Ein Leckerbissen war die Partie FC Ingolstadt gegen Eintracht Braunschweig am 33. Spieltag der 3. Liga wahrlich nicht. Konnte es aber vielleicht auch gar nicht sein. Denn der FC stand nach zwei Unentschieden und vier Punkten Rückstand auf die Niedersachsen mit dem Rücken an der Wand, durfte also keinesfalls verlieren. Dass am Ende ein 0:0 mehr den Gästen nutzte, sorgte nach 93 Minuten kurzfristig für mächtig Stimmung auf dem Rasen. Pfitzner und Kutschke gerieten aneinander, Antwerpen und sein Kollege Oral auch. Eintracht bleibt erst einmal Tabellenzweiter, kann morgen aber auf Rang vier abrutschen, wenn Bayern II und Hansa Rostock ihre Spiele am Mittwoch gewinnen.

Es bleibt eng an der Tabellenspitze, so viel ist klar. Für die Trainer eine Herausforderung das richtige Maß zu finden zwischen Frische und Konstanz. Mit dem FC Ingolstadt und der Eintracht trafen da zwei Teams aufeinander, die die Herausforderung unterschiedlich lösen wollen. Tomas Oral wechselte lediglich auf drei Positionen seine Startelf, Marco Antwerpen wie gehabt auf acht.

Die Löwen agierten von Beginn an zurückhaltender, ließen die Schanzer kommen. Und die kamen. Bereits in der 6. Minute braucht die Eintracht Glück, weil Torwart Engelhardt gleich zweimal den Ball nicht festhalten kann. Doch der FCI weiß mit der Gelegenheit nichts anzufangen.

Engelhardt rettet Remis

Die Gäste machen es jedoch nicht besser. Die einzige Chance in Durchgang eins, ein Biankadi-Schuss, blockt Antonitsch ab. Beide Abwehrreihen stehen im Großen und Ganzen sicher, lassen nichts anbrennen. Zwar stehen die Löwen deutlich mehr in der Defensive, haben aber meist alles unter Kontrolle. Und, wie in den letzten Spielen, das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite. In der 30. Minute sah Routinier Beister, dass Engelhardt weit vor seinem Kasten stand und versuchte den Zerberus mit einem Heber zu überlisten. Doch im letzten Moment faustete der Braunschweiger Torwart den Ball zur Ecke.

Die spielbestimmende Mannschaftwar eindeutig der Gastgeber. Der FCI tat mehr, setzte besser nach und zeigte in seinen Pässen eine größere Genauigkeit als Braunschweig. Die Eintracht schien der vorgegebenen Taktik genau zu folgen und versuchte, mit schnellem Umschalten gefährlich zu kontern, blieb aber schnell hängen. Mit dem 0:0 ging es in die Kabinen. Aus Braunschweiger Sicht noch bemerkenswert: die Verletzung von Mike Feigenspan, der sich im Lauf ohne Fremdeinwirkung den Oberschenkel zerrte. Für ihn kam in der 40. Minute Benjamin Kessel auf das Feld.

Ingolstadt im Vorwärtsgang

Nach dem Seitenwechsel das gewohnte Bild. Ingolstadt im Vorwärtsgang, Eintracht verhalten und auf Kontermöglichkeiten wartend. In der 50. Minute Biankadi die Führung auf dem Fuß, in der 58. Kobylanski, der eine Pourié-Ablage nicht verwerten konnte. Beide Male musste FCI-Keeper Buntiv nicht eingreifen.

Ab der 60. Minute war Blau-Gelb im bereits gewohnten Verteidigungsmodus. Nach vorn ging nichts mehr, hinten warf sich jeder in die Zweikämpfe. Doch die zweiten Bälle landetet für gewöhnlich beim Gegner, was den Druck naturgemäß erhöhte. Doch die Abwehrmauer stand fest.

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Tomas Oral brachte noch alles an Offensivkraft, was auf der Bank saß, sogar den hochtalentierten, pfeilschnellen Debutanten Hawkins. Und die Schanzer kamen auch zu guten Gelegenheiten. Die eingewechselten Wolfram und Kaya hätten – streng genommen – für die verdiente Gästeführung sorgen müssen. Doch mit Engelhardt und dem notwendigen Glück rettete Eintracht Braunschweig einen Punkt bei einem unmittelbaren Konkurrenten. Damit lässt sich leben.

Jetzt kommen schmutzige Partien

Klar ist aber auch, dass niemand das Vertrauen auf Fortuna überstrapazieren sollte. Besser ist es, man sorgt selbst für die Entscheidung. Zwar spürt man hier und da durchaus Belastungssymptome aus den bisherigen fünf Spielen, aber der große Kader der Niedersachsen sollte sich stärker bemerkbar machen. Auffallend war in den vergangenen Spielen, dass die jeweiligen Gegner viel ihrer Schwächen und Mängel mit Einsatz- und Kampfbereitschaft kompensiert haben. Kampfbereit sind die Löwen auch, aber jetzt kommen mit Münster, und den beiden Auswärtsspielen in Chemnitz und Zwickau, Aufgaben, für die schmutzig wahrscheinlich noch ein zu sauberes Wort ist.

Eintrachts Kader hat die Qualität, solche Aufgaben spielerisch zu lösen. Das haben die vergangenen Spiele auch bewiesen. Wenn es geklingelt hat in des Gegners Kasten, dann war das immer sehenswert. Eintracht bleibt also im Rennen um die Aufstiegsplätze, eine Vorentscheidung ist aber und wird auch nicht am 33. Spieltag fallen.

Stimmen zum Spiel:

Merv Biankadi: Das war heute kein Leckerbissen, aber extrem wichtig, gegen einen direkten Kontrahenten zu punkten. Das ist uns gelungen. So langsam merkt man aber auch die Belastung.

Marco Antwerpen: Das war die erwartet schwierige Aufgabe und ich hatte den Eindruck, das wir Vieles im Griff hatten. Aber, wir waren heute auch nicht so effektiv wie in den vergangenen Spielen. Jetzt gilt es aber, uns gegen Münster vorzubereiten.

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