17.842 Zuschauer sahen am 24. Spieltag in der 3. Liga die Begegnung Eintracht Braunschweig gegen den 1. FC Kaiserslautern. Eine Partie mit zwei Gesichtern. In Halbzeit eins glänzte die Eintracht mir herzerfrischendem Fußball und zwei Toren durch Biankadi und Kijewski, und in der zweiten stellten sie sich hinten rein und verteidigten mit Glück den Vorsprung. Dank der Ingolstädter Niederlage gegen Uerdingen (0:1) und dem 1:1-Unentschieden von Unterhaching gegen Aufsteiger Köln haben die Löwen jetzt nur noch drei Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Am kommenden Samstag müssen die Braunschweiger Tabellenzehnten in Würzburg ran.

Marco Antwerpen musste seine Mannschaft wegen verletzter und gesperrter Spieler auf drei Positionen umstellen. Kessel verletzt, Bär und Nehrig wegen der 5. Gelben Karte gesperrt. Für sie kamen Ziegele, Pfitzner und Proschwitz. Mit einem 4-4-2 sollte die Offensivkraft der Roten Teufel kontrolliert werden. Was auch gelang. Auf der Bank saßen Kobylanski, Fürstner, Yari Otto, Kevin Göden, Leon Bürger und Lasse Schlüter, der in dieser Saison noch keine Sekunde spielen durfte. Aber auch Kaiserslautern musste drei verletzte Akteure ersetzen..

Eintracht hatte von Beginn an mehr Spielanteile. Wachsam und aufmerksam kontrollierte man die Gäste. Dennoch war es der FCK, der die ersten Torschüsse abgab. In der 10. Minute prüfte der Ex-Braunschweiger Hendrick Zuck Torhüter Fejzic, eine Minute später zwang Kraus den Braunschweiger Torwart zu einer Parade.

Biankadi trifft zum 1:0

Besser machte es Biankadi in der 12. Minute. Pourié hatte den Ball behauptet, der kurz vor dem 16er zu Biankade sprang. Der überlegte nicht lange und zirkelte den Ball wunderschön aus knapp 20 Metern ins linke obere Eck.

Die Gäste benötigten rund acht Minuten, um sich von dem Rückschlag zu erholen. DSie waren bemüht, wirklich gefährlich wurden die Aktionen selten. Und wenn doch, dann war die Braunschweiger Defensive auf dem Posten.

Und die Platzherren agierten effizient. Mit der dritten Chance erhöhte die Eintracht auf 2:0. Kijewski war der glückliche Torschütze, der den Ball mit seinem schwächeren rechten Fuß ins untere Eck zirkelte. Für Torhüter Grill war der Ball nicht zu erkennen, der zusätzlich noch abgefälscht war. Mit diesem Ergebnis ging es in die Kabinen.

Starke linke Seite

Burmeister, Kammerbauer, Pfitzner und Pourié waren die nimmermüden Aktivposten im ersten Durchgang. Aber auch die anderen Spieler fielen nicht wirklich weit ab. Der Ball lief gut durch die Reihen, die Harmonie untereinander funktionierte, wenn auch viel öfter über die linke Seite.

Die Braunschweiger Fans auf den Rängen waren demzufolge bei frühlingshaftem Wetter guter Dinge, dass die Löwen endlich einmal eine Begegnung bis zum Abpfiff dominieren könnten. Was auch schnell von Pourié untermauert wurde (46.). Doch es kam anders.

Spielszene aus der Partie Eintracht Braunschweig gegen 1. FC Kaiserslautern
Verkehrte Welt für Eintrachts Kammerbauer (39) im Zweikampf mit Lauterns Pick. Doch am Ende hatte die Eintracht den Kopf oben. Fotos: Susanne Hübner

In der Folgezeit spielte im Grunde nur noch der 1. FC Kaiserslautern, die mit aller Macht den Torerfolg suchten. Doch ein ums andere Mal endeten die Bemühungen an einem Braunschweiger Bein, an Torwart Fejzic, einmal am Aluminium und hin und wieder am eigenen Unvermögen. In den elf Minuten zwischen der 51. und der 62. Minute war es vor allem Stürmer Thiele, der die Abwehr der Platzherren beschäftigte. Die machte in zahlreichen Situationen einen überforderten Eindruck. Die gelegentlichen Konter hatten bestenfalls Entlastungscharakter, für Gefahr sorgte nicht einer mehr.

Lasse Schlüter feiert Premiere

Mit der ersten Auswechselung auf Lauterer Seite (Skarlatidis für Zuck) wurde die Partie nickliger. Der Spielfluss schwand. Auf Braunschweiger Seite kam in der 72. Minute Fürstner für den nachlassenden Pourié, wenig später kam Schlüter dann zu seinem ersten Einsatz für die Eintracht. Allerdings konnte er dem Spiel auch keine Impulse mehr verleihen. Was wohl an der ungewohnten Position lag. Statt als linker Verteidiger spielte der symphathische Hamburger Jung auf der Feigenspan-Position im linken Mittelfeld. Braunschweigs Edeljoker hatte bis zur 79. Minute fleißig geackert und dürfte mit seinen Kräften am Ende gewesen sein.

In der jetzt kampfbetonten Partie holten sich Biankadi, Fürstner und Becker jeweils eine gelbe Karte bei Schiedsrichter Gräfe ab, der die Partie gut leitete, mit einigen Entscheidungen allerdings die Südkurve gegen sich aufbrachte. Kurz vor Ende der Partie wechselte Antwerpen noch Kevin Goden für den abbauenden Biankadi ein. So rettet sich die Eintracht über die Zeit und bejubelte nach 95 Minuten den ersten Heimsieg seit dem 2. Dezember, als man Zwickau mit 3:2 besiegte.

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Fazit zum Spiel gegen Kaiserslautern

Die Eintracht hat nach der überraschend guten Defensivleistung in Duisburg nachgelegt. Berücksichtigt man, dass es den Löwen vor heimischem Publikum deutlich schwerer fällt zu überzeugen, dann ist das 2:0 gegen Lautern ein Schritt in die richtige Richtung. 90 Minuten lang ein Spiel bestimmen, dafür fehlt den Blau-Gelben offensichtlich (noch) das Selbstbewusstsein. Die Angst des Fußballers vor dem Versagen.

Viermal hat die Eintracht Zuhause Spiele verloren, in der Fremde erst zweimal. Allerdings kletterte man durch den Sieg über den FCK in der Heimtabelle auf den sechsten Platz voran (in der Auswärtstabelle steht Eintracht auf Rang vier).

Als durchaus gelungen darf man Antwerpens Entscheidung bezeichnen, Pourié und Proschwitz gemeinsam aufzubieten. Zwei Stürmer machen es auch dem Rest der Mannschaft einfacher, Anspielstationen zu finden. Gut möglich also, dass das 4-4-2 für die weiteren Heimspiele ein Mittel zum Erfolg werden könnte.

Und die Mannschaft hat bewiesen, dass der Ausfall von Stammspielern wie Kessel und Bär, kein Qualitätsverlust bedeuten muss. Auch das Fehlen von Nehrig ist im Grunde nicht aufgefallen. Dass, was der Routinier in die Waagschale werfen kann, das macht Pfitze zum Beispiel durch mehr Einsatz und mehr Laufbereitschaft allemal wett. Dass die Elf keinen Gegentreffer kassierte, ist zweifelsohne auch einer gehörigen Portion Glück geschuldet. Denn die Abwehr bewies nicht in allen Situationen Übersicht. Doch, wer fragt nach einem Sieg schon danach?

So bleibt nach dem 24. Spieltag die Erkenntnis, Eintracht Braunschweig ist auf dem Weg, seine Schwächephase zu überwinden und gehört nominell definitiv zu den Top-Teams der Liga. Es liegt nun an Marco Antwerpen, dass, was mit der Duisburg-Begegnung begann, fortzuführen.

Stimmen zum Kaiserslautern Spiel:
Merv Biankadi:

Marc Pfitzner:

Die Pressekonferenz:

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