillon (11.), 1:1 Grifo (37.), 1:2 Weghorst (63., FE), 2:2 Petersen (70.), 2:3 Steffen (74.), 3:3 Waldschmidt (88.)

Gelbe Karten: Niederlechner, Haberer, Koch / Guilavogui, William

Zuschauer: 23.600 am Samstagnachmittag im Schwarzwald-Stadion

Schiedsrichter: Felix Brych (München)