Nach der klaren 0:3-Niederlage gegen Duisburg hatte ganz Braunschweig ein großes Fragezeichen vor den Augen. Waren die drei Siege zum Auftakt der Drittliga-Saison lediglich ein Strohfeuer, oder würde die Eintracht auf dem Betze beim 1. FC Kaiserslautern wieder auf den Erfolgsweg zurück finden. Letzteres war der Fall. Nach 90 nicht unbedingt hochklassigen Minuten stand es 0:3. Torschützen für Braunschweig waren Feigenspan, Putaro und Proschwitz. Mit dem Sieg kletterte Blau-Gelb auf Rang drei der Tabelle, punktgleich mit dem Zweiten MSV Duisburg.

Die rund 700 mitgereisten Braunschweiger waren alles andere als überzeugt, dass die Löwen bei den Roten Teufeln drei Punkte holen könnten. Deren Überraschungserfolg im Pokal gegen Erstligist Mainz lag allen auf der Seele. Und als dann auch noch die Runde machte, dass Stammkeeper Fejzic wegen eines Infekts nicht spielen wird, sank die Stimmung weiter. Aber das war noch nicht alles. Robin Becker hatte sich schon in Braunschweig eine Schleimbeutelentzündung zugezogen und musste daher ebenfalls passen. Glück für Nkansah, der so zu seinem fünften Startelf-Einsatz kam.

Frühe Chancen für Eintracht

Mit einem 4-4-2 wollte Trainer Flüthmann dem FCK den Schneid abkaufen. Kessel, Ziegele, Nkansah und Kijewski hinten, Nehrig und Pfitzner davor, Bär und Feigenspan im offensiven Mittelfeld und Proschwitz und Kobylanski im Sturm. Und sie starteten schwungvoll. 

Bereits in der 4. Spielminute ein erster Versuch der Gäste, in Führung zu gehen. Doch Bär agierte noch zu ungenau. Eine Minute später versuchte Kobylanski sein Glück. Ebenfalls zu ungenau. Eintracht machte das Spiel und Lautern suchte den Weg, dem Druck zu entkommen.

In der 16. Minute war es erneut Bär, der eine Chance aber erneut nicht zu nutzen wusste, in der 18. erging es Feigenspan nicht anders. Doch die Löwen konnten den Druck nicht dauerhaft aufrecht erhalten. Nehrig und Co schalteten einen Gang zurück und prompt kamen die Gastgeber zu ihrer ersten Chance. In der 19. Minute musste Engelhardt im Tor sein ganzes Können aufbieten, um die Führung der Platzherren zu vereiteln.

Nun war die Partie ausgeglichen und ein wenig langweilig. Kurz vor der Halbzeitpause wieder aufregender Fußball. Erst musste Engelhardt erneut retten und in der 43. Minute rettete Nkansah den Braunschweiger das Unentschieden. So ging es mit dem 0:0 in die Kabine.

Eintracht im Glück

Nach dem Pausentee war klar, Kaiserslautern würde alles daran setzen, um endlich den ersten Heimsieg einzufahren. Eintracht schwamm. In der 49. Minute hätte Kühlwetter die Führung für den FCK auf dem Fuß. Aus kurzer Distanz hätte er den Ball ins leere Tor schieben müssen, lenkte den Ball aber am Pfosten vorbei ins Aus. Die Löwen schalteten blitzschnell um auf Angriff. Ein langer Pass auf Feigenspan, der allein auf Keeper Grill zulaufend den Ball aber kläglich verdaddelt. 

Die eigentliche Spielentscheidung verlief dann erst einmal unspektakulär. Für den angeschlagenen Kessel kam der junge Amade (52.), der frischen Wind mitbrachte. Ein Wechsel, der sich aber noch in besonderem Maße bemerkbar machen sollte. Doch vorerst ging es wenig dramatisch weiter. Mit der Einwechselung von Wiebe für Pfitzner verlagerten sich die Spielanteile wieder mehr zur Eintracht.

In der 70 Minute dann Amades geniale Aktion. Der junge Defensivspezialist hatte sich rechts keck frei gespielt und am langen Pfosten seinen Teamkollegen Feigenspan ausgemacht. In bester Spielmachermanier flankte er den Ball perfekt und punktgenau, so dass Feigenspan in aller Ruhe seinen Kopfball perfekt platzieren konnte – 0:1 (71.).

Als dann auch noch Putaro für Feigenspan kam (71.), war es mit der Ordnung beim FCK vorbei. Das nutzte Wiebe für einen genialen Pass in die Spitze auf Putaro, der Grill im FCK-Tor keine Chance ließ und das 0:2 erzielte. Als dann Schiedsrichter Tobias Welz in der 78. Minute einen Elfmeter für die Löwen anzeigte, war die Partie gelaufen, die Motivation der Gastgeber auf dem Nullpunkt. Denn nur der Unparteiische hatte ein vermeintliches Handspiel erkannt. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nun einmal nicht ins Maul.

Proschwitz trifft

Bemerkenswert vielleicht noch ein paar Sekunden vor dem Strafstoß. Kobylanski, laut Flüthmann erster Schütze, diskutierte vehement mit Proschwitz und überließ dem den Ball. Eine clevere Entscheidung. So kam der zu seinem ersten Tor und wer weiß, vielleicht ist der Knoten ja geplatzt.

Pressekonferenz nach dem Spiel in Kaiserslautern. Zwar sieht Christian Flüthmann (r.9 renst aus, doch innerlich dürfte er breit gegrinst haben.

Insgesamt war das Spiel eher durchschnittlich und der klare Sieg verkleistert ein wenig die Leistung der Braunschweiger. So glanzvoll wie das Ergebnis war das Spiel nicht. Kobylanski und Proschwitz konnten erneut nicht überzeugen und Pfitzner und Kessel kommen wahrlich nicht immer hinterher.

Nur gut, dass der Kader breit aufgestellt ist. Diesmal waren es vor allem Bär, der die Akzente setzte, Nehrig und ein fleißiger, wenn auch gelegentlich eigensinniger Feigenspan. Tadellos agierte Engelhardt im Tor und sollte so weitere Kritiker verstummen lassen. Mann des Tages für uns ganz klar Amade. Seine freche Spielweise war frisch und schön anzusehen. Man kann ihm nur die Daumen drücken, dass er jetzt häufiger zum Einsatz kommt.

Am kommenden Samstag gilt es gegen den Tabellenzwölften aus Würzburg endlich einmal zu Hause zu überzeugen. Mit etwas Mut könnte das Flüthmann mit den unverbrauchten, jungen Akteuren wie Amade und Otto einmal probieren.

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STIMMEN ZUM SPIEL:

Pfitzner und Kijewski in der Mixed-Zone:

Feigenspan und Amade:

Die Trainer in der Pressekonferenz:

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