Ja, es ist angerichtet. Drittligist Eintracht Braunschweig hat es in der Hand, am 27. Spieltag zu den Aufstiegsplätzen aufzuschließen. Meppen, 3:3 in Kaiserslautern, Mannheim, 0:0 in Würzburg, und Ingolstadt (1:1 in Halle) kamen über ein Unentschieden nicht hinaus, Unterhaching verlor beim abstiegsbedrohten Chemnitzer FC gar 0:1. Können die Löwen den überzeugenden 4:1-Sieg gegen Uerdingen beim aktuellen Tabellenelften Hansa Rostock bestätigen und drei Punkte mitbringen, dann ist Blau-Gelb punktgleich mit dem Tabellenzweiten Ingolstadt.

Natürlich ist die Partie alles andere als einfach. Hansa läuft den eigenen Zielen hinterher, eigentlich will die Hansa-Kogge am Ende zwischen Platz eins und Platz fünf ankern. Betrachtet man nur die Heimspiele, dann ist aktuell mit Platz ein klarer Kurs gefahren worden. Nur dreimal hat Hansa zu Hause verloren. Am 5. Spieltag gegen Sonnenhof-Großaspach (0:1), am 15. Spieltag gegen Duisburg (1:2) und am 19. Spieltag gegen Chemnitz (1:2). Aus den vergangenen drei Heimspiele hat Rostock 7:1 Punkte geholt und dabei Ingolstadt klar kontrolliert.

Bei der Eintracht ist man allerdings sensibilisiert. Zum einen soll sich eine unterirdische Leistung wie zuletzt in Würzburg nicht wiederholen, und zum anderen hat Hansa den Löwen im September eine schmerzhafte Heimniederlage beigefügt. Man sollte meinen, die Löwen wissen, was da auf sie wartet.

Hansa Rostock ist heimstark

Für Trainer Marco Antwerpen, dem die Niederlage in Würzburg immer noch schwer im Magen liegt, eine knifflige Herausforderung. Hansa Rostock hat in 13 Spielen gerade einmal 13 Gegentreffer zugelassen. Bestwert in Liga 3. Bei der Eintracht sind es 20 in 14 Spielen. Da stellt sich naturgemäß die Frage, wie geht man die Aufgabe an?

Da wäre zum einen die Defensiv-Taktik, die bereits in Duisburg zu einem Teilerfolg geführt hat. Dem stehen aber die Verletzungen von Benjamin Kessel, Bernd Nehrig und Stephan Fürstner im Wege. Zumal, da Danilo Wiebe noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein dürfte. Zwar steht Marc Pfitzner zur Verfügung, doch gerade in den letzten Wochen betonte Antwerpen, dass die Aufgaben auch spielerisch bewältigt werden müssten. Und genau da kommt „Pfitze“ dann doch recht schnell an seine Grenzen.

Blau-Gelb könnte es auch mit zwei Spitzen versuchen. Das hat in den vergangenen Spielen immer besser funktioniert. Proschwitz und Pourié sind beides Spieler, die einen Gegner beschäftigen können. Ob das allerdings ausreicht, um das Abwehrbollwerk auszuhebeln, darf bezweifelt werden. Da müssten die Außen und vor allem ein umsichtiger Kobylanski mitspielen.

Einer für alle, alle für einen

Erwischt der aber einen schlechten Tag, dann könnte die physisch durchaus auch einmal  rustikal agierende Kogge für ein böses Erwachen sorgen. Allerdings gehen die Rostocker dabei alles andere als unfair vor. In der Kartenstatistik steht die Kogge auf Platz 3 (56 Punkte) hinter Duisburg und Waldhof Mannheim. Eintracht hingegen rangiert auf Platz 13 mit 76 Punkten (mehr dazu beim Kicker).

Tja, als dritte Taktik gäbe es da dann noch eine Kombination  aus den beiden ersten. Erst einmal sicher stehen und abwarten. Mal schauen, ob die Kogge nicht vielleicht doch einen schlechten Tag erwischt. So konzentriert man sich auf Konter. Aus langen Bällen schnell Kapital zu schlagen, darin sind die Löwen derzeit allerdings nicht die Messlatte der Liga.

Marco Antwerpen wird eine Lösung finden, so viel ist sicher. Und dass zum Fleiß immer auch etwas Glück gehört, das ist keine Journalisten-Weisheit, sondern schlichte Erfahrung. Wenn die Löwen aus den vergangenen Monaten gelernt haben, dann wissen sie, was zu tun ist. Was vor allem für die „Stars“ im Team gilt. Einer für alle, alle für einen, anders ist in Liga 3 kein Spiel zu gewinnen. Hellwach, blitzschnell und eiskalt!

Werdet zu Legenden

Wer sich einmal andere Spiele in dieser Klasse anschaut, der lernt, hier gibt es keine Mannschaft, die den anderen klar und deutlich überlegen wäre. Auch nicht die beiden Zweitliga-Absteiger Duisburg und Ingolstadt. In diesem Sinne, glaubt an euch, ihr Löwen, und bringt drei Punkte mit. Noch könnt ihr Helden werden.

Spielbeginn am Montag (9. März) im Ostsee-Stadion ist um 19 Uhr. Das Spiel wird bei Magenta TV übertragen.  Einmal mehr verpasst der Norddeutsche Rundfunk (ndr) die Möglichkeit, seinen Zuschauerinnen und Zuschauern attraktiven Drittliga-Fußball anzubieten. Wahrscheinlich ist man übermäßig mit dem Coaching für den 22-jährigen Benjamin Dolic beschäftigt. Wenn der am 16. Mai kein respektables Ergebnis in Rotterdam erzielt, dann könnte es für den ndr langsam mulmig werden. Wie sang einst Dorthe Kollo Ende der 60er im übertragenen Sinn? Wärst du doch in Düsseldorf geblieben! Oder, Schuster, bleib bei deinen Leisten. Aber das nur so am Rande.

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