Fußball-Fans werden zweifelsohne nicht als solche geboren, dicke Kinder sind eher weniger genetisch bedingt dick und Alkoholmissbrauch ist auch keine Verhalten, dass man mit in die Wiege gelegt bekommt. Ganz zu schweigen von Bewegungsarmut, auch die ist alles andere als natürlich. Nur gut, dass es zwei Stiftungen gibt, die sich dieser Problematik widmen. Zum einen die Eintracht Braunschweig Stiftung und an deren Seite die Curt Mast Jägermeister Stiftung. Konkret heißt die Aufgabe „Sport in der Kita“. Jüngster Kooperationspartner hierbei ist die Kindertagesstätte in Evessen. Wir waren vor Ort.

Was liegt näher, als eine starke Marke wie Eintracht für große Aufgaben zu nutzen? Nicole Kumpis-Gierig, geschäftsführender Vorstand der Eintracht Braunschweig Stiftung ist sich dieser Verantwortung bewusst. Ihr zur Seite steht mit Manja Puschnerus, Geschäftsführerin der Curt Mast Jägermeister Stiftung, zwar kein inbrünstiger Fußball-Fan, aber eine Frau, die ein Gespür dafür hat, wo die Gesellschaft die Hilfe von privater Hand gebrauchen kann.

„Richtige Eintracht-Spieler“

„Sport in der Kita“ ist natürlich in erster Linie ein Angebot für Kita-Kinder, sich zu bewegen. Spaß zu haben, mitzuspielen und so neben der Motorik auch soziales Verhalten zu schulen. Katharina Nause, Mutter und Kindergartenbeirats-Vorsitzende kann da nur zustimmen: „Es ist bemerkenswert, wenn man sieht, wie viel Energie die Kinder entwickeln, wenn Eric zur wöchentlichen Übungseinheit kommt.“ Nun, Eric Hagemann ist ein Trainer aus dem Leistungszentrum des Drittligisten Eintracht Braunschweig. Der trainiere ja auch „richtige Eintracht-Spieler“, wenn auch derzeit „nur“ die U13. 

Aber der Effekt des Projekts geht weit über die Bewegungskomponente hinaus. Die KiTa-Kids sind eben auch die Block 9-Fans von morgen. Und der eine oder andere vielleicht auch ein potenzieller Hooligan oder ein anderweitiger Problemfall. Nicole Kumpis-Giersig: „Wir können hier grundlegende Werte vermitteln, die helfen können, die unangenehmen, aggressiven Seite des Profifußballs zu mindern oder gar zu verhindern.“

Leo mitten drin

Unterdessen haben die Kinder der KiTa in Evessen die Fläche der Turnhalle lautstark mit Leben geflutet. Wuselig geht es scheinbar zwanglos zu, doch Eric an der Seite hat einen genauen Plan davon, was hier passiert. Ein Auge auch auf Leo, dem Maskottchen von Eintracht Braunschweig, das sich natürlich immer wieder mitten im Pulk wiederfindet. 

Für die sportpädagogische KiTa-Mitarbeiterin Heike Kleinwächter hat das Projekt darüber hinaus noch weitere Wirkungen: „Für mich ist das auch so etwas wie eine Weiterbildung. Natürlich kenne ich ich vieles von dem, was der Eric macht, aber er macht es dann doch anders, und das ist für mich einfach ideal.“

Ein gesellschaftlich relevantes Thema

„Sport in der KiTa“ ist eine Projekt-Idee, die es verdient hat, dass man einmal genau darauf schaut. Was auf den ersten Blick schnell als ein wenig oberflächlich eingestuft werden könnte, ist in Wirklichkeit ein sensibles, gesellschaftlich relevantes Thema. Schön, dass sich gleich zwei namhafte Stiftungen dieser Verantwortung gestellt haben und weiterhin stellen werden. 

Denn die Stiftungen rufen jetzt alle Kindertagesstätten auf, sich für das Projekt zu bewerben. Einfach eine kurze Mail an info@eintracht-braunschweig-stiftung.com, der rest geht dann wie von selbst. Nicole Kumpis-Giersig und Manja Puschnerus erklären einstimmig und ohne zu zögern – wir reagieren schnell. Gut so!