Eintracht Braunschweig kassierte am 8. Spieltag der 2. Liga die erste Heimniederlage. Gegen den Tabellennachbar Karlsruher SC hieß es am Ende 1:3. Anders als in den bisherigen Spielen hatten die Löwen am Ende nicht das Glück des Tüchtigen und rutschten auf Rang 15 ab. Holt der 1. FC Nürnberg am Montag einen Punkt in Osnabrück, geht es sogar noch einen Platz runter.

Daniel Meyer wechselte im Vergleich zum 2:2 in Sandhausen auf einer Position. Für den zuletzt weniger effizienten Ben Balla kam Kammerbauer, der in Sandhausen nach seiner Einwechslung stark aufspielte.

Die Anfangsminuten gehörten eindeutig dem KSC, der Ball und Gegner laufen ließ. Offensichtlich hatte Gäste-Trainer Christian Eichner seine Elf gut auf die Eintracht eingestellt. Es dauerte gut zehn Minuten, bis auch die Platzherren im Spiel waren. Doch das Spiel der Blau-Gelben erfuhr schnell einen Dämpfer. Einen Choi-Schuss aus gut 17 Metern fälschte Ziegel mit dem Kopf zur Gäste-Führung ab.

KSC führt – Eintracht verunsichert

Und der KSC drückte weiter. In der 18. Minute waren die Badenser nur mit einem Foul zu stoppen. Den Freistoß nutzte der agile Wanitzek zum 2:0. Eintracht in der Folgezeit verunsichert und schaffte es kaum, sich mit genauem Passspiel dem Druck zu entziehen. Und die lang geschlagenen Bälle waren zu ungenau oder landeten gleich beim Gegner. So waren Chancen naturgemäß Mangelware.

In der 29. Minute hätte Karlsruhe gar auf 3:0 erhöhen können, doch Nikolaou verhinderte den Treffer in letzter Sekunde. Im Gegenzug dann der völlig überraschende Anschlusstreffer. Proschwitz zog nach kurzer Drehung aus gut 20 Metern trocken ab und traf ins rechte untere Eck. Alles andere als verdient, aber wer fragt schon danach?

Nick Proschwitz jubelt über seinen Anschlusstreffer
Nick Proschwitz jubelt über seinen Anschlusstreffer zum 1:2.                                            Fotos: Susanne Hübner

Wer weiß, was gewesen wäre, wenn Schwenk in der 31. Minute, nach schöner Vorarbeit von Schlüter, nicht zulange überlegt und gleich geschossen hätte? Wer sich wenig Chancen erspielt, tut gut daran, diese dann auch zu nutzen.

Lattenkracher durch Kroos

Der Braunschweiger Anhang hoffte jetzt auf eine starke zweite Halbzeit der Platzherren. So wie in den vergangenen Spielen. Und eine Weile sah es auch so aus, als könnten die Löwen das umsetzen. In der 56. Minute knallte Kroos einen Freistoß aus 21 Metern ans Lattenkreuz, und in der 62. Minute verpassten gleich zwei Braunschweiger einen Querpass von Kaufmann. Ausgang dieser Situation war der clevere Ballgewinn von Wiebe im Mittelfeld.

Aber der KSC war an diesem Tag einfach clever und effektiv. Im Gegenzug nutzten die Badenser eine Schwäche der Löwen eiskalt zum 3:1 durch Choi. Der wurde vom Ex-Braunschweiger Philipp Hofmann perfekt bedient. Der war im übrigen oft nur mit körperlicher Härte zu stoppen. So hatte man den Stürmer in Braunschweig leider eher selten agieren sehen.

Drei auf einen Schlag

Mit dem 3:1 war die Partie quasi gelaufen. Eichner brachte in der 68. Minute zwei frische Kräfte, weil er der bekannten Stärke der Braunschweiger, nämlich späte Tore zu erzielen, einen Riegel vorschieben wollte. Daniel Meyer reagierte und brachte in der 72. Minute gleich drei frische Kräfte. Ben Balla kam für den diesmal nicht ganz so starken Kammerbauer, Otto für den glücklosen Schwenk und Bär für den erneut eher blassen Kaufmann.

Doch dem Spiel des Gastgebers verlieh das kaum Impulse. Eintracht entwickelte zu wenig Druck und einmal mehr machte sich das Fehlen eines motivierenden Denkers und Lenkers im Mittelfeld bemerkbar.  Kroos, dem diese Aufgabe am ehesten zugekommen wäre, ließ seine Klasse einmal mehr vermissen.

Daniel Meyer brachte dann in der 84. Minute noch Putaro für Ziegel, aber auch das konnte keine Chance herausbeschwören. Und der späte Wechsel von Kupusovic für Proschwitz hatte nur noch kosmetischen Charakter. Am Ende blieb es bei dem 1:3 aus Braunschweiger Sicht. Die bessere Mannschaft, die cleverere, die effizientere hatte verdient gewonnen. Platz 10 war der verdiente Lohn.

Eintracht hat die zweitschlechteste Abwehr

Der Eintracht und ihrem Trainer blieb nur die Erkenntnis, dass Bemühen allein nicht reicht. Mit nunmehr bereits 17 Gegentoren hat Eintracht die zweitschlechteste Abwehr. Nur die Kickers aus Würzburg haben mit 18 Toren noch mehr kassiert.

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Vor allem im Mittelfeld mangelte es an einer Führungskraft. Leider gelingt es Felix Kroos nicht, diese Lücke zu füllen. Zwar hat er seine guten Momente, aber gelegentlich sieht es so aus, als trabe der 29-jährige Mittelfeldspieler unmotiviert über das Spielfeld. Von einem Akteur seiner Klasse kann und darf man mehr erwarten.

Die Löwen waren bemüht, das kann ihnen niemand abstreiten. Doch Bemühen allein reicht in der 2. Liga nicht aus. Auch darauf zu bauen, dass man spät glückliche Tore erzielt, geht nicht wirklich auf. Und das Fehlen von Kobylanski schmerzt da schon sehr.

Ob der Techniker am Freitagabend in Darmstadt dabei sein kann, darf oder muss bezweifelt werden. Er könnte nämlich einer der drei auf Sars-CoV2 positiv getesteten Akteure der Eintracht sein. Die befinden sich aktuell natürlich in Quarantäne. Wann die offiziell endet, ist derzeit unbekannt.

Jetzt nach Darmstadt, dann kommt St Pauli

Hoffnungsschimmer aus Braunschweiger Sicht ist die Tatsache, dass die Lilien Zuhause bisher schwächeln. Im eigenen Stadion gab es in drei Spielen noch keinen Dreier. Im letzten Heimspiel unterlag die Elf von Trainer Markus Anfang mit 0:4 gegen den SC Paderborn.

Eine Woche später kommt es im Eintracht-Stadion zum Duell mit dem FC St. Pauli (5.12.). Die Hamburger haben alles andere als einen Lauf. Zum einen verloren sie heute in Paderborn 0:2, und zum anderen warten die Kiez-Kicker seit dem zweiten Spieltag auf ihren zweiten Sieg. Keine Frage, da geht es schon um so etwas wie die Wurst.

Daniel Meyer hatte in der Pressekonferenz vor dem KSC-Spiel gesagt, dass man Ende Dezember eine erste Trend-Einschätzung vornehmen könne, wo es für die Löwen lang ginge. Gut möglich, dass Manager Vollmann dann schon Gespräche mit möglichen Verstärkungen für Blau-Gelb geführt hat. Denn letztlich dürfte es jedem klar sein, dass die Liga zu halten die bessere Lösung darstellt, als das Risiko eines erneuten Abstiegs in Liga 3 zu riskieren.

Gelbe Karten: Wiebe und Otto, jeweils die erste.

Schiedsrichter: Patrick Hanslbauer aus Franken

 

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