Same procedure as every match, möchte man sagen. Auch am 35. Spieltag in Liga 3 behielt Eintracht Braunschweig eine saubere Weste. Beim abstiegsbedrohten Chemnitzer FC holten sich die Niedersachsen drei weitere Punkte für den Aufstieg in Liga 2. Nach durchschnittlichen 93 Minuten hieß es 1:2 für die Löwen. Torschützen waren Nkansah und Biankadi. Wenigstens für einen Tag schauen sich die Löwen das Geschehen vom Platz an der Sonne an.

Mike Feigenspan jubelt über sein zweites Tor
Mike Feigenspan, der den CFC im Hinspiel mit seinen beiden Toren quasi im Alleingang „erledigt“ hatte, hier feierte er seinen zweiten Treffer, fehlte diesmal verletzungsbedingt. Foto: Agentur Susanne Hübner

Für Eintracht-Coach Marco Antwerpen war klar, die Begegnung in Chemnitz wird ein ganz harter Brocken. Der CFC steht mit dem Rücken zur Wand und alles andere als ein Sieg verschärft die Situation, das Zwickau nur auf Ausrutscher lauert und die Plätze tauschen möchte. Auf sechs Positionen änderte er daher seine Startelf. Wie gehabt. Für Kessel, Burmeister, Becker, Nehrig, Kammerbauer und Bär laufen Nkansah, Fürstner, Putaro, Schwenk, Wiebe und Pfitzner auf.

Nkansah trifft per Kopf

Der Beginn aus Braunschweiger Sicht recht verhalten, eher abwartend. Aber wie in den vergangenen Spielen auch, bewies Blau-Gelb, dass ein hellwacher Moment ausreicht. Kobylanski schlenzte einen Freistoß von der rechten Außenlinie in den CFC-Strafraum, wo Nkansah ohne große Gegenwehr zum überraschenden 0:1 einköpfen konnte. Da hatte die Abwehr der Gastgeber kurze Zeit die Übersicht verloren, und die Eintracht nutzte das eiskalt aus.

Mit Hosiners Lattentreffer in der 11. Minute legte Chemnitz den letzten Respekt ab und drückte die Gäste phasenweise in deren Hälfte ein. Zwar zeigte Braunschweig die bessere Spielanlage, aber Chemnitz fightete sich in die Partie.

Biankadi erhöht auf 0.2

Doch als die Gäste in der 37. Minute durch Biankadi nachlegten, schwante den Fans, die vom benachbarten Parkplatz eines Supermarktes das Spiel verfolgten, Böses. Zwar hatte der agile Bonga in der 40. Minute die nächste Chance zum Anschlusstreffer, scheiterte aber am erneut glänzenden Engelhardt. In der 42. Minute verfehlte Reddemann das Tor, in der 43. machte es Pourié nicht besser. So ging es mit 0:2 in die Kabinen. Ein Ergebnis, das aufgrund der größeren Cleverness der Niedersachsen vollauf in Ordnung ging.

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Dass die Platzherren mit dem Wechsel zu einem Sturmlauf ansetzen würden, durfte man so erwarten. Marco Antwerpen wird seine Mannschaft demzufolge in der Pause darauf eingeschworen haben, den Schwerpunkt der Arbeit auf die Defensive zu legen. So, wie in den vergangenen Spielen eben auch.

Abwehrschlacht in Chemnitz

So verlief der zweite Durchgang quasi wie die vergangenen auch. Eine Mannschaft spielt, verwertet aber ihre Chancen nicht, die andere wirft sich in jeden Ball und hat das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite. Doch dass die Rechnung aufging, war erst in der 96. Minute klar.

Vor allem deshalb, weil Hoheneder in der 69., Minute den Ball ins linke obere Eck schlug und so für die zweite Luft bei seinen Mannschaftskameraden sorgte. Vor allem Engelhardt im Tor der Löwen war der Garant für den Erhalt der Führung. In der 71. Minute lenkt er einen strammen Schuss von Tallig ins Aus.

Was jetzt bis zum Abpfiff folgte, was spannend, aber alles andere als sehenswert. Chemnitz drückte, holte die Brechstange heraus, und Eintracht konnte sich nicht mehr vom Druck befreien. Die Löwen kämpften, rannten, hauten raus, doch ehe man sich versah, war der Ball schon wieder am eigenen Strafraum. Vor allem Bonga gab der Eintracht Defensive viele Rätsel auf. Und mit zunehmender Dauer kam Schlüter einfach nicht mehr mit. Auch der frische Becker, der im Übrigen seine zehnte Gelbe Karte sah, wodurch er am Samstag gesperrt ist, hatte seine liebe Mühe.

Daran änderten auch die frisch eingewechselten Kammerbauer (kam in der 72. Minute für Pfitzner), Kessel (72. für Fürstner), Becker (78. für Schlüter) und Otto (78. für Putaro) nichts ändern. Eintracht Braunschweig wankte wie Rocky durch den Ring, fiel aber nicht.

Nicht schön, aber effizient

Alle Spielwerte zeigen den CFC vorn. Ballbesitz, Ecken (10:4 für CFC), Chancen (14:4 für den CFC), aber so effektiv wie die Eintracht derzeit auftritt, darf man zu Recht mit dem Aufstieg liebäugeln. Auch dann, wenn Marco Antwerpen davon nichts hören will. Sicherlich ist immer das nächste Spiel das wichtigste, doch eine lange Saison hat letztlich für jedes Team ein Ziel – den Platz an der Sonne. Und der ist für Braunschweig in Reichweite! Also, zugreifen, ihr Löwen.

Doch am Ende ist es völlig egal, wie die Punkte geholt werden. Eintracht ist aktuell Tabllenerster mit 61 Punkten. Noch werden neun Punkte verteilt. Am kommenden Samstag wartet der nächste sächsische Abstiegskandidat, Zwickau, auf die Eintracht.

Stimmen zum Spiel:

Ch. Tiffert, Co-Trainer Chemnitz: Was soll man der Mannschaft nach solch einer Leistung für Vorwürfe machen. Sie haben gekämpft, haben sich zweistellig Chancen erspielt, zwei Fehler gemacht, zwei Tore kassiert. Das ist bitter. Aber unter dem Strick haben wir ein richtig gutes Spiel gezeigt.

Marco Antwerpen: Wir haben gewonnen, der Plan ist aufgegangen. Ich bin stolz und sehr, sehr zufrieden.

 

 

 

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