Es hat nicht sollen sein. Eintracht Braunschweig überstand diesmal zwar die erste Viertelstunde ohne Gegentor, verlor am Ende aber doch deutlich mit 0:3 gegen die beste Auswärtsmannschaft der 2. Liga, die Spielvereinigung Greuther Fürth. Damit bleibt die Eintracht weiter im Keller, kann morgen sogar wieder auf den Relegationsplatz abrutschen. Nämlich dann, wenn es dem SV Sandhausen gelingt, gegen Tabellenführer Kiel unentschieden zu spielen oder gar zu gewinnen.

Nach der unnötigen gelb-roten Karte für Marcel Bär in Paderborn, musste Eintracht-Trainer Daniel Meyer zum wiederholten Male umdenken. Für Kobylanski, Bär und Schlüter liefen diesmal Wiebe, Schwenk und Otto auf.

Und die Eintracht startete konzentriert. Schon früh ein erster Versuch, die Gäste unter Druck zu setzen. Doch die Ecke von Kroos endete nicht mit einem durchaus berechtigten Elfmeter. Stach hatte Proschwitz im Strafraum gehalten, doch Schiedsrichter Robert Hartmann sah in dem Verhalten kein regelwidriges Verhalten. Es sollte nicht die einzige Fehlentscheidung des insgesamt schwachen Referees bleiben. Dass aber auch der Videoschiedsrichter in Köln nicht eingriff, wirft die Frage auf, welchen Zweck diese Funktion eigentlich haben soll?

Diesmal kein frühes Gegentor

Die Spielvereinigung Greuther Fürth, von der man erwartet hatte, dass sie die bekannten Braunschweiger Start-Schwierigkeiten nutzen würden, überraschend passiv. Zwar ließen die Kleeblätter den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen, waren auch technisch ihrem Kontrahenten überlegen, aber für gefährliche Aktionen reichte es nicht. Trotz eines Ballbesitzes von über 70 Prozent in Durchgang eins.

Marc Pfitzner und Benjamin Kessel auf der Tribüne
Ex-Löwe Marc Pfitzner und Noch-Löwe Benjamin Kessel waren vor Spielbeginn optimistisch und freuten sich auf das Spiel.                                                                                                  Foto: Schnelle/Rundschau

Was aber seinen Grund auch darin hatte, dass die Löwen sehr diszipliniert verteidigten. Wydra, Nikolaou und Ziegele hatten das Spiel unter Kontrolle, ließen nichts anbrennen. Nur in der 19. Spielminute brannte es lichterloh im Braunschweiger Strafraum. Einen Freistoß von Green köpfte der agile Ex-Löwe Havard Nielsen knapp neben das Tor.

Ab der 23. Minute kamen die Gäste besser ins Spiel. Aber turbulent wurde es nur auf der Haupttribüne, wo Offizielle aus Fürth mit lautem Brüllen die Situation anheizten. Doch die Ordner beruhigten die Gemüter auf beiden Seiten, so dass wieder der sportliche Aspekt in den Fokus gelangte.

Viermal Gelb im ersten Durchgang

In der von vielen Nickligkeiten geprägten Partie verteilte Schiedsrichter Hartmann viermal Gelb.  Green auf Seiten der Gäste erhielt eine Verwarnung, Kammerbauer, Otto und Schwenk auf der anderen Seite.

Ansonsten waren die Offensivbemühungen der Platzherren einmal mehr mangelhaft. Einzig nennenswerte Aktion ist der von Kaufmann in der 34. Minute verdaddelte Ball. So ging es mit dem 0:0 in die Kabinen.

Nur fünf Minuten nach dem Wiederbeginn fiel quasi die Vorentscheidung der Partie. Einen banale Pass in den Strafraum wehrte Wydra etwas ungeschickt genau vor die Füße von Ernst ab. Der bedankte sich mit einem trockenen Flachschuss ins Tor – 0.1.

Jetzt waren die Löwen unter Druck und hätten ihre Comeback-Qualitäten beweisen können, müssen. Aber an diesem Samstag reichte es nicht. Die Fürther waren zu clever, als dass da mehr hätte herauskommen können. Die brachten bereits in der 62. Minute zwei frische Kräfte, Meyerhöfer und Abiama, um das Spiel zu kontrollieren.

Meyer erkannte die Lage und wechselte sechs Minuten später gleich drei Spieler ein. Für den agilen, aber wenig effizienten Otto kam Kobylanski, für den fleißigen aber glücklosen Schwenk lief Abdullahi auf und für den diesmal weniger griffigen Kaufmann kam Schlüter. Eine Maßnahme, die das Spiel der Eintracht nachhaltig beflügelte.

Abdullahi verpasst den Ausgleich

Gleich in seiner ersten Aktion deutete Kobylanski an, wo es seiner Auffassung nach lang gehen sollte, doch sein Schuss aus acht Metern nach einer herrlichen Flanke von Schlüter, stellte für Burchert im Tor der Gäste kein Problem dar. Unmittelbar danach ging von Kobylanski, der auf der rechten Seite Abdullahi mit einem weiten Pass auf die Reiseschickte, die nächste Gefahr aus. Jedoch versagten „Mani“ die Nerven. Allein vor Burchert reagierte er unbeholfen. Eine Chance, die man gegen Top-Mannschaften wie Fürth keinesfalls liegen lassen darf.

Eintracht drückte, Fürth konterte. Und wie. In der 75. Minute versetzten Raum, der sich auf der rechten Braunschweiger Seite durchgesetzt hatte, und der eingewechselte Abiame, der die Flanke problemlos einnetzen konnte, der Eintracht den Todesstoß. So einfach kann Fußballspielen sein.

Und es war sichtbar, dass Blau-Gelb nicht mehr an die Wende glaubte. Für den nach einem Zusammenpraller mit Stach verletzte Wydra kam noch Ben Balla und in der 90. Schultz für Kroos. Den dritten Treffer durch den eingewechselten Kehr konnten aber auch sie nicht verhindern.

Eintracht Braunschweig konnte sich auch im dreizehnten Spiel nicht befreien. Dem Achtungserfolg in Paderborn folgte wieder ein Rückschlag, der einmal mehr bewies, dass es dem Aufsteiger an spielerischen Qualitäten mangelt. Einsatzwille, Kampfbereitschaft stimmen, aber damit ist ein Top-Team aus der 2. Liga nicht zu bezwingen. Da müsste der Gegner schon einen raben-schwarzen Tag erwischen. Denn hatte Fürth aber wenige Tage zuvor Zuhause gegen Darmstadt (0:4) schon „verbraucht“.

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Jetzt gilt es noch, gegen Borussia Dortmund anzutreten

Für die Eintracht steht jetzt noch das DFB-Pokalspiel gegen den Erstligisten Borussia Dortmund auf dem Programm (Dienstag um 20 Uhr). Die Partie wird von Sport1 frei übertragen. Begeisterung will in Braunschweig nicht so richtig aufkommen. Dass den Löwen erneut eine Überraschung wie gegen Hertha BSC Berlin gelingt, daran mag nach den Spielen im Dezember keiner so richtig glauben. Zu begrenzt scheinen die Mittel.

Deutlich spannender ist vielmehr die Frage, ob der Verein seinen Anhang in der kurzen Winterpause, Wiederbeginn ist bereits am 3. Januar bei Erzgebirge Aue (Anpfiff 13.30 Uhr), mit nennenswerten Zugänge begeistern will und wird? Ob Manager Peter Vollmann bereits Gespräche mit potenziellen Verstärkungen geführt hat oder demnächst führen wird, darüber ist wenig bis nichts durchgesickert.

Wenn, dann sollte es sich aber um Spieler handeln, die derzeit bei Erstligisten nicht zum Zug kommen. Zweitliga-Akteure aus der zweiten Reihe dürften kaum zu einer nachhaltigen Leistungssteigerung beitragen können. Und vereinslosen Spielern fehlt oft die Spielpraxis, ganz zu schweigen vom Trainingsrückstand, den sie naturgemäß mitbrächten. Von weihnachtlicher Besinnlichkeit kann bei der Eintracht also kaum die Rede sein. Nun, wenn es dem Klassenerhalt dient, soll es uns ausnahmsweise recht sein, oder?

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