Drei Punkte wären drin gewesen, aber letzten Endes muss die Eintracht aus Braunschweig mit dem 0:0 beim 1. FC Nürnberg zufrieden sein. Immerhin war es das zweite Spiel in Folge ohne Gegentor und nach wie vor ist der Aufsteiger offensiv nicht wirklich zweitligatauglich und wartet weiter auf den ersten Auswärtssieg. Da der SV Sandhausen, nächster Gegner der Löwen, sein Heimspiel gegen Osnabrück mit 3:0 gewonnen hat, rutschten die Niedersachsen wieder auf einen direkten Abstiegsplatz. Am kommenden Sonntag (7.3. um 13.30) kommt es somit zum Showdown im Stadion an der Hamburger Straße.

Der Druck vor der Partie war für beide Mannschaften hoch. Die Nürnberger mit der Last von drei Heimspiel-Niederlagen in Folge, hätten die Gäste mit einem Sieg auf neun Punkte Distanz gehalten. Die Löwen hingegen benötigen jeden Punkt, um nicht schon vorzeitig den Kampf um zumindest den Relegationsplatz zu verlieren.

Eintracht-Coach Daniel Meyer sieht seinen Kader sehr wohl mit einem positiven Trend, glaubt, dass sich die Puzzleteile immer besser zusammenfügen. Erstmals in dieser Saison schickte er die gleiche Startformation auf das Feld. Fejzic im Tor, in der Innenverteidigung Behrendt und Diakhité, auf den Außenpositionen Wiebe und Klaß. Wydra und Nikiolaou als Doppel-Sechs, Kroos, Kaufmann und Ji davor, Proschwitz in der Spitze. Martin Kobylanski scheint bei Meyer keine Rolle mehr zu spielen, seine Position hat Eintracht’s bester Fußballer laut Meyer übernommen, eben Felix Kroos.

Ein Offensiv-Feuerwerk war unter diesen Rahmenbedingungen natürlich nicht zu erwarten. Und es kam auch nicht. Die Gäste zum Start etwas präsenter und kamen durch Ji schon in der 2. Minute zu einer Mini-Chance. Wiebe flankte von rechts, Ji köpfte, konnte den ball aber nicht kontrollieren.

Der FCN kam dann besser in die Partie, weil sie bissiger agierten, die Blau-Gelben früh unter Druck setzten, aber aus der optischen Überlegenheit keinen Nutzen ziehen konnten. Die Vierer-Abwehrreihe der Gäste stand sicher. Meist jedenfalls. Denn in der 10. Minute landete der Ball nach einem undurchsichtigen Gewusel im Braunschweiger Fünfer im Tor. Nur gut, dass der gute Schiedsrichter Marco Fritz ein Abseits erkannt hatte, was der Videoschiedsrichter in Köln wenig später bestätigte.

Viel Kampf, wenig Klasse

Die meiste Zeit in Durchgang eins verbrachten beide Teams mit Zweikämpfen, langen Bällen und wenig Fußballkunst. Die Platzherren etwas zielstrebiger, die Gäste standfester. In der 19. Minute kam Ji erneut per Kopf zum Zuge, konnte den Ball unter Bedrängnis aber erneut nicht platzieren.

Pascakl Köpke jubelt über einen Treffer im Hinspiel gegen Eintracht Braunschweig
Im Hinspiel traf Pascal Köpke gegen die Löwen zweimal, seine einzigen Treffer in dieser Saison. Heute musste er verletzungsbedingt zuschauen.

Nürnberg hatte kurz vor dem Halbzeitpfiff noch eine Chance, die vielleicht beste im ganzen Spiel, als er aus 13 Meter Fejzic zu einer Glanzparade zwang.  Die folgende Ecke, die dritte für den FCN, brachte nichts ein. Im Gegenzug kamen auch die Löwen zu ihrer ersten Ecke, die aber genau so ungefährlich endete.

Auf Braunschweiger Seite überzeugte vor allem der sichere Diakhité, der im Strafraum aber auch gar nichts anbrennen ließ, Nikolaou, der sich in der Rolle des 6er offensichtlich noch viel wohler fühlt als in der Innenverteidigung, sowie Ji, dem es aber an einem Partner mangelt, mit dem er sein fußballerisches Können besser in Szene setzen kann. Auf Seiten des Clubs glänzte vor allem Möller Daehli, den die Franken im Januar vom KRC Genk ausgeliehen haben.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie keineswegs besser. Wer glaubte, einer der Trainer würde ein größeres Risiko eingehen, um den Dreier unter Dach und Fach zu bringen, der sah sich getäuscht. Viel Hin und Her, noch mehr Zweikämpfe, aber noch immer kein schöner Fußball.

Nürnberg macht zu wenig, Eintracht glücklos

Doch eines war jetzt anders. Die Platzherren hielten sich erstaunlich zurück, oder konnten nicht mehr zulegen. Außer einem weiteren, wegen erneutem Abseits nicht gegebenen Tores, lieferte der Club nichts, aber auch gar nichts an sehenswerten Offensivaktionen.

Da hätte die Eintracht mit mehr Mut und Risikobereitschaft den Fluch der Sonntagsspiele, wie der Sky-Kollege formulierte, ablegen können. Sie versuchten es auch, aber den Spielzügen fehlte es an Klarheit und Zielstrebigkeit. In der 55. Minute hatte Klaß das 0:1 auf dem Fuß, rutschte aber im Strafraum weg. In der 64. leitete Ji den Ball weiter zu Proschwitz, dessen Kopfball aber auch nicht im Netz landen wollte. Die letzte Chance der Gäste hatte der inzwischen eingewechselte Bär. Kroos chippte den Ball perfekt in die Spitze, aber Mühl spitzelte ihn in letzter Sekunde ins Aus.

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Nach Chancen hätte die Eintracht das Spiel gewinnen müssen, aber so ist der Fußball nunmal nicht. Nach 92 Minuten müssen sich beide Mannschaften fragen, war das ein Punktgewinn oder hat man zwei verloren. Für Beide ist das Unentschieden im Grunde zu wenig.

Braunschweig und Sandhausen mit jeweils 21 Punkten belegen die Plätze 16 und 17. Der VfL Osnabrück mit einem Punkt sitzt zwar noch am sicheren Ufer, hat aber neun Spiele in Serie verloren. Das nennt man einen klaren Abwärtstrend. Darmstadt auf Platz 14 mit 25 Punkten und Nürnberg auf Platz 13 mit 27 Punkten sind noch nicht aller Sorgen bar.

Elf Spiele stehen noch auf dem Programm, 33 Punkte sind noch im Pott. Geht man von 40 Punkten aus, die für den Relegationsplatz reichen, dann müssen die Löwen 19 Punkte holen. Da ist ein Sieg gegen Sandhausen natürlich Pflicht, wenn auch nicht vorentscheidend. Und die Erkenntnis, dass sich die Puzzleteile fügen, kommt da etwas spät.

Fan-Aktion sorgt für große Unruhe – Verein reagiert wenig souverän

Zumindest viele der Ultra-Fans sehen das so. Sie hatten vor dem Spiel in Nürnberg in einer breit angelegten Aktion Sponsoren und Öffentlichkeit mit ihrer Sicht konfrontiert. Stilistisch nicht immer fein, aber sie stellen Fragen, die man durchaus stellen kann. Und der Verein antwortete. Auf eine Art und Weise, die die Fronten allerdings nur verhärten kann.

Profivereine und Extrem-Fans haben in Deutschland offensichtlich immer noch keine Plattform gefunden, wie man miteinander umgehen kann. Trotz selbst groß angelegter Programme seitens des Deutschen Fußball Bundes. Es wird Zeit, dass beide Seiten lernen, Gräben zu überwinden. Dumme Gesänge und verbotene Aktionen sind da genauso hilfreich wie pauschale Abgrenzung.

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