Die Braunschweiger Löwen gingen in die Partie des 26. Spieltags der 2. Liga mit der gleichen Startaufstellung wie in der Vorwoche, das hat es in dieser Saison noch nicht gegeben. Aber trotz der neu gewonnenen Konstanz reichte es gegen den Tabellenzwölften SV Darmstadt nur zu einem 1:1. Dabei hatte die Eintracht die Chance, diese Partie für sich zu entscheiden. Weil Proschwitz in der 24. Minute einen Handelfmeter verschoss, und Kaufmann in der 48. Minute freistehend vor dem Tor aus sechs Metern das Kunststück fertigbrachte, über das Tor zu schießen. Aber ein Sieg wäre auch des Guten zu viel gewesen, denn auch die Lilien hatten beste Möglichkeiten, als Sieger gen Heimat zu fahren.

Dem Spiel war schnell anzumerken, dass sich beide Mannschaften erst einmal hinten sicher aufstellen wollten. Das gelang den Gästen aus Hessen ein wenig besser. Mit zwei Viererketten machte es Darmstadt den Platzherren schwer, ein gefälliges Spiel aufzubauen. Allzu schnell wurden die Spielzüge gestört.

Dazu kam, dass die Löwen diesmal etwas weniger druckvoll agierten und die Pässe einfach zu ungenau gerieten. Gäste-Coach Markus Anfang hatte seine Elf gut vorbereitet und dazu noch Glück. Denn eine Verletzung von Honsak während der Aufwärmphase öffnete Berko die Chance, sich und sein Können unter Beweis zu stellen. Was ihm eindrucksvoll gelang.

Ein ums andere Mal stellte er Wiebe auf der rechten Seite vor Probleme. Wie auch in der 13. Minute. Seinen Pass in die Mitte zu Palsson nutzte der, um mit einem fulminanten Schuss unter die Latte das 0:1 zu erzielen. Nach fünf Spielen ohne Gegentreffer musste Fejzic das erste Mal wieder den Ball aus dem Netz holen.

Fast so wie im Hinspiel, als die Lilien schnell aus dem 1:0 ein 4:0 machten. Doch die Fans der Löwen brauchten nicht lange zu zittern. In der 16. Minute konnte der SV den erneut hyper-aktiven Kaufmann nur mit einem Foulspiel von den Beinen holen. Dumm nur, dass das im Strafraum passierte. Schiedsrichter Timo Gerach zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Mit kurzem Anlauf ließ Proschwitz Gäste-Keeper Schuhen keine Chance und glich aus.

Proschwitz scheitert beim zweiten Elfer

Jetzt war die Partie deutlich offener. Beide Teams wagten mehr. Eine unübersichtliche Situation im Gäste-Strafraum endete mit einem strammen Schuss von Kroos aus 15 Metern auf das Tor. Der am Boden liegende Palsson bekam den Ball an den Arm und wieder zeigte Gerach auf den Punkt. Proschwitz nahm sich erneut den Ball, scheiterte diesmal aber an Schuhen. Der hatte allerdings deutlich weniger Mühen, an den Ball zu kommen als beim ersten Strafstoß.

Es schien fast so, als hemmte der Frust die Eintracht. Oder aber die Gäste nutzten das Momentum, um wieder mehr Spielkontrolle zu erlangen. Auf jeden Fall waren sie es, die bis zum Halbzeitpfiff das Geschehen kontrollierten. In der 27. Minute wehrte Fejzic per Fuss einen Schuss von Dursun ab, in der 36. Minute scheiterte Mehlem und in der 42. Minute fand Dursun erneut seinen Meister im Braunschweiger Zerberus.

Bemerkenswert für die erste Halbzeit ist die Tatsache, dass Schiedsrichter Gerach bereits fünfmal Gelb gezückt hatte. Dreimal für die Gäste (Holland, Höhn und Dursun), zweimal für Blau-Gelb (Proschwitz und Behrendt). Damit fällt der Winterzugang für die nächste Partie beim FC St. Pauli (Mo, 5.4. um 20.30 Uhr) aus.

Kaufmann verpasst Führung

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel schiens es, als wollten die Kontrahenten mehr Risiko wagen. Erst kamen die Gäste zu einer guten Chance (47.), dann die Löwen. Einen sehenswerten Spielzug hätte Kaufmann in der Mitte zur Führung nutzen müssen. Doch das Glück war ihm nicht hold. Aus sechs Metern drosch er die Kugel über das Tor (48.).

Davon ließen sich beide Mannschaften beeindrucken und schalteten einen Gang zurück. Außer verbitterten Zweikämpfen und einem weiteren Karten-Festival hatte die Partie bis zur 82. Minute nicht mehr viel zu bieten. Und ein paar Auswechselungen natürlich.

Diesmal eröffnete Daniel Meyer den Reigen. In der 74. Minute nahm er den diesmal schwächer spielenden Ji vom Platz und brachte dafür Bär. Was jedoch nicht zu einer gravierenden Änderung auf Seiten der Platzherren führte. Das änderte sich allerdings in der 79. Minute.

Kobylanski eingewechselt und gleich herrschte Torgefahr

Meyer holte Wydra vom Feld und stärkte die Offensive – mit Kobylanski. Und der brachte Schwung in die müden Offensivbemühungen der Löwen. In der 82. Minute passte er den Ball quasi von der Grundlinie in den Darmstädter Strafraum zu Proschwitz. Dessen Direktabnahme landete aber in den Armen von Schuhen. Zwei Minuten später versuchte es die Nummer 10 selbst. Aber seinem Flachschuss aus zehn Metern in zentraler Position war es nicht vergönnt, im Netz zu landen. Das verhinderte erneut Schuhen.

Wieder zwei Minuten später jubelten die Lilien nach einem kurzen Blackout der Platzherren. Skarke traf nur die Latte, aber den Abpraller drosch Berko ins Tor. Als dann beide Teams am Anstoßkreis auf den Pfiff des Schiedsrichters warteten, deutete der an, dass in Köln eine Überprüfung des Treffers erfolgte. Mit gutem Ende für Blau-Gelb. Berko stand zuvor klar und deutlich im Abseits.

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Meyer brachte noch Otto für „kaputten“ Kaufmann (89.), Anfang schickte Platte für Dursun auf das Feld (91.), doch keinem glückte noch der Lucky-Punch. Es bleib beim 1:1. Ein Ergebnis, das zu deuten, schwer fällt. Dem SV Darmstadt bescherte es den 32. Punkt, den Löwen den 26. Richtig weiter gebracht hat es aber wohl weder die einen noch die anderen.

Sandhausen verlor in Aue 0:2

Gelingt Osnabrück morgen im Heimspiel gegen St. Pauli ein Sieg, dann rutschen die Löwen wieder auf den Relegationsplatz ab. Nur gut, dass Sandhausen seine Partie in Aue nach dem Unentschieden zur Halbzeit noch verloren hat.

Jetzt sind es nur noch acht Spiele bis zum Saisonende. Fünfmal gilt es, auswärts anzutreten, dreimal im eigenen Stadion. Es bleibt eng. St. Pauli, Osnabrück, Fürth, Düsseldorf und Hamburg heißen die Gegner in der Fremde. Davon ist nur Osnabrück mit einer Heimschwäche belastet. Da sind Siege in den Heimspielen gegen Paderborn, Aue und Würzburg quasi eine Verpflichtung.

Und wer weiß, vielleicht reichen dieses Jahr auch weniger als 40 Punkte für den Klassenerhalt?

Löwen-Bewertung:

Fejzic im Tor in guter Verfassung, Wiebe auf der rechten Verteidigerposition zeigte nicht seine beste Partie, Behrendt im Zentrum auch nicht, Diakhité gewohnt solide und Klaß auf der linken Außenposition ebenfalls mit Licht und Schatten.

Die beiden 6-er, Wydra und Nikolaou haben schon besser harmoniert, zeigten aber erneut, dass sie in der Liga Maßstäbe setzen. Etwas glücklos manchmal ihre Offensivbemühungen. Aber die Beiden sind gesetzt.

Im Mittelfeld konnte Ji diesmal nicht überzeugen und konnte glücklich sein, dass er bis zur  74. Minute auf dem Platz bleiben durfte. Kroos im Zentrum war erneut sehr fleißig, hatte diesmal aber auch weniger geniale Momente. Er rückte mit der Einwechselung von Kobylanski von der 10 ins defensive Mittelfeld. Bester Mann im Mittelfeld Kaufmann. Wie der sich die Lunge aus dem Leibe ackert, das ist a la bonheur. Zwar spielte Kobylanski nur wenige Minuten, machte aber deutlich, dass er eigentlich in der Offensive unverzichtbar ist.

Sturm-Entertainer Proschwitz wie immer sehr präsent, forderte den Ball, fand aber aber leider zu selten den mitspielenden Partner.

Insgesamt war die Partie nicht der Löwen stärkster Auftritt. Andererseits war es bereits die fünfte Partie in Folge ohne Niederlage. Ach, dann ist da ja noch aufzuklären, wer die weiteren gelben Karten bekam. In der 50. Minute war das Nikolaou, in der 63. Wiebe, in der 72. Wydra und Meyer sowie Kroos in der 78. Sieben Gelbe, das dürfte in die Annalen des Klubs eingehen.

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