Mit einem verdienten 4:1-Erfolg über den KFC Uerdingen gab Drittligist Eintracht Braunschweig nach der blamablen Niederlage in Würzburg eine deutliche Antwort und rehabilitierte sich. Martin Kobylanski war der Mann des Tages vor 16.100 Zuschauern. Zwei Tore erzielte er selbst, eins bereitete er vor. Damit bleiben die Löwen oben dran und müssen nun am Montag (9. März) in Rostock bei Hansa beweisen, dass aus der launischen Diva eine Mannschaft mit klaren Zielen geworden ist.

Trainer Marco Antwerpen hatte bereits mit der Aufstellung Hoffnungen geweckt. Während mit Kessel, Becker, Burmeister und Kijewski das erwartete Abwehrbollwerk auflief, präsentierte sich das Mittelfeld gleich mit drei eher offensiven Mitteldfeldakteuren: Kobylanski, Bär und Biankadi. Den defensiven Part übernahm Kammerbauer vor der Abwehr. Im Angriff vertraute Antwerpen auf Proschwitz und Pourié.

Kessel schwer verletzt

Beide Teams machten von Beginn an deutlich, dass sie ihrem Gegner keinen Meter Raum freiwillig überlassen wollten. Und die Zuschauer mussten auch nicht lange auf den ersten Aufreger warten. Rodriguez erwischte bei einer missglückten Abwehr Kessel mit dem Fuß am Kopf. Der blieb liegen und musste wenig später mit Verdacht auf Jochbeinbruch vom Platz getragen werden (13. Minute). Den fälligen Freistoß aus 18 Metern verwandelte Martin Kobylanski direkt zum 1:0.

Für den verletzten Kessel kam Robin Ziegele. Becker rückte auf den rechten Außenverteidigerposten, Ziegele an die Seite von Burmeister in die Innenverteidigung. Die Löwen waren hellwach und motiviert. Es war zu spüren, dass die Mannschaft eine deutliche Antwort auf die katastrophale Leistung in der ersten Halbzeit in Würzburg abliefern wollte. Mit der frühen Führung im Rücken gewannen die Aktionen immer mehr an Sicherheit.

Die Löwen spielten abgeklärt, lockten die Gäste mit Querspiel und Rückpässen aus der eigenen Hälfte. Das klappte recht gut und schaffte Räume. In der 25. Minute blockte Osawe einen Schuss mit der Hand und Eintracht bekam die Chance, per Elfmeter auf 2:0 zu erhöhen. Kobylanski behielt einen klaren Kopf, täuschte Torwart Königshofer und schob den Ball cool ins linke, untere Eck.

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So ein Kobylanski, so wunderbar wie heute …

Der KFC fand einfach kein Mittel gegen die aufmerksamen, spielfreudigen Braunschweiger. Hier zeichnete sich vor allem Martin Kobylanski aus. Mit so einer Leistung dürfte sich der charismatische Techniker eindrucksvoll zurückgemeldet haben. Kaum vorstellbar, dass Trainer Antwerpen in den kommenden Spielen auf ihn in der Startelf verzichten könnte.

Denn dem 3:0 in der 32. Minute durch Proschwitz ging eine schöne Vorarbeit von Kobylanski voraus. Königshofer konnte nur Abklatschen und Proschwitz ließ sich nicht lange bitten. Und der Braunschweiger Anhang bekam noch ein Schmankerl geboten. In der 48. Minute fiel Proschwitz erneut ein Abpraller vor die Füße, doch Schiedsrichter Max Burda verweigerte dem Tor jedoch die Anerkennung. Er hatte eine Abseitsposition erkannt.

Unter dem Strich war die Halbzeitführung völlig verdient. Eintracht hatte Uerdingen schlicht und ergreifend den Schneid abgekauft. Was, wenn man berücksichtigt, dass der KFC-Kader nach Bayern München der wertvollste in Liga 3 ist, sehr wohl beachtlich ist.

Daniel Steuernagel, Trainer des KFC, blieb nichts anderes übrig, als neue Kräfte zu bringen. Mit Wiederanpfiff kamen Christian Kinsombi für den überforderten Edvinas Girdvainis und Franck Evina für Adriano Grimaldi. Was durchaus Wirkung zeigte. In der 47. Minute war die Löwenabwehr gleich zweimal nicht im Bilde, hatte aber Glück, dass die Abteilung Attacke der Gäste weiterhin keine Durchschlagskraft entwickelte.

Biankadi trifft erneut

Ganz anders Blau-Gelb. Eine tolle Vorarbeit von Proschwitz verwandelte der frei stehende Biankadi in der 51. Minute zum vorentscheidenden 4:0. Einer geht noch, einer geht noch rein, skandierten die Fans in der Südkurve. Doch daraus wurde nichts.

Was einfach daran lag, dass die Eintracht die Zügel schleifen ließ, weniger Zugriff bekam und weniger Kampfkraft in die Waagschale warf. Die Zuschauer atmeten tief durch, als Boubacar Barry in der 57. Minute einen Ball auf die Latte des Braunschweiger Tores setzte. Zehn Minuten später die nächste Schrecksekunde für den blau-gelben Anhang. Diesmal rettete Ziegele quasi auf der Linie (67.). In der 77. Minute war es dann aber so weit. Der KFC verkürzte auf 4:1, Torschütze war der eingewechselte Ibrahimaj.

Uerdingen – Weckruf kam zu spät

Der Weckruf kam jedoch zu spät. Eintracht konzentrierte sich wieder, übernahm erneut die Regie und kam in der 85. und in der 86. Minute noch zu zwei Chancen. Besonders die zweite hätte zu einem Tor führen müssen. Doch Pourié hatte an diesem Tag einfach kein Fortune. Er probierte viel, blieb aber ein ums andere Mal nur zweiter Sieger in seinen Zweikämpfen. Nach insgesamt 97 Minuten beendet Schiedsrichter Burda die Partie. Zur Freude des blau-gelben Anhangs, zum Leidwesen der Gäste-Fans.

Eintracht weist damit nun 41 Punkte auf und rangiert mit drei Punkten weniger als der Tabellenzweite Unterhaching auf Rang 5. Allerdings können Meppen und Rostock noch an den Niedersachsen vorbeiziehen. Meppen spielt am Sonntag gegen Tabellenführer Duisburg, Rostock Montagabend in Münster.

Die Freude über den gut herausgespielten Sieg wirft natürlich die Frage auf, warum es den Löwen einfach nicht gelingen will, konstante Leistungen abzurufen. Doch zwei Punkte sprechen dafür, dass es künftig stabiler läuft. Zum einen könnte die Partie in Würzburg ein Ausrutscher gewesen sein, und zum anderen hat Kobylanski eindrucksvoll bewiesen, wie wertvoll er für die Braunschweiger im letzten Drittel der Saison sein kann.

Kein anderer Spieler hat eine solche Übersicht und das Können, den Ball so perfekt zu setzen wie „Koby“ in der ersten Halbzeit. Zwar ging ihm nach hinten raus die Luft aus, doch es war ihm auch anzumerken, dass diese 97 Minuten ihm deutlich gemacht haben, dass es sich lohnt, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Dass man dafür manchmal etwas mehr laufen muss als man vielleicht möchte, nun, das wird der geniale Techniker verschmerzen.

Stimmen zum Spiel:

Martin KObylanski:

Robin Ziegele:

Die Pressekonferenz:

 

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