Der Film vom Regisseur Michael Bully Herbig überzeugt mit ungewohnter ernster Story und fesselt den Zuschauer die kompletten zwei Stunden.

Ballon erzählt die spektakuläre Flucht der Familien Strelzyk und Wetzel aus der DDR. Die Handlung beruht auf einer wahren Begebenheit und sorgte schon damals für Aufsehen. Denn das Fluchtfahrzeug ist ein Heißluftballon. Diesen bauen sie heimlich in ihren eigenen vier Wänden, dabei immer die Angst vor der Stasi im Nacken. Trotzdem geben Peter (Friedrich Mücke) und Doris Strelzyk (Karoline Schuch), sowie ihre Freunde Günter (David Kross) und Petra Wetzel (Alicia von Rittberg) nicht auf, um ihren Traum zu erfüllen und mit ihren Kindern ein neues Leben im Westen aufzubauen.

Filmszene: Ballon wird genäht. Ballon : Bild David Kross, Copyright Studiocanal GmbH / Marco Nagel

Ballon: Günter Wetzel (David Kross) näht den Ballon
© Studiocanal GmbH / Marco Nagel

 

Was lange währt wird endlich gut

Bully Herbig kennt man meist nur aus Komödien. Doch nun versucht er sich an einem anderen Filmgenre und das mit Erfolg. Allerdings dauerte es, bis der Dreh überhaupt beginnen konnte. Denn die Familien hatten die Rechte der Geschichte bereits vor Jahrzehnten an Disney verkauft, die den Film „Mit dem Wind nach Westen“ 1982 in die Kinos brachte. Der Rechtsstreit dauerte Jahre. Doch – Gott seid Dank muss man sagen – hat sich Bully Herbig durchgesetzt und verfilmte die Geschichte mit so viel Herzblut und Liebe ins Detail, dass der Zuschauer mit den einzelnen Figuren, bis zum Schluss, mitfiebert.

Schauspieler: Bild Alicia von Rittberg, David Kross, Friedrich Mücke, Karoline Schuch im Keller, Copyright Studiocanal GmbH / Marco Nagel

Beider Familien (Schauspieler: Friedrich Mücke, Karoline Schuch, David Kross und Alicia von Rittberg) im Keller
© Studiocanal GmbH / Marco Nagel

Gänsehaut pur

Der Film Ballon schafft es dabei, dass Feeling der ehemaligen DDR einzufangen und auf die Kinoleinwand zu projizieren. Währenddessen taucht das Motiv des Mistrauens anderen Personen gegenüber, die einen eventuell verraten könnten, immer wieder auf. Die schauspielerische Leistung ist so echt und glaubwürdig, dass der Zuschauer denkt, die wahre Familie Strelzyk oder Wetzel vor sich zu haben. Die Angst jeden Moment von der Stasi erwischt zu werden, packt auch das Publikum, da man sich im Laufe des Filmes mit den Charakteren identifiziert. So vergisst der ein oder andere Kinozuschauer schon Mal, vor lauter Anspannung, in seine Popcorn-Tüte zu greifen.

Durch schnelle Schnittwechsel und passend unterlegte Musik wird der Film auch in keiner Minute langweilig. Eher das Gegenteil ist der Fall. Denn schon zu Beginn des Filmes gibt es keine große ausschweifende Einleitung, sondern startet gleich mit dem ersten Fluchtversuch.

 

Fazit

Sowohl die Handlung als auch die Schauspieler überzeugen im Film. Alles wirkt authentisch und durch rasche Bildwechsel wird es nie langweilig. Der Zuschauer lässt sich mitreißen und durchlebt die Flucht fast selber mit. Deshalb verdient Ballon fünf von fünf Sternen. Also ein Film, den man nicht verpassen darf. Nutzen Sie daher die Gelegenheit bei dem nasskalten Wetter und gehen Sie in Kino.