Eintrachts Coach Daniel Meyer hat recht behalten. Seine Löwen haben in einer bestenfalls unterhaltsamen Partie gegen den Tabellenelften Jahn Regensburg mit 2:0 die Oberhand behalten. Torschützen waren Jannis Nikolaou und Nick Proschwitz. Damit rückt die Eintracht – zumindest für einen Tag, auf Rang 16 der Tabelle vor und setzt den SV Sandhausen unter Druck, der morgen in Paderborn antreten muss. Mit nunmehr 20 Punkten hält Aufsteiger Braunschweig den Anschluss zum rettenden Ufer.

Dass die Partie des 22. Spieltages keine Leckerbissen würde, davon war schon vor dem Spiel auszugehen. Für die Gäste galt es, ein Kellerkind auf Abstand zu halten, um nicht noch selbst in den Abstiegskampf eingreifen zu müssen, während die Platzherren, hier vor allem Trainer Daniel Meyer, den Dreier dringend brauchten, um sich etwas Luft zu verschaffen.

Und Daniel Meyer bewies Stehvermögen. Er blieb seiner Linie treu und schickte (s)eine Elf auf das Feld, von der er glaubte, dass sie dem Jahn das Fürchten beibringen könne. Was in der ersten Halbzeit allerdings noch nicht gut funktionierte. Ben Balla, Kammerbauer und Bär rückten auf die Bank, dafür Wydra, Kroos nach seiner Sperre sowie Proschwitz auf’s Feld.

Jahn Regensburg startet furios

Aber die Platzherren taten sich sehr schwer gegen die agilen Gäste. Und die hätten in der 7. Minute bereits in Führung gehen können. Otto köpfte eine Stolze-Ecke aus kurzer Distanz auf das Eintracht-Tor. Aber Fejzic war hellwach und lenkte den Ball zur Ecke ins Aus.

Beide Abwehrreihen leisteten sich wenig Fehler, so dass der spannende Teil der ersten Halbzeit im Mittelfeld „über die Bühne ging“. Die Gäste wirkten unter dem Strich konsequenter und zielstrebiger, die Löwen glänzten mit Kampfkraft und Lauffreudigkeit. Aber mehr als eine Chance sprang nicht heraus. In der 21. Minute schickte Klaß Kaufmann, der aber allein vor Meyer scheiterte.

Dann war wieder der Jahn an der Reihe. In der 25. Minute lenkte Klaß einen Schuss an den Pfosten und in der 28. sicherte Fejzic das Unentschieden mit einer Glanztat. Es war schon auffallend, dass die Regensburger es immer wieder in den Strafraum schafften, während die Eintracht meist schon davor den Ball verloren.

Eckenverhältnis 1:8

Die langen Bälle auf Proschwitz kamen nicht an, die Pässe von Klaß oder Wiebe zu ungenau, während Ji diesmal zurückhaltender agierte. Das Eckenverhältnis von 0:8 gibt die Verhältnisse in dieser Phase korrekt wieder. Dennoch hätte Eintracht schon vor der Pause in Führung gehen müssen, ließen aber wie in Bochum zwei „fette“ Chancen liegen.

Erst war es Wydra, dessen Schuss aus 12 Metern das Eck knapp verfehlte (40.), unmittelbar darauf traf Ji den Ball nicht richtig. Immerhin resultierte aus dieser Situation. Kurz vor dem Halbzeitpfiff verbuchten die Löwen dann aber doch noch ihren ersten Eckstoß. Der brachte jedoch keine Gefahr. Überhaupt sind die Standards der Niedersachsen ausbaufähig.

Eintracht kam ohne Wechsel aus der Kabine und ließ die Gäste kommen. Offensichtlich hatten die ihr Pulver allerdings in wesentlichen Teilen im ersten Durchgang verschossen. Sie mühten sich, konnten aber immer seltener Druck aufbauen. Vielleicht hatte Daniel Meyer genau darauf gewartet.

Fabio Kaufmann im Zweikampf mit Regensburgs Wekesser
Fabio Kaufmann ist seit Wochen ein Vorbild an Einsatz- und Laufbereitschaft.                                                                                             Fotos: Susanne Hübner Fotoagentur

Erst Nikolaou, dann Proschwitz

In der 58. Minute war es endlich soweit. Kroos bekam nach einer Ecke eine zweite Chance für eine Flanke. Die fand den Weg in den Strafraum, wo Nikolaou mit Wucht den Ball per Kopf ins Netz drosch. Man konnte deutlich hören, wie dem einen oder anderen der Druck wie ein Stein vom Herzen fiel.

Zwar versuchte Jahn-Coach Selimbegovic mit zwei frischen Kräften das Unheil aufzuhalten, aber es reichte nicht. Sieben Minuten nach der Führung erhöhte Proschwitz per Kopf auf 2:0. Die Flanke kam diesmal von Wydra.

Nur zwei Wechsel bei den Löwen

Die Aktionen der Platzherren wirkten jetzt sicherer. Nikolaou räumte als 6er vorbildlich ab, Kaufmann ackerte, zumindest bis zur 76. Minute, als er für Bär ausgewechselt wurde, während Kroos scheinbar auf dem Zahnfleisch ging, aber alles gab, was er noch an Körner hatte. Für ihn hätte Meyer Ben Balla bringen können, doch außer dem Wechsel von Otto für Ji (88.), ließ Meyer seine Jungs auf dem Platz. Weil der Einsatz und die Kampfbereitschaft bei nahezu allen stimmte.

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Am Ende fehlte dem Jahn die Kraft, sich noch einmal aufzuraffen, um zumindest den Ausgleich anzuvisieren. Eintracht am Ende überglücklich. Jetzt können die Löwen mit neuem Selbstvertrauen die schwere Fahrt nach Nürnberg antreten. Der Club ist alles andere als eine Heimmacht. Drei Siegen stehen bereits fünf Niederlagen im Max-Morlock-Stadion gegenüber. Da könnte für die Niedersachsen der erste Auswärtssieg drin sein, oder?

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