Irgendwie tut einem Eintrachts Trainer Andre Schubert leid. Wieder wurde es nichts mit „seinem“ ersten Dreier. Gegen den Tabellenfünften der 3. Liga hatten die Löwen im siebten Drittligaspiel unter seine Führung mit 0:1 das Nachsehen gegen Halle. Vor 16.500 Zuschauern war die Partie schon in der dritten Minute entschieden, als wieder haarsträubende Fehler zum Gegentor führten (3. Minute). Eine Szene, bei sich Torhüter Kruse auch noch eine Gehirnerschütterung zuzog und ausgewechselt werden musste.Dabei hatte Andre Schubert tief in die „Trickkiste“ gegriffen. Mit Marc Pfitzner stand der Liebling der Fans in der Startelf. Und neben Nyman durfte Yari Otte auflaufen. Hofmann musste erst einmal auf die Bank. Wie auch Burmeister, Bulut, Tingager und Putaro. Die sahen dann im Sitzen, wie der Hallesche FC wie von der Tarantel gestochen die Partie begann.

Was sich bereits in der 3. Minute auszahlte. Erst wird Manu am 16er nicht angegriffen, der dann ungehindert in die Spitze passen konnte, wohin Sohm ohne Verfolgung gestartet war. Der ließ dann aus spitzem Winkel Kruse im Braunschweiger Tor alt aussehen – 0:1. Schon war die Taktik über Haufen geworden.

Halle drückt

Und Halle ließ nicht locker. Bis zur 15. Minute bestimmten die Hallenser das Geschehen. Eintracht konnte sich nicht lösen und hatte ein ums andere Mal bei den Zweikämpfen mit Bahn, Sohm und Manu das Nachsehen. Einziger Lichtblick in Blau-Gelb – Marc Pfitzner. Dem 34-jährigen Braunschweiger war kein Weg zu weit und wenn sich die Möglichkeit eines Zweikampf bot, dann ließ er sich auch nicht bitten.

Doch Fortuna meinte es mal wieder nicht gut mit der Eintracht. In der 28. Minute musste Schubert auch noch Janzer auswechseln, der sich verletzt hatte. Damit war schon einmal klar, dass Pfitzner 90 Minuten durchhalten musste, was er dann auch mit Bravour absolvierte. An ihm lag es nicht.

Mehr als zwei Chancen konnten sich die Löwen in Durchgang eins nicht herausspielen. In der 17. Minute bediente Pfitzner Bürger, der sofort auf Janzer ablegte, dessen Schuss aber weit über das Gehäuse flog. Und in der 41. Minute köpfte Nyman auf das Tor des HFC, was aber für Gäste-Keeper Eisele alles andere als eine Herausforderung war.

Der Braunschweiger Spielaufbau zu ungenau und zu durchsichtig für eine Abwehr wie die des HFC. Yari Otte mühte sich redlich, doch gegen Lindenhahn war der Youngster auf verlorenem Posten.

Gäste nutzen ihre Chancen nicht

Nur gut, dass auch die Gäste ihre Möglichkeiten, zu erhöhen, ungenutzt ließen, so dass es mit dem 0:1 in die Kabine ging. Noch ausreichend Zeit für die Löwen.

Im zweiten Durchgang agierte die Eintracht besser. Ohne aber mehr Chancen herausspielen zu können. Es mangelt halt an kreativer Qualität im Mittelfeld. Fürstner mag ein fleißiger Akteur sein, führen und inspirieren kann er nicht. Wie überhaupt die Spieler für die Lage wenig können. Da gibt jeder was er kann. Es reicht halt leider nicht.

Foto von Rauchschwaden im Stadion
Die Gäste-Fans zündeten Rauchbomben, so dass das Spiel unterbrochen werden musste.

Und wie im Fußball nicht selten, haben die Mannschaften, die sich wenig Möglichkeiten herausspielen, oft auch noch Pech bei der Chancen-Verwertung. In der 57. Minute hätte Sauerland in aussichtsreicher Position abgeklärter reagieren können, um seinem Schuss mehr Druck zu geben. So kam nur ein schwacher Schuss zustande.

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Quasi im Gegenzug hatte der Ex-Löwe Fetsch das 0:2 auf dem Kopf. Doch der Ball landete an der Querlatte. Beide Teams lieferten sich jetzt harte Zweikämpfe zwischen den Strafräumen. In der 81. Minute die beste Chance der Eintracht. Der in der 63. Minute eingewechselte Hofmann köpfte eine Flanke auf das Tor des HFC. Torwart Eisele war bereits geschlagen, doch die Latte war im Weg.

Engelhardt hält Elfmeter

Wenig später hätte die endgültige Entscheidung fallen müssen. Becker konnte den enteilenden Ajani im Strafraum nur noch per Foul aufhalten. Pfitzner sprach mit Engelhardt. Ob er dem Braunschweiger Keeper mitteilte, wohin sein ehemaliger Mitstreiter zielen würde, ist nicht belegt. Auf jeden Fall schmiss sich Engelhardt in die richtige Ecke und lenkte den Ball ins Aus.

Auch die fünf Minuten Nachspielzeit konnte Blau-Gelb nicht mehr nutzen. Am Ende stand die zehnte Niederlage fest. Unter dem Strich muss man anerkennen, dass das Ergebnis in Ordnung geht. Eintracht, weiter mit zehn Punkten, steht jetzt vor zwei schweren Auswärtsspielen. Am 15. Dezember bei Energie Cottbus (Beginn 14 Uhr), am 22. Dezember beim aktuellen Tabellenzweiten Karlsruhe (14 Uhr). Besonders die Partie in Cottbus hat schwerwiegende Bedeutung. Steht doch der FC dort, wo die Eintracht unbedingt hin will, auf dem letzten Nichtabstiegsplatz, dem 16.

30 Punkte aus 20 Spielen

Trainer Schubert bestätigte nach der Partie, dass in der Winterpause neue, fertige Spieler geholt werden. Man arbeite bereits an Lösungen. Hoffentlich kommen die nicht zu spät. Es fehlen immer noch 30 Punkte. Aber es werden immer weniger Spiele, in denen man die einfahren kann. Noch zwanzig Mal werden drei Punkte vergeben. Das bedeutet, die Löwen müssten jedes zweite Spiel gewinnen. Aktuell schwer vorstellbar, dass das Vorhaben gelingen kann.

Steffen Nkansah nach dem Spiel in der Mixed Zone:
Die Pressekonferenz: