Zwei Wochen Länderspielpause haben dem Drittligisten Eintracht Braunschweig nicht weitergeholfen. Beim Tabellensechsten Preußen Münster unterlagen die Niedersachsen völlig zu Recht mit 0:3 und zeigten dabei eine Leistung, die selbst dem hartnäckigsten Löwen-Fans keine Ansätze dafür bot, weiter an den Klassenerhalt glauben zu können. Schuld am Rückschritt waren erneut krasse Abwehrfehler.Zwei Wochen hatte Andre Schubert Zeit, an den gravierenden Defensiv-Fehlern seiner Löwen zu arbeiten. Nachdem Fürstner und Co in den ersten Spielen unter Schubert aufsteigende Tendenz zeigten, hofften rund 600 Braunschweiger Fans auf eine Fortsetzung und machten sich auf den Weg nach Münster.

Nyman in der Startelf

Mit Fürstner (nach Gelbsperre), Canbaz, Bürger und Nyman liefen im Vergleich zum Uerdingen-Spiel gleich vier neue Starter auf das Feld. Doch die Hoffnung währte nur kurz. Denn von Beginn an übernahm Münster das Kommando.

Allerdings, ohne sich dabei gute Chancen herausspielen zu können. Die Defensive der Braunschweiger stand fünfzehn Minuten lang stabil und ließ nur wenig zu. Dabei waren die Aufgaben, vor der sie standen, alles andere als einfach. Klingenburg, Heinrich und Kobylanski deuteten mehrfach an, dass sie in der 3. Liga jedem das Fürchten lehren können.

Eintracht bekommt Kobylanski nicht in den Griff

Doch das Eintracht-Bollwerk zeigte Risse und in der 19. Minute vertändelte Tingager den Ball und ermöglichte so dem am 16er freistehenden Kobylanski zum harten Schuss ins linke, untere Eck. Für Torwart Kruse, der in die andere Ecke unterwegs war, gab es keine Chance mehr, an den Ball zu gelangen.

Und wieder zeigte der Rückstand seine Wirkung. Ganze sieben Minuten später fanden fünf Eintracht-Spieler keinen Zugriff. Müller, Rühle und abschließend Kobylanski konnten wie im Training eine Kombiantion erfolgreich zum 2:0 abschließen.

Tingager nach 30 Minuten ausgewechselt

Dass Andre Schubert mit der Leistung alles andere als zufrieden war, verdeutlicht die Auswechselung vom schwachen Tingager in der 30. Minute. Für ihn kam Amundsen.  Alle glaubten nun, Eintracht würde sich mit Händen und Füßen gegen die Niederlage wehren. Doch bis auf eine glückliche Einzelleistung war vom Zweitliga-Absteiger nicht viel zu sehen. Bürger kam nach einem Münsteraner Stellungsfehler an den Ball, machte einen Haken und zog ab. Doch sein Schuss landete nur am Pfosten (44.). So ging es mit dem 2:0 für Preußen in die Halbzeitpause.

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In zweiten Durchgang versuchte Eintracht, mehr Druck aufzubauen. Richtig gefährlich wurden die Aktionen für den Gastgeber aber nie. Und als die Zuschauer spürten, dass ihre Preußen dabei waren, den Gegner aufzubauen, gaben die Adler Gas. Mitten in die Braunschweiger Versuchs-Phase setzte Kobylanski den Schlusspunkt (64.). Zuvor konnte Heinrich am linken Strafraumrand ungehindert von Braunschweiger Abwehrspielern den Ball auf das Tor schießen. Kruse konnte die Kugel nur abprallen lassen. Genau vor die Füße von  Münsters Kapitän, der keine Mühe hatte, seinen dritten Treffer zu erzielen. Von den Rängen schallten Absteiger-Rufe.

Gegen Aalen muss ein Sieg her

Weder Hofmann noch Thorsen konnten dem Spiel nach ihrer Einwechselung Impulse geben. So stand am Ende eine bittere, gerechtfertigte Niederlage. Die schmerzt. Denn jetzt muss am kommenden Samstag um 14 Uhr ein Sieg gegen den Tabellenachtzehnten Aalen her.

Unter dem Strich bleibt nur ein Fazit möglich: so, wie die Eintracht gegen Münster gespielt hat, so spielen Absteiger. Die gelegentlichen Leistungsbeweise reichen nicht aus, um den Auftritt zu rechtfertigen. Und auf Ansätze, auf die man bauen kann, mag auch kein Fan mehr setzen. Es kommt nichts. Eintracht ist definitv am Tiefpunkt angelangt. Nicht ein Spieler, der für sich in Anspruch nehmen könnte, Drittliga-Niveau bewiesen zu haben.

Es fehlen 31 Punkte

Der Trainerwechsel hat keine Leistungssteigerungen freigesetzt, der Schubert-Effekt ist wirkungslos verpufft. Gerade einmal einen Punkt haben die Löwen unter ihm nach Haus gebracht. Von Beute kann keine Rede sein. Doch Verantwortung braucht Schubert nicht zu tragen, denn er hat die Mannschaft nicht zusammengestellt.

40 Punkte sind wohl notwendig, um nicht abzusteigen. Es fehlen also noch 31 Punkte aus 22 Spielen. Selbst Optimisten dürfte da langsam angst und bange werden. Elf Siege, wo sollen die herkommen?

Schuberts Möglichkeiten sind eingeschränkt. Zwar haben seine Spieler durchaus Qualitäten, doch in der aktuellen Situation können sie die nicht stabil abrufen. Und das bedeutet, auch wenn es hart klingt, diese Mannschaft ist nicht wettbewerbsfähig. Im Profigeschäft zählen nun einmal nicht vollmundige Erklärungen, sondern ausschließlich Punkte. Und die gibt es vor allem dann, wenn man siegt.

Neue Männer braucht der Klub

Neue Männer braucht der Klub. Vor allem auf dem Rasen braucht es mehr Qualität. Denn die Kopfprobleme führen wohl zu Gegentoren, verhindern aber keinesfalls welche zu erzielen. Gegen Münster stand zum Schluss auf dem Spielbogen nicht eine Torchance am Ende eines zwingenden Spielzugs. Das Torverhältnis von 17:35 spricht Bände.

Neue Männer sind aber wohl auch an den Vereinsschreibtischen notwendig. Denn immer noch glänzen Verantwortliche mit Schönrederei. Wohl nur, um von der eigenen Verantwortung abzulenken. Die Probleme vor sich herzuschieben, verlängert jedoch nur die Leidenszeit. Die notwendige Entscheidung kommt dennoch. Wenn nicht heute, dann morgen. Nicht unmöglich, dass Eintracht, ein Gründungsmitglied der Bundesliga, dann viertklassig ist und gegen Havelse und Drochtersen spielen muss. Was für eine Erfolgsgeschichte?

Trainer Andre Schubert nach dem Spiel:

Diese Niederlage war hart. Wir müssen über diese elemntaren Abwehrfehler sprechen und die ganz schnell abstellen. Eine Frage von fehlender Qualität ist es jedenfalls nicht.

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