Ganz klar verspielter Sieg der Braunschweiger Eintracht trotz dominierender Überlegenheit über die westfälischen Sportfreunde Lotte. Ein bitteres Unentschieden in der Nachspielzeit durch den Kopfball von Rahn. Sebastian Ebel spricht von Pech, erklärt sich den Fans vor der Südkurve und wird mit Buh-Rufen konfrontiert. Henrik Pedersen steht nach wie vor mit lobenden Tönen hinter seiner Mannschaft. Blau-Gelb steht weiter unter Druck.

Die Fans forderten Einsatz.

Obwohl Block 9 der Braunschweiger Fans in den ersten 15 Minuten komplett leer blieb und mit ihrem Banner: „Reißt euch den Arsch auf oder verpisst euch“ ein klares Statement abgegeben haben, präsentierte sich die Mannschaft um Henrik Pedersen offensiv, mutig und dynamisch. Bereits in der 5. Spielminute erzielten die Löwen durch einen abgefälschten Ball von Straith das erste Tor durch Jonas Thorsen.

Die Blau-Gelben spielten sich durch Fejzullahu mehrere Chancen heraus und waren nahe dran zu erhöhen, was zur Freude der Fans dann auch gelang. In der 23. Spielminute verwandelte Phillip Hofmann einen Hand-Elfmeter ins untere rechte Eck in das von Steve Kroll gehütete Tor. Die Ironie hierbei: Rahn verschuldete den Elfmeter! Genau der Akteur, der am Ende noch ein Zeichen setzen sollte.

Die Fans tobten und feuerten ihre Mannschaft mit Klatschen und Gesängen an. Endlich mal eine offenkundige Führung mit einer charakterstarken, spielerischen Leistung. Mutig und kampfbereit dominierten die Gastgeber das Spiel der ersten Halbzeit und Lotte hat sich schwer getan, etwas dagegen zu unternehmen.

Kein Wechsel in der Pause

In den ersten Minuten der zweiten Halbzeit brauchte Eintracht einen kurzen Moment, um wieder stark und geschlossen im Spiel zu stehen. Onur Bulut hatte in der 57. Minute nach einem Konter die perfekte Chance, seine Mannschaft mit Abstand in Führung zu bringen, versagte aber. In der 59. Minute gab es die nächste große Chance für die Löwen durch eine Linksflanke, die Phillip Hofmann ganz knapp verpasste.

Rosin raus, Torschütze rein

Lotte’s Trainer Nils Drube reagierte mit einem Wechsel. Dennis Rosin raus, Sinan Karweina rein. Zwei Minuten später krachte der Ball durch Karweina in der 68. Minute mit einem bemerkenswerten Fernschuss ins rechte Eck von Lukas Kruse. Unruhe machte sich breit. Das Spiel war wieder offen und Lotte fasste Mut. In der 77. Minute die nächste Chance für Lotte, Kruse konnte entschärfen.

Hofmann vergibt erneut die Entscheidung

Dann begann das Drama im Eintracht Stadion an der Hamburgerstraße. Phillip Hofmann hatte die Chance der Chancen. Nach einem Konter sahen alle schon den Ball im Lotter Tor und damit die deutliche Führung für die Löwen, doch nachdem Hofmann nur einen lieblosen Kullerschuss zustande brachte, klingelte es Sekunden später im Tor der Braunschweiger durch einen Kopfball von Rahn. Schockzustand auf den Rängen.

Danach der Abpfiff. Fassungslosigkeit bei den Fans, Enttäuschung bei den Spielern. Der Kommentar von Sebastian Ebel auf die Frage, ob Trainer Henrik Pedersen nun gehen muss: „Wenn es nach mir ginge nicht. Aber wir werden uns jetzt zusammensetzen und eine Lösung finden müssen.“

So geht’s weiter für Eintracht

Jetzt können die Löwen erst einmal intensiv über ihr Spiel nachdenken. Weiter geht es nämlich erst am 20. Oktober. Dann tritt die Eintracht beim Aufsteiger TSV 1860 München an. Die haben sich im Mittelfeld festgesetzt und können unbeschwert aufspielen. Aber die bayrischen Löwen haben auch schon zweimal im eigenen Stadion verloren.

Das nächste Heimspiel bestreitt Eintracht am Freitag (26.10.) gegen Osnabrück (Anpfiff 19 Uhr). Der VfL ist niemand anderes als der Tabellenführer. Und der hat auswärts noch nicht verloren.

Stimmen zum Spiel

Foto der Trainer Pedersen und Drube
Die Trainer Drube und Pedersen verstanden sich gut.                                  Fotos: Filipovic
Henrik Pedersen:

„Ich bin enttäuscht über das Ergebnis, trotzdem bin ich stolz auf meine Jungs. Wir haben eine starke, mutige erste Halbzeit gespielt, hatten ein super Pressing und ein gutes Umschaltspiel. Wir waren gut mit Ball und haben dann die Tore gemacht. Wir hatten mehr Chancen und hätten auch das dritte Tor machen können. Dann bekommen wir das Gegentor. Wir kamen dann aber trotzdem wieder gut ins Spiel. Leider haben wir das dritte Tor nicht gemacht – 60 Sekunden später landet der Ball dann bei uns im Tor. Es ist bitter, dass es jetzt nur ein Punkt statt drei sind. Wir alle sind enttäuscht.“

Nils Drube

„Wir sind in der ersten Halbzeit überhaupt nicht zurecht gekommen mit dem Angriffspressing der Braunschweiger. Damit haben sie unsere Waffen aus dem Spiel genommen. Folgerichtig ist dann das 0:1 gefallen. Dadurch ist der Gegner stark geworden, hat Selbstvertrauen bekommen und die erste Hälfte bestimmt. Wir haben in der Halbzeit viel besprochen und einige Änderungen vorgenommen – das hat dann gut funktioniert. In der Nachspielzeit haben wir dann ausgeglichen. Das ist immer ein bisschen glücklich, aber vor allem ist die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gut aufgetreten und hat sich das zu Herzen genommen, was wir in der Halbzeit angesprochen haben. Die Mannschaft hat ihre Mentalität gezeigt, das ist das, was wir neben dem Punkt heute mitnehmen.“

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