Aus Braunschweiger Sicht bleibt für die Partie bei Hansa Rostock nur ein Fazit – die 0:3-Niederlage hat ihre Ursache in blamablen 95 Minuten der Löwen, die in keiner Minute die Klasse nachweisen konnten. Die positive Reaktion auf die katastrophale Leistung in Würzburg, das 4:1 gegen Uerdingen, ist damit Makulatur. Eintracht ist jetzt Tabellenneunter und muss sich mit dieser Leistung eher gegen einen drohenden Abstieg wappnen, denn sich Hoffnungen nach oben zu machen.

Trainer Marco Antwerpen schickte eine Mannschaft auf das Feld, die im Grunde dort ansetzen sollte, wo man gegen Uerdingen aufgehört hatte. Proschwitz und Pourié als Spitze, Kobylanski als genialer Ballverteiler dahinter. Lediglich Bär musste erst einmal auf der Bank Platz nehmen, für ihn kam Schwenk.

Löwen stehen Rostock nur Spalier

Das Spielgeschehen ist aber schnell wiedergegeben. Ginge man zu sehr ins Detail, dann würde es für jeden Braunschweiger Spieler bitter. Beide Teams mussten nach 53 Sekunden Spiel zurück in die Kabinen. Zwei Flutlichtmasten waren ausgefallen. Nach über 15 Minuten Pause kamen die Platzherren deutlich wacher wieder auf das Feld und trafen. Im ersten Spielzug nach dem Wiederbeginn brauchte Hansa ganze fünf Stationen, schon war der Ball im Tor der Gäste. Verhoek brauchte seinen Fuß nur ausstrecken, mehr war nicht nötig. Und die Braunschweiger Abwehr? Die existierte gar nicht. Wenn sie in dieser Situation eine Funktion ausübte, dann die des Spalierstehens.

Als Nartey in der 14. Minute Burmeister und Ziegele erneut uralt aussehen ließ und auf 2:0 erhöhte, war das Deja vu aus blau-gelber Sicht perfekt. Genauso so apathisch agierte die Eintracht in Würzburg. Aber anders als die Franken schaltete die Hansa-Kogge keinen Gang zurück. In der 21. Minute hätte Nartey zum 3:0 treffen müssen. Sieben Minuten später wieder eine dicke Chance für Hansa und in der 45. verweigerte Schiedsrichter Satha Rostock den überfälligen dritten Treffer wegen eines vermeintlichen Offensivfouls.

Erste Auswechselung in der 26. Minute

So durfte sich die Eintracht glücklich schätzen, nur zwei Tore zurück zu liegen. Einzige bemerkenswerte Aktion auf Seite der Gäste war die frühe Auswechselung von Schwenk in der 26. Minute. Für ihn kam Pfitzner, der der Abwehr mehr Stabilität geben sollte.

Doch die Rechnung ging nicht auf. Zwar stellte die Eintracht um auf eine 3er-Abwehrkette und wollte so offensichtlich mehr Druck nach vorn entwickeln, aber die Kogge war – wie im ersten Durchgang – immer wacher, bissiger, zweikampfstärker. Zusätzlich konnten die Platzherren mit spielerischen Qualitäten aufwarten. Bei der Eintracht war auf diesem Gebiet komplett tote Hose.

So war auch die zweite Halbzeit letztlich ein Spiegelbild der ersten. Fünfmal hatten die rund 12.000 Hansa-Fans den Torschrei bereits auf den Lippen, aber ein ums andere Mal mangelte es an Genauigkeit. Erst in der 93. Minute legte Verhoek mit seinem zweiten Treffer nach. Dank dieses Tores zieht Hansa in der Tabelle an der Eintracht vorbei auf Platz 8.

Keine Chance für die Löwen

Nein, liebe Eintracht-Fans,  wir haben nichts unterschlagen. Die Löwen hatten im ganzen Spiel keine einzige Chance, gerade einmal einen kläglichen Torschuss und eine Ecke. Das war alles!

So ein Dilemma war nach dem herausragenden Spiel gegen Uerdingen nicht zu erwarten. Und ist schon gar nicht zu erklären. Die Mannschaft hat komplett enttäuscht und muss jetzt mit sich ins Gericht gehen. Nicht der Trainer hat versagt, sondern allein das Team, das einfach nicht wie eines auftritt. Beim zweiten Tor haben sich gleich drei Braunschweiger Spieler tunneln lassen – Höchststrafe und ein Beleg für eine ungenügende Einstellung.

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Das wird Zuschauer kosten. So etwas wollen die Fans nicht sehen und auch nicht akzeptieren. Alle Spieler sollten sich mit Worten zurückhalten. Von wegen, wir haben verstanden und müssen es jetzt besser machen. Das hat man in dieser Saison bereits zu oft zum Besten gegeben.

Die Wiedergutmachung wird nicht mit einem Sieg gegen den Tabellenzwölften Viktoria Köln zu schaffen sein (Samstag, 14. März, 14 Uhr). Zu wankelmütig ist die Eintracht. Letztlich muss der Trainer hierfür die Verantwortung übernehmen. Antwerpens Bilanz ist alles andere als positiv. 4 Siege, 4 Unentschieden, 4 Niederlagen. Das ist graues Mittelmaß. Und genau da stehen die Löwen jetzt auch. Nicht, weil die anderen besser sind, sondern weil sie es nicht schaffen, aus den vielen Individualisten eine dauerhaft verschworene Gemeinschaft zu formen. Wer gesehen hat, wie sich Würzburger und Rostocker Spieler gegenseitig unterstützten, der vermisst genau diese Bereitschaft bei der Eintracht.

Stimmen zum Spiel:

Marc Pfitzner: Wieder haben wir es vergeigt. Ich bin stocksauer, muss mich erst einmal beruhigen. Erklären kann ich diese Leistung nicht. Die war einfach Sch… Was soll ich dazu sagen, nur so viel, so kann es nicht weitergehen.

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