Braunschweig. Vor 17.015 Zuschauern im Eintracht-Stadion konnten die Braunschweiger ihre Aufholjagd am 23. Spieltag nicht fortsetzen und unterlagen dem SC Wehen Wiesbaden mit 2:3 (1:2).

Düker für Hofmann im Sturmzentrum

Eintracht-Trainer André Schubert setzte im Sturmzentrum Julius Düker erstmalig in die Startformation. Im Mittelfeld setzte er erneut auf die erfahrene Achse um Marc Pfitzner, Bernd Nehrig und Eintracht-Kapitän Stephan Fürstner.

Zerfahrener Anfang mit wenig Struktur

Die Gäste traten mit einer taktisch ähnlichen Formation an. Allerdings versuchten sie in den vorderen Positionen wesentlich frühzeitiger die Bälle zu erobern. Aus diesem Grunde begann das Spiel mit vielen langen Bällen auf beiden Seiten, so dass der Spielfluss und das Aufbauspiel insbesondere bei der Eintracht sehr gehemmt wirkten. Julius Düker versuchte in der siebten Minute mit einem Schnittstellenpass die schnelle Abwehrreihe der Gäste zu überspielen. Der Ball fand jedoch nicht den Fuß des Mitspielers.

Wiesbaden zielstrebiger

Mit zunehmender Dauer setzte sich die reifere und konsequentere Spielanlage der Wiesbadener durch. Gäste-Stürmer Daniel-Kofi Kyereh testete in der Drangphase Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic mit einem Schlenzer Richtung Torwinkel (16.). Niko Kijewski angelaufen von Agyemang Diawusie klärte unnötiger Weise zur Ecke. Die Eintracht zeigte sich vom forschen Anlaufen der Hessen beeindruckt. In der 17. Minute kam Sascha Mockenhaupt nach einer weiteren Ecke völlig unbedrängt zum Kopfball und traf zum verdienten 0:1.

Glücklicher Ausgleich

Doch die Blau-Gelben kamen glücklich zurück ins Spiel. Ein fragwürdiges Foul an Niko Kijewski brachte einen von Leandro Putaro getretenen Freistoss ein. Aus einer unübersichtlichen Situation (23.) landete der Ball zum Ausgleich im Netz, obwohl zwei Braunschweiger in Abseitsposition standen. Top-Torjäger Daniel-Kofi Kyereh zeigte sich irritiert und traf ins eigene Tor. Als gebürtigen Braunschweiger hatte ihn da wahrscheinlich sein Instinkt geleitet. Auf der anderen Seite war er sogleich um Wiedergutmachung bemüht und legte perfekt für seinen mitgelaufenen Stürmerkollegen Florian Hansch auf, der freistehend aus Nahdistanz den Ball aber nicht verwandeln konnte (25.). Da hatte die Eintracht viel Glück gehabt.

Erneute Gäste-Führung

Doch das war sechs Minuten später aufgebraucht. Nach einer ähnlichen Kombination über die rechte Eintracht-Seite verwandelte der Wiesbadener Winter-Neuzugang Agyemang Diawusie im Zentrum (31.). Die Gastgeber versuchten zurück ins Spiel zu kommen. Stephan Fürstner mit einem Gewaltschuss (33.) und Julius Düker (34.) aus spitzem Winkel besaßen Torchancen. Dennoch war die Führung der Gäste verdient, da sie die ambitioniertere Spielphilosophie präsentierten.

Schubert korrigiert Aufstellung

Eintracht-Trainer André Schubert reagierte mit zwei Spielerwechseln und machte auch nach dem Spiel keinen Hehl daraus, dass er mit der Leistung seiner Akteure nicht einverstanden gewesen war. Der Wille der Löwen war deutlich erkennbar. Doch gefährlicher agierten die Hessen. Daniel-Kofi Kyereh traf die Latte (53.).

Bitter! Ausgleich verpasst – Elfmeter kassiert

In der 57. Minute vielleicht der Knackpunkt im Spiel. Eine mustergültige Vorarbeit von Stephan Fürstner konnte Marcel Bär im Zentrum nicht verwerten und verstolperte die herausragende Ausgleichchance kläglich. Auf der Gegenseite foulte der Eintracht-Kapitän Diawusie, der die Konterchance eigentlich schon zu sehr verzögert hatte. Den Elfmeter verwandelte Niklas Schmidt sicher zum 1:3 (60.). Das Spiel hatte das Potential noch komplett auf den Kopf gestellt zu werden. Die Eintracht-Zuschauer peitschten ihr Team nach vorne. Aber eine wirkliche Drangphase gab es nicht, obwohl die Gäste in ihrer Spielintensität nachließen.

Yari Otto belebt Offensivspiel

Der eingewechselte Yari Otto bracht Schwung in das Offensivspiel und erzielte mit schöner Einzelleistung den Anschlusstreffer (73.). In der 81. Minute machten sich die Eintracht-Fans bereit zum Jubeln. Eine Freistosssituation in bester Lage für einen Linksfuß konnte Niko Kijewski zum Frust im weiten Rund nicht verwandeln. Es war nicht der Tag der Braunschweiger Eintracht.

Gesprächsbedarf bei der Eintracht

Dementsprechend unzufrieden war der Eintracht-Coach und kündigte Gesprächsbedarf an. Schlechte Raumaufteilung, unzureichende Spieleröffnung, falsches Verhalten beim Unterbinden von Kontersituationen die Liste der aufgezählten Mängel war beachtlich. Da war der Gäste-Coach Rüdiger Rehm wesentlich entspannter, lobte sein Team und stellte auf Nachfrage auch die besondere Entwicklung des in Braunschweig aufgewachsenen Daniel-Kofi Kyereh heraus.

Zahlen und Fakten zum Spiel

Eintracht Braunschweig
Fejzic – Kessel, Becker, Nkansah (46. Menz), Kijewski, Pfitzner, Nehrig (68. Otto), Fürstner (C), Bär, Düker (46. Hofmann), Putaro

SV Wehen Wiesbaden
Kolke (C) – Kuhn, Mockenhaupt, Dams, Dittgen (66. Reddemann), Titsch Rivero, Lorch, Diawusie (74. Schwadorf), Schmidt, Hansch (84. Shipnoski), Kyereh

Tore
0:1 Mockenhaupt (17.)
1:1 Kyereh (23., ET)
1:2 Diawusie (31.)
1:3 Schmidt (60., FE)
2:3 Otto (73.)