Drittligist Eintracht Braunschweig gewinnt auch das zweite Spiel unter dem neuen Trainer Marco Antwerpen und rückt durch das 3:1 gegen FSV Zwickau auf Rang drei vor. Punktgleich mit dem Tabellenzweiten Halle. Dass die 16.190 Zuschauer dabei eine gute und eine schwache Halbzeit zu sehen bekamen, dürfte schnell in Vergessenheit geraten.

Marco Antwerpen musste seine Mannschaft krankheits- und kartenbedingt ordentlich umkrempeln. Für Kessel und Ziegele rückten Goden und Burmeister in die Startelf, für Kammerbauer und Ademi kamen Wiebe und Feigenspan. 

Und die Löwen legten los als wären sie von der Tarantel gestochen worden. Drei gute Chancen im Minutentakt sorgten schnell für gute Stimmung im Stadion. Erst verfehlte Proschwitz (4.), dann Kijewski (5.) und auch Kobylanski scheiterte. Die Gäste aus Sachsen waren schwer unter Druck und wussten gar nicht, wie sie die blau-gelbe Walze zum Stoppen bringen sollten. Doch die schaltete selbst einen Gang zurück.

Vor allem durch lange, ungenaue Bälle, die allzu oft beim Gegner landeten. Damit anzufangen wusste der Tabellenzwölfte allerdings nichts. Wie schon gegen Chemnitz reichten dem BTSV dann wenige Sekunden, um vorerst für klare Verhältnisse zu sorgen.

Kurz und schmerzvoll

In der 27. Minute verwertete Bär eine Proschwitz-Flanke per Kopf zur Führung, und 100 Sekunden später erhöhte Kobylanski nach aufmerksamer Vorarbeit von Bär, der einen Viteritti-Pass abfing, auf 2:0. In der 33. Minute hatte Feigenspan Pech mit einem schönen Drehschuss, der knapp über die Latte flog. Da wäre die Messe wohl gesungen gewesen.

In der 35. Minute meldete sich der FSV zu Wort. Doch Fejzic im Eintracht-Tor ließ keine Zweifel aufkommen. Der Braunschweiger Torhüter „glänzte“ allerdings im Spiel mit einigen missglückten Abschlägen. So etwas waren die Fans bisher nicht gewohnt von ihrem Zerberus. Grund dafür war aber wohl ein frisch verlegter Rollrasen, wie Trainer Antwerpen später erklärte.

Glück für Zwickau

Nach dem Seitenwechsel fanden die Platzherren schneller wieder ins Spiel als der FSV und hätten die Führung ausbauen können, ja müssen. Feigenspan hatte sich links stark durchgetankt und passte in die Mitte, wo Göden goldrichtig stand. Doch sein Kopfball verfehlte das Ziel, wenn auch nur knapp.

In der 56. Minute durfte der Braunschweiger Anhang aber erneut jubeln. Innenverteidiger Becker drosch einen Abpraller von Huth emotionslos und trocken aus kurzer Distanz zum 3:0 ins Netz. Zwickaus Trainer Joe Enochs reagierte und brachte zwei frische Spieler.

Die Partie war ab diesem Zeitpunkt wenig ansehnlich. Beide Teams geizten mit sehenswerten Kombinationen und lieferten sich einen erbitterten Kampf. Dabei bewiesen die Gäste mehr Bereitschaft und Motivation als die zurückhaltender agierenden Braunschweiger. So konnte das Schwergewicht Ronny König in der 67. Minute auf 3:1 verkürzen. Eine Situation, in der die Löwen-Abwehr ungeordnet wirkte.

Glück für Braunschweig

Und wer weiß, wie sich die Partie entwickelt hätte, wenn Schiedsrichter Haslberger in der 72. Minute ein FSV-Tor gegeben und nicht wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung von Wegkamp abgepfiffen hätte? 

Marco Antwerpen versuchte mit der Einwechselung von Putaro für Feigenspan das Spiel wieder mehr in die Zwickauer Hälfte zu verlagern, doch so richtig fruchten wollte das nicht. So kamen die Gäste in der 87. und in der 91. Minute noch zu zwei „dicken“ Chancen. Nur gut, dass Fejzic auf dem Posten war und beide zunichte machte.

Beste Braunschweiger an diesem Abend: Bär, Feigenspan, Kijewski.

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Am Ende feierten Mannschaft und Anhang den zweiten Sieg in Folge und das Vorrücken auf den Relegationsplatz. Letztlich sind es die Punkte, die zählen, und nicht die Art und Weise des Zustandekommens. Eintracht Braunschweig ist wieder auf Kurs.

Mehr Laufbereitschaft bei den Löwen

Im zweiten Spiel unter Trainer Antwerpen wurde dessen Handschrift bereits deutlicher als zuvor gegen Chemnitz. Nahezu alle Löwen glänzten durch mehr Laufbereitschaft. Was auch für Proschwitz galt, der, despektierlich ausgedrückt, seine besten Momente in der Defensive hatte. Was seinen Torriecher betrifft, hat der Routinier noch viel Platz nach oben. Zwar ist er in der Ballannahme schwer aus dem Gleichgewicht zu bringen, doch die folgenden 1:1-Situationen gehen zu selten zu seinen Gunsten aus. 

Das nächste Spiel bestreitet die Eintracht beim bärenstarken Aufsteiger aus Mannheim (Sonntag, 8. Dezember, 13 Uhr), derzeit Tabellensiebter. Allerdings lebt Waldhof eindeutig von einer unglaublichen Auswärtsstärke. In fremden Arenen hat die Elf von Trainer Bernhard Trares noch kein Spiel verloren. Zuhause aber gelangen der Elf dagegen nur zwei Siege. Und Waldhof muss gegen Braunschweig auf Marco Schuster verzichten. Die Zuverlässigkeit in Person darf wegen der fünften Gelben Karte einmal aussetzen. 

Und es wird ein Wiedersehen geben. Mit Raffael und Gianluca Korte, die ihr Glück einst in Braunschweig suchten, es aber nicht fanden. 

Stimmen zum Spiel:

Marcel Bär:

Felix Burmeister:

Die Pressekonferenz:

Marco Antwerpen nach der Pressekonferenz: