Mit einem wahren Kraftakt hat sich Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig drei wichtige Zähler im Kampf gegen den Abstieg gesichert. Nach 93 eher schwachen Minuten gegen den FC St. Pauli hieß es 2:1 für die Niedersachsen, die sich damit erst einmal bis auf Platz 14 in der Tabelle hocharbeiteten. Dabei sah es nach dem ersten Durchgang nicht aus. Weil die Löwen einmal mehr mit einem frühen Gegentor und einer schwachen Leistung haderten.

Daniel Meyer wechselte im Vergleich zum Auswärtsspiel in Darmstadt dreimal. Für Torwart Dornebusch kam Fejzic, für Schultz Schlüter und für Schwenk der wieder genesene Kobylanski. Auf Seiten der Gäste Daniel Kofi Kyereh, einst in Diensten der Braunschweiger.

Der Fluch des frühen Tores

Von Beginn an waren die ebenfalls abstiegsbedrohten Gäste aus Hamburg das bessere Team. Und schon in der 2. Spielminute traf Dittgen mit einem strammen Schuss von halb-rechts ins lange Eck. Das war es dann mit dem Selbstbewusstsein der Löwen. In der Folgezeit war die Unsicherheit ständiger Begleiter. Zahlreiche Missverständnisse, ungenaue Pässe und kaum gelungenen Kombinationen kennzeichneten das Spiel des Gastgebers.

Bei den Gästen lief der Ball deutlich besser durch die Reihen. Kyereh, Zalazar und vor allem Makienok beschäftigten die Abwehr der Eintracht. Allerdings ohne zwingende Aktionen, so dass beide Mannschaften in der Statistik keine Torchancen mehr verbuchen konnten.

Einzig wahres Highlight im ersten Durchgang war die schwere Verletzung von Kessel, der auf der Tragbahre aus dem Stadion getragen werden musste. Für ihn kam Ziegele.

St. Pauli erschreckend passiv

Aus der Kabine kamen beide Teams ohne weitere Wechsel. Und die Eintracht drückte. Warum die Gäste den Blau-Gelben das Feld so passiv überließen, bleibt wohl für immer ein Geheimnis der Hamburger. Damit hätten die Kiez-Kicker kalkulieren müssen. Schließlich hat die Eintracht bereits mehrfach bewiesen, dass sie nach einem Rückstand zurückkommen können.

Bis zur 67. Minute waren die blau-gelben Aktionen zwar optisch ansehnlich, aber was die Chancen betrifft, herrschte weiter Flaute. Aber dann blitzte sie auf, die Kaltschnäuzigkeit der Braunschweiger. Proschwitz bediente Bär und der vollstreckte zum Ausgleich.

Doch wer glaubte, St. Pauli würde jetzt wieder einen Gang zulegen, der sah sich getäuscht. So schwach wie die Hamburger in Durchgang zwei trat noch kein Zweitligist in Braunschweig an. Anders die Braunschweiger, die witterten Morgenluft und drückten weiter.

Joker Kaufmann „killt“ St. Pauli

Schon in der 70. Minute hatte Bär den Führungstreffer auf dem Fuß, verfehlte das Tor aber knapp. In der 79. Minute brachte Meyer für den ordentlich aufspielenden Bär einen frischen Stürmer – Fabio Kaufmann. Ein Glücksgriff, wie sich drei Minuten später herausstellte. Wiebe bediente Kaufmann, der Buballa düpierte und zur Führung einschob.

Jasmin Fejzic zeigt, wo es lang geht
Jasmin Fejzic rettete dem BTSV in der Schlussphase gegen St. Pauli den Dreier.                                                                      Fotos: Susanne Hübner

Jetzt waren die Gäste wach. Und wie. Pauli-Trainer Timo Schultz brachte mit Becker, Pacarada und Tashchy drei frische Kräfte, die auch sofrt Druck machten. Zwischen der 84. Minute und der 90. Minute erspielten sich die Hamburger vier Chancen, eine davon eine hundertprozentige. Doch mit Fejzic stand diesmal einen Chancenkiller zwischen den Pfosten. Bei ihm vor allem können sich die Löwen bedanken, dass es am Ende für den Dreier reichte.

„Wir können auch dreckig“

Daniel Meyer brachte es in der Pressekonferenz auf den Punkt. Das Spiel sei kein gutes gewesen, und nach dem frühen Gegentor, das aus seiner Sicht nicht zu verteidigen war, habe die Mannschaft erst einmal den Rückschlag verkraften müssen. Am Ende habe man das Glück des Tüchtigen gehabt und bewiesen, dass man es auch dreckig könne.

Eintracht hat Moral bewiesen und einen immens wichtigen Dreier eingefahren. So weit das Positive aus der Partie. Dass es nach wie vor gravierende Mängel im Spiel der Löwen gibt, war nicht zu übersehen. Aber darüber darf und muss man in der aktuellen Situation hinwegschauen.

Zu den Tabellen
Link zu den Tabellen

Fejzic im Tor hat eindrucksvoll bewiesen, dass er Dornebusch in nichts nachsteht, die Abwehr agierte diesmal deutlich stabiler, und die Rückkehr von Kobylanski sorgte für kreative Momente. Wiebe und Schlüter glänzten mit hohem Einsatz, aber auch mit Schwächen im Passspiel. Enttäuschend erneut der Auftritt von Kroos, der nur zwei-, dreimal unter Beweis stellte, dass er über Erstligaerfahrung verfügt. Allzu oft tauchte der Routinier ab.

Nächste Woche kommt der VfL Osnabrück

An der Situation, dass der Verein über den Jahreswechsel für Verstärkung sorgen sollte, hat sich nichts geändert. Gewinnt Nürnberg in Paderborn und Sandhausen in Würzburg, dann rutschen die Löwen wieder auf den Relegationsplatz ab.

Da kommt es der Eintracht sicherlich nicht ungelegen, dass das nächste Spiel erneut ein Heimspiel ist. Am Sonntag (13.12.) empfangen die Löwen den VfL Osnabrück, der heute Nachmittag eine bittere 1:2-Heimniederlage gegen den Karlsruher SC kassierte. Mit dem Selbstbewusstsein aus dem heutigen Erfolg gegen St. Pauli und der wiedergewonnenen Heimstärke ist gegen den VfL etwas drin.

Zurück zur Homepage

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here