Im vierten Spiel in Folge blieben die Braunschweiger Löwen ohne Gegentreffer. Allerdings reichte es beim Tabellenfünften Karlsruher SC auch nicht für einen eigenen. So trennten sich beide Teams 0:0. Leistungsgerecht. In der 90. Minute hatten die Niedersachsen das Glück auf ihrer Seite. Schiedsrichter Florian Heft hatte nach einer undurchsichtigen Situation schon auf den Elfmeterpunkt gezeigt, wurde aber vom Video-Referee „zurück gepfiffen“. Der hatte nach langer, langer Überprüfung eine Abseitsposition vom Ex-Braunschweiger Hofmann erkannt. Für die TV-Zuschauer nicht erkennbar.

Daniel Meyer vertraute seiner Startformation der vergangenen Wochen, brachte nach abgesessener Gelb-Sperre Wydra wieder an die Seite von Nikolaou. Für ihn musste Bär wieder auf der Bank Platz nehmen.

Der KSC versuchte die Gäste früh unter Druck zu setzen. In der 4. Minute hatte Fejzic im Tor Glück, dass sein Abschlag, der von Hofmann geblockt wurde, nicht im eigenen Tor landete. Die Braunschweiger schüttelten sich nach fünf Minuten und übernahmen ihrerseits immer mehr Kontrolle. Vor allem Kaufmann trieb seine Löwen immer wieder vorwärts. In der 7. Minute verfehlte seine erst Kross seine Flanke von rechts, dann hatte Wanitzek sein Schienbein vor Proschwitz am Ball.

Starker Kaufmann-Auftritt

Zwei Minuten später die gleiche Situation. Kaufmann von rechts, Proschwitz per Kopf, drüber. Eintracht glänzte in dieser Phase mit mehr Ballbesitz und deutlich besserer Zweikampfquote als der favorisierte KSC. Der hatte in der 16. Minute die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Heise zirkelte einen Freistoß zu Kobald, dessen Kopfball Fejzic akrobatisch zur Ecke lenkte.

Dann wurde es erst einmal ruhiger im Wildparkstadion. Beide lieferten sich spannende Zweikämpfe im Mittelfeld, aber beide Abwehrreihen standen sicher. In der 31. Minute wurde es kurzfristig hektisch. Binnen drei Minuten musste Fejzic die Unordnung seiner Vorderleute verarbeiten. Dreimal machte er gute Möglichkeiten der Platzherren durch Wanitzek, Amaechi und Choi zunichte.

Im ersten Durchgang war nicht zu erkennen, dass die Eintracht das schwächste Auswärts-Team der Liga sind. Behrendt und Diakhité agierten zwar nicht fehlerfrei, ließen aber im Großen und Ganzen nichts anbrennen, Wydra und Nikolaou hatten „ihr“ Spielfeld ebenfalls unter Kontrolle und vorn sorgte Kaufmann für Nadelstiche.

Philipp Hofmann in Aktion
Philipp Hofmann spielte 1,5 Spielzeiten für die Löwen, konnte aber nicht überzeugen. Beim KSC entwickelte er seinen Marktwert dann von 500.000 Euro auf 1,7 Millionen Euro. Gegen die Eintracht glänzte er mit Fleiß, blieb aber torlos.                                                                  Foto: Rundschau

Aus der Halbzeitpause kamen beide Mannschaften ohne Wechsel. Und dass, obwohl Behrendt wie schon in der Vorwoche, gelbbelastet war. Die Frage war jetzt, wer würde mehr Risiko wagen? Karlsruhe brauchte den Dreier, um Druck auf die vorderen Positionen auszuüben, und die Gäste, um die Distanz zu wahren.

Ji vergibt 100-prozentige Chance

In der 55. Minute sah es so aus, als würde das Momentum auf die Seite der Braunschweiger kommen. Ji und Proschwitz spielten die KSC-Abwehr schwindelig, aber Ji verfehlte am Ende das Tor um ein paar Zentimeter. Das Tor hätte der erstliga-erfahrene  Mainzer machen müssen.

KSC-Coach Christian Eichner reagierte sofort und stärkte seine Offensive. Für Amaechi und Batmanz kamen Goller und Lorenz (57.). Richtig bemerkbar machte sich die Maßnahme jedoch nicht. Sein Gegenüber Meyer, der sein Wechselkontingent in den letzten Wochen nicht mehr ausschöpfte, blieb seiner Linie treu. Bär kam für den ausgepowerten Ji (65.) und Schwenk für Kaufmann (72.). Die Einwechselung von Otto für Proschwitz in der 95. Minute hatte sicherlich andere Gründe als spielerische.

Kurz vor seiner Auswechselung hätte Kaufmann alles klar machen können. Doch statt abzuspielen versuchte er es allein – und scheiterte. So wie zwei Minuten später Proschwitz mit einem Kopfball. Es sollte nicht sein an diesem Tag.

Aber auf Seiten des KSC sah es nicht besser aus. In der 69. Minute fehlte Goller die letzte Konsequenz oder das nötige Quentchen Glück. Es roch nach einem torlosen Unentschieden. Bis zur 91. Minute. Da zeigte Schiedsrichter Heft auf den Elfmeterpunkt. Er hatte ein Foul von Kroos gesehen, der einem Gegenspieler auf den Hacken trat. Hofmann legte sich den Ball auf den Punkt und musste warten, weil sich der Videoschiedsrichter in Köln eingeschaltet hatte. Und der brauchte lange bis zu seiner Entscheidung. Die lautete letztlich Abseits. Sehr zu Erleichterung der Gäste aus Braunschweig.

Im Keller alles beim Alten

Das Unentschieden geht im Grunde in Ordnung. Zwar waren die Löwen mindestens ebenbürtig, hatten die bessere Zweikampfquote auf ihrer Seite, waren aber unter dem Strich nicht abgebrüht genug.

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Da auch der VfL Osnabrück und Sandhausen unentschieden spielten, blieb die Situation im Keller unverändert. Das Spiel der Würzburger bei Hannover 96 wurde coronabedingt abgesagt.

Für die Löwen geht es am 20. März weiter mit einem Heimspiel gegen den SV Darmstadt, der mit einem 4:1 gegen Aue einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt ablieferte. Eine Niederlage in Braunschweig würde den Abstand aber auf drei Punkte reduzieren. Keine Frage, das ist der nächste Thriller im Abstiegskampf. Und die Darmstädter dürften jetzt schon daran tüfteln, wie sie die stabile Braunschweiger Abwehr überwinden können. Viermal zu Null, acht Punkte aus vier Spielen, das ist ein klares Statement.

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