Eintracht Braunschweig kassierte zum Abschluss des 27. Spieltag in Liga 2 eine bittere Niederlage beim FC St. Pauli. Zwei schnelle Tore entschieden die Partie, in der die Eintracht nie den Eindruck vermitteln konnte, hier angetreten zu sein, um drei Punkte einzufahren. Eintracht jetzt Tabellensechzehnter und nur noch ein Punkt vor Sandhausen. Am kommenden Sonntag müssen die Löwen zum nächsten Auswärtsspiel nach Osnabrück.

Eintracht musste umgekrempelt die Reise nach Hamburg antreten. Trainer Daniel Meyer musste Zuhause bleiben, die gesperrten Wiebe und Behrend auch und dann gesellten sich auch noch Nikolaou und Kaufmann dazu. Beide mussten wie Meyer coronabedingt passen. Kein gutes Zeichen für den Antritt bei der Rückrunden-Mannschaft FC St. Pauli.

In einem 3-5-2 versuchten sich die Löwen der starken Offensive der Paulianer entgegen zu stellen. In der Dreierreihe agierten Diakhité, Routinier Kessel und Klaß. Ben Balla und Kammerbauer füllten die Lücken im  Mittelfeld. Kobylanski und Abdullahi mussten vorerst auf der Bank Platz nehmen.

Die ersten drei, vier Minuten machten die Gäste noch eine passable Figur, danach war es nur noch der FC St. Pauli, der Fussball spielte. Und die Hamburger machten ihre Sache gut. In der 7. Minute schickte der agile Burgstaller den vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Marmoush, der seinen Gegenspieler Klaß schwindelig spielte und abschließend keine Mühe hatte, zum 1:0 einzunetzen.

Wieder frühe Gegentore

Sieben Minuten später klingelte es erneut im Braunschweiger Tor. Diesmal ließen Kyereh und Marmoush gleich sechs Braunschweiger Spieler ganz alt aussehen. Der Ex-Braunschweiger Kyereh hatte keine Mühe Fejzic auszuspielen und zu erhöhen. Da konnte einem angst und bange werden um die Niedersachsen.

Ein Gefühl, das sich auch noch verstärkte. Denn schon in der 18. Minute hätten die Gastgeber durch Marmoush auf 3:0 erhöhen müssen, dessen Kopfball aber vom Pfosten ins Feld zurück sprang.

Von den Löwen war außer erkennbarem Bemühen nichts Zwingendes zu sehen. Pässe ungenau, Kroos ohne Esprit und Proschwitz allein auf weiter Flur. Hätte man ihn  rausgenommen, niemand hätte es gemerkt.

In der 35. Minute wieder eine hundertprozentige Chance für Pauli, doch diesmal scheiterte Burgstaller, dessen Ball knapp neben dem Tor landete. Kurz vor dem Halbzeit pfiff verpasste Benatelli die Möglichkeit, alles klar zu machen. So bleib aus Braunschweiger Sicht die Hoffnung, zu versuchen, im zweiten Durchgang den Spieß umzudrehen.

Kein Aufbäumen der Eintracht auf St. Pauli

Doch schon mit Wiederanpfiff war erkennbar, dass das nicht die Sicht von Trainer Stickroth war, der Meyer vertreten musste. Denn statt offensiver anzutreten, wechselte er nur den erneut patzenden Klaß aus. Für ihn kam Ziegele. Offensichtlich wollten die Niedersachsen nicht untergehen, um ihr ohnehin schlechtes Torverhältnis nicht noch schlechter zu gestalten.

Für Pauli reichte es im Folgenden, ein aufmerksames Auge zu haben. In ernsthafte Gefahr gerieten die Hamburger nicht. Dafür war die Braunschweiger Offensive einfach zu harmlos. Und trotzdem reichte es noch für Chancen. Zalazar in der 48. Minute, Burgstaller in der 52. und Marmoush in der 54. hätten eigentlich alles klar machen müssen. Sechs gute Chancen nicht genutzt, so etwas macht sich im Fußball nicht selten böse bemerkbar. Nicht wenn man gegen die Eintracht spielt.

Löwen ohne Offensiv-Power

Auch in der zweiten Halbzeit bot die Braunschweiger Offensive wenig Erbauendes, trotz der Einwechselung von Abdullahi für Diakhité (65.) und Kobylanski für Kroos ( 71.) Die erste gefällige Aktion resümiert aus der 74. Minute (!). Kobylanski passte zu Abdullahi, der flankte auf Proschwitz, der offensichtlich zu überrascht war ob des gelungenen Spielzugs und den Ball nicht kontrollieren konnte. Pauli kam auf insgesamt 12 Chancen, Eintracht gerade einmal auf zwei.

Zu den Tabellen
Link zu den Tabellen

In der 81. Minute kamen dann noch Otto und Schwenk für Bär und Schlüter, aber Auswirkungen hatte das alles nicht. Eintracht Braunschweig war St. Pauli in allen Punkten unterlegen und konnte zu keinem Zeitpunkt an die Leistungen der vergangenen fünf Wochen anknüpfen. Was im Grunde nur damit zu erklären ist, dass nach den frühen Gegentoren hier niemand ein Risiko eingehen wollte.

Am kommenden Sonntag gilt es, in Osnabrück endlich den ersten Auswärtssieg einzufahren. Der VfL hatte am Samstag überraschend mit einem Sieg in Karlsruhe aufgewartet und ist damit punktgleich mit den Löwen. Dank des deutlich besseren Torverhältnisses sitzt jetzt der VfL am rettenden Ufer. Das wird ein echtes Schicksalsspiel. Anpfiff in Osnabrück ist Sonntag um 13.30 Uhr.

Verlieren die Löwen und Sandhausen holt Freitagabend einen Punkt in Fürth, dann rutschen die Eintracht gar auf einen direkten Abstiegsplatz ab. Denn auch Sandhausen hat ein deutlich besseres Torverhältnis.

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here