Langsam, aber sicher, trennt sich in der 2. Liga die Spreu vom Weizen. Im Keller kristallisiert sich heraus, dass vor allem vier Mannschaften gut beraten sind, wenn sie begönnen, sich etwas einfallen zu lassen, um dem drohenden Abstieg aus dem Weg zu gehen. Der SV Sandhausen, Eintracht Braunschweig, FC St. Pauli und FC Würzburger Kickers haben beste Chancen, sich um die zwei Abstiegsplätze und den einen Relegationsplatz „streiten“ zu müssen. Die Löwen aus Braunschweig könnten sich morgen Abend, im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf, seines Zeichens Tabellenfünfter, an die Spitze dieses Quartetts schießen. Was allerdings nur mit einem Sieg gelingen kann. Beginn der Partie ist um 20.30 Uhr und wie sollte es derzeit anders sein – ohne Zuschauer.

Nach dem doch etwas überraschenden Sieg des Schlusslichts aus Würzburg sollten die roten Lampen an der Hamburger Straße hell leuchten. Hier unten, in der modrigen Atmosphäre des dunklen, feuchten Kellers wird bis zur letzten Sekunde gekämpft. Besser ist es, man vermeidet grobe, individuelle Fehler.

Eintracht-Coach Daniel Meyer weiß in der Pressekonferenz vor dem Spiel überzeugend zu verkünden: „Wir werden nicht das Opfer sein!“ Dabei kann auch er nicht erklären, warum seine Spieler immer wieder unkonzentriert aufzufallen wissen. Doch in den vergangenen Wochen habe er auch Fortschritte erkannt. „Wir sind von unserem Weg überzeugt, auch wenn wir noch nicht die erhofften Ergebnisse geliefert haben“, so Meyer.

Behrendt wohl in der Startelf

Große Hoffnungen lasten jetzt auf der bisher einzigen Neuverpflichtung Brian Behrendt, den die Eintracht bei Arminia Bielefeld eingekauft hat. Nach einer wegen Verletzung verkorksten Saison 2019/20 kam der 29 Jahre alte Innenverteidiger in der Bundesliga nur zu drei Kurzeinsätzen gegen Bayern München, VfL Wolfsburg und gegen Borussia Dortmund. Für Behrendt und seinen Anspruch natürlich bei weitem zu wenig. Das soll und wird sich in Braunschweig ändern.

Montagabend steht Behrendt, so denn nichts außergewöhnliches passiert, in der Startelf. Seine Hauptaufgabe, hinten lautstark dafür zu sorgen, dass sich nicht einmal der Hauch einer Chance zu Nachlässigkeiten breitmachen kann. Im Training jedenfalls, so Daniel Meyer, habe er schnell Qualitäten bewiesen, an denen es der Eintracht bisher gemangelt habe.

Manchmal macht ja gerade im Fußball eine Schwalbe einen Sommer. Und es sind ja tatsächlich nur diese kleinen Unzulänglichkeiten, die Blau-Gelb bisher den Spaß verdorben haben. Wer sich einmal Spiele weit besser postierter Mannschaften anschaut, erkennt recht schnell, richtige Überflieger sind sie alle nicht.

39 Millionen gegen 9 Millionen Euro

Allerdings sei der Montaggegner und Erstliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf ein unfassbar gutes Team, so Meyer. Doch mehr als Respekt habe weder er noch die Mannschaft. Was gut so ist. Beim Blick auf den Kader könnte einem jedoch angst und bange werden. Gut 39 Millionen Euro Wert bei den Fortunen, nur 9 Millionen bei den Niedersachsen.

Kevin Danso, Dawid Kownacki, Kenan Karaman, Andre Hoffmann, Matthias Zimmermann und Leonardo Kutris, jeder Einzelne wird am Markt mit rund 2,5 Millionen Euro gehandelt und zählen damit zu den Top 13-Spielern in Liga 2. Teuerster Akteur ist derzeit Rechtsaußen Linton Maina von Hannover 96 mit einem Wert von 7,5 Millionen Euro.

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Trotzdem hat die Fortuna bereits viermal verloren und das ausnahmslos auswärts. Während Fortuna-Trainer Uwe Rösler den guten Lauf von fünf Siegen ausbauen will, möchte Daniel Meyer, dass die Löwen den Bock endlich umstoßen, um sich weiteres Selbstbewusstsein zu holen. Auch ohne Kessel, Kijewski, Burmeister und Wiebe, der es wohl nicht mehr rechtzeitig schaffen wird. Aber in Würzburg sollte er wieder zur Verfügung stehen.

Wer muss für Behrendt weichen?

Man darf gespannt sein, wie Meyer seine Abwehrreihe „umbaut“. Muss Wydra auf die Bank, rückt Nikolaou ins Mittelfeld oder bekommt Ziegele eine ungeliebte Ruhepause? Egal, wie es letztlich aussehen wird, die Löwen wissen, die „dummen“ Fehler müssen vermieden werden. Da ist das kalte Wetter willkommen. Denn nur denjenigen wird es warm werden, die sich bewegen. Nur gut, dass kein Löwe mehr als drei gelbe Karten auf seinem Konto hat. Denn schon vier Tage nach der schweren Partie müssen die Löwen beim Schlusslicht Würzburg ran. Und da wird jeder gebraucht.

Verliert Eintracht gegen Düsseldorf und Würzburg, trennt die Niedersachsen nur noch ein Punkt von der Roten Laterne. Noch Fragen?

 

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