Vor dem Spiel von Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig bei Bundesliga-Absteiger SC Paderborn lautete die einzige Frage, würden die Löwen ihren Worten Taten folgen lassen. Dass die Antwort nach 96 sehenswerten Minuten mit Ja beantwortet werden kann, darf allerdings nicht zur Schlussfolgerung führen, bei Blau-Gelb sei die Trendwende vollzogen. Auch beim 2:2 offenbarte die Elf schon bekannte Schwächen.

Im Vergleich zum Spiel gegen Osnabrück standen diesmal Kaufmann und Ziegele in der Startelf. Ben Balla saß dafür auf der Bank, Burmeister fiel verletzt aus. Und die Löwen begannen engagiert, waren sehr präsent und schienen ihre Probleme in der ersten Viertelstunde auf keinen Fall zulassen zu wollen.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. In der 7. Minute bedrängte Kroos Schallenberg, was Schiedsrichter Guido Winkmann mit Verzögerung als Foul erkannte und auf den Elfmeterpunkt zeigte. Srbeny versetzte Fejzic – 1:0 für Paderborn. Und schon wieder durfte der Matchplan ab in den Papierkorb.

Schon wieder Rückstand

In der 19. Minute zogen dann ganz dunkle Wolken für die Eintracht auf. Ein miserabler Pass und die Gastgeber brauchten drei Station, um auf 2:0 zu erhöhen. Schütze war Führich. Aber die Löwen steckten nicht auf. Sie bemühten sich, bewiesen aber mangelnde Konsequenz im Spielaufbau. Überhaupt ist Eintracht in der 2. Liga die Mannschaft mit der schlechtesten Pass-Bilanz.

Fortuna sah das offensichtlich ähnlich und half in der 29. Minute nach. Kaufmann holte sich hoch motiviert den verloren gegangenen Ball zurück und zog knallhart aus etwa 18 Metern ab. Der Ball sprang vom Bein des Ex-Braunschweiger Correia ins lange Eck. Torhüter Zingerle chancenlos.

Nun waren die Platzherren gewarnt und ließen es erst einmal vorsichtiger angehen. Aber die Eintracht konnte die Situation nicht nutzen. Ein Tor von Kobylanski (46.) wurde wegen einer Abseitsposition nicht anerkannt. So ging es mit dem 2:1 in die Kabinen. Ein Ergebnis, dass der Eintracht durchaus schmeichelte.

Eintracht zwingt Paderborn auf die Knie

Wie schon mehrfach in der aktuellen Saison übernahm die Eintracht in Durchgang zwei das Kommando. Paderborn jetzt recht passiv, überließ den Gästen das Mittelfeld. Fünfzehn Minuten plätscherte die Partie ohne nennenswerte Aktionen vor sich hin, dann reagierte der in der ersten Halbzeit abgetauchte Proschwitz blitzschnell mit einem Weck-Schuss auf das Tor. Zwei Minuten später war der Ball im Netz. Erneut hatte sich Proschwitz, diesmal in bester Maradonna-Manier, durchgesetzt und den Ball aus kürzester Distanz über die Linie gedrückt. Doch der Video-Schiedsrichter bestätigte sofort, hier lag ein Handspiel vor. Korrekte Entscheidung.

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Unstrittig war in der 68. Minute, dass Proschwitz im Strafraum geschoben wurde. Nur Schiedsrichter Winkelmann sah das anders. Das nennt man dann wohl mit zweierlei Maß messen. Wenig später holte sich Gelb-Sünder Antwi-Adjei die zweite gelbe Karte ab und sah dafür dann Rot.

Paderborns Trainer Steffen Baumgart reagierte schnell und brachte zwei frische Kräfte zur Entlastung. Doch der Löwen-Express hatte bereits zu viel Fahrt aufgenommen. Allerdings muss man bemängeln, dass sich aus der jetzt drückenden Überlegenheit kaum Chancen ergaben. Der verdiente Ausgleichstreffer war mehr dem unermüdlichen Engagement von Braunschweigs bestem Mann auf dem Platz, Fabio Kaufmann, geschuldet. An der rechten Seitenauslinie sah er Proschwitz in günstiger Position, flankte zentimetergenau und Proschwitz konnte seine Größe ausnutzen und den Ball ins Tor köpfen (81.).

Fabio Kaufmann im Zweikampf
Einer der besten Spieler bei der Eintracht – Fabio Kaufmann, hier in der Partie gegen Bochum.                                                                  Foto: Susanne Hübner

Gerechtes Unentschieden

Ja, sollte da sogar noch mehr drin sein? Hätte sein können, aber anstatt weiter druckvoll die Entscheidung zu suchen, verlagerten sich die Braunschweiger für den Test des Spiels auf Ergebnissicherung. Was bekanntermaßen gelegentlich böse enden kann. Nur gut, dass den Platzherren außer stürmischen Bemühungen keine Aktionen mehr gelangen und Eintracht den zweiten Auswärtspunkt mitnehmen durften. Unter dem Strich ein gerechtes Ergebnis. Halbzeit eins ging klar an Paderborn, Halbzeit zwei an die Eintracht.

Aber noch ein letztes Wort zum Schiedsrichter. Der zeigte in der 92. Minute Bär die zweite Gelbe und somit auch noch die rote Karte. Sein Vergehen? Die Abwehr eines Stoßes von Owusu. Man kann Herrn Winkmann nur empfehlen, sich das Spiel noch einmal anzuschauen. Mann kann ja bekanntlich aus seinen Fehlern lernen. Das wäre dringend nötig.

Mit diesem Teilerfolg können die Braunschweiger gut leben. Sie haben bewiesen, dass sie es sehr wohl besser können als gegen Osnabrück. Was vielleicht auch der Tatsache entsprang, dass mit Proschwitz, Kaufmann, Bär und Kobylanski  vier Trümpfe der Blau-gelben von Beginn an aufliefen. Von denen agierte Kobylanski diesmal unter Wert.

Jetzt noch zwei Kracher zum Fest

Das lässt hoffen für die Partie am kommenden Samstag. Dann kommt nämlich die beste Auswärtsmannschaft der 2. Liga ins Eintracht-Stadion – die Spielvereinigung Fürth. Vier von sechs Auswärtsspielen haben die Kleeblätter gewonnen, zwei unentschieden gespielt und noch keins verloren. Eine ideale Generalprobe für das DFB-Pokalspiel gegen Erstligist Borussia Dortmund am Dienstag um 20 Uhr.

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