Eintracht Braunschweig muss am 5. Spieltag der 3. Liga zum Tabellenzehnten 1. FC Kaiserslautern. Das klingt machbar. Wenn da nicht der überraschende Sieg (2:0) der Pfälzer im Pokal gegen den Erstligisten Mainz zu Buche stünde. Zwar schreibt der Pokal bekanntlich seine eigenen Gesetze, aber dennoch muss man über Qualitäten verfügen. Und wer einen Erstligisten schlagen kann, der kann definitiv auch jeden Drittligisten bezwingen. Beim FCK rechnet man unter guten Bedingungen mit rund 20.000 Zuschauern auf dem Betzenberg.

Christian Flüthmann, Eintracht-Coach, hatte anders als sein Kollege, zwei Wochen Zeit, die schmerzhafte Heimniederlage gegen Duisburg (0:3) zu verarbeiten. Nach außen bleibt alles gelassen und ruhig, innerlich dürfte es etwas anders aussehen. Denn die Löwen haben nicht etwa gegen einen erstklassigen Gegner verloren, sondern selbst alle Qualitäten vermissen lassen, die man zu Saisonbeginn in Magdeburg so überzeugend auf dem Platz gezeigt hat.

Vom Keeper Fejzic bis in die Spitze in Person von Proschwitz machten die Löwen ihrem Namen keine Ehre. Aber, so wie ein schöner Tag noch keinen schönen Sommer macht, so ist eine Niederlage kein Zusammenbruch. Aber, die Mannschaft muss jetzt beweisen, dass Duisburg tatsächlich nur ein Ausrutscher war. In der regionalen Tageszeitung meldete sich die Mannschaft zu Wort und ließ verkünden, dass man die Niederlage verarbeitet habe und wisse, worauf es ankomme.

Mit Auswärtssieg Heimschwäche besiegen

Doch Spiele gewinnt man nicht in Interviews, sondern auf dem Rasen. Da dürfte das Spiel in der Pfalz, Beginn ist um 13 Uhr, gerade recht kommen. Denn in fremden Arenen scheint der Druck auf den Löwen geringer zu sein. Magdeburg und Jena, aber auch die vergangene Saison bestätigen das. Womit dann auch eines der wichtigen Probleme der Eintracht benannt ist – die aktuelle Heimschwäche.

Ganze vier Spiele gewann Blau-Gelb in der vergangenen Saison vor heimischem Publikum, und die beisherigen Spiele gegen 1860 München und Duisburg haben schonungslos offengelegt, Daheim klemmt`s. Christian Flüthmann hat das natürlich längst erkannt und in der Pressekonferenz vor dem Duisburg-Spiel verkündet, dass er genau daran arbeite – die Eintracht wie der zu einer Heimmacht zu entwickeln.

Wacklige Defensivreihen

Beide Trainer können am Sonntag zwar nicht aus dem Vollen schöpfen, müssen aber auch keinesfalls Trübsal blasen. Jeweils zwei Rekonvaleszenten befinden sich wieder im Mannschafttraining, kommen für einen Startelf-Einsatz aber wohl noch nicht in Frage. 1:1 sozusagen. Beide Teams, von den Wettbewerbern durchaus im erweiterten Favoritenkreis gesehen, wackeln noch in der Abwehr.

Gut möglich, dass Flüthmann daher Nkansah erst einmal auf der Bank Platz nehmen lässt. Für dürfte dann Ziegele seinen ersten Startelf-Einsatz in der Innenverteidigung verbuchen können. Ähnlich sieht es auch in der Spitze aus, wo Routinier Proschwitz bisher mehr enttäuschte als erfreute. Zwar kann er den Ball sicher annehmen, aber dann mangelt es Verwertbarem. Ein kongenialer Partner für schnelles Doppelpass-Spiel ist nicht in Sicht und das erfolgreiche Durchsetzen in 1:1-Situationen scheint auch (noch) nicht sein Ding zu sein. Und des einen Leid, ist des anderen Freud. Orhan Ademi wird sicher nichts gegen einen Startelf-Einsatz einzuwenden haben.

Auf „Koby“ kommt es an

Von besonderer Bedeutung aber ist vielmehr, wie Martin Kobylanski drauf sein wird. Seiner Gala in Magdeburg folgten leider keine weiteren glanzvollen Auftritte. Doch er ist der Spieler, der die anderen mit seinen taten mitreißen kann und soll. Was er aber nicht allein realisieren muss. Da ist ja auch noch ein Bernd Nehrig, der als „alter Hase“ Verantwortung tragen muss.

Ob Torwart Fejzic spielen kann, entscheidet sich wohl erst kurz vor Spielbeginn. Er ist erkrankt, aber guter Dinge, dass er bis Sonntag wieder auf dem Damm ist. Und wie geht das Spiel aus? Das ist die große Frage.

Unser Tipp – 1:1

In den Wettbüros ist man sich auch nicht sicher, wohin es geht. 36 % glauben an einen Heimsieg des FCK, 35 Prozent trauen der Eintracht den dritten Auswärtssieg zu, der Rest liebäugelt mit einem Remis. Wer uns fragt – Letzteres trifft ein. 

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