Recht komfortabel war die Situation für Drittligist Eintracht Braunschweig vor dem 36. Spieltag. Mit einem Sieg wäre der Aufstieg nahezu gelungen, aber selbst eine Niederlage gegen FSV Zwickau konnte die Niedersachsen nicht von einem direkten Aufstiegsplatz verdrängen. Doch genau die mussten die Löwen hinnehmen und machten sp die Aufstiegsfrage wieder spannend. Quasi in  letzter Sekunde  köpfte Schröter zum letztlich verdienten Zwickauer Sieg ein. Der FSV musste, wollte und konnte. Nicht zuletzt, weil die Eintracht ihr kontrolliertes Spiel nicht konsequent durchzog. Würzburg holte einen Dreier gegen Rostock, und Duisburg trennte sich 2:2 von Halle. Damit hat Eintracht einen ersten Matchball verschenkt. Eintracht jetzt Tabellendritter, drei Punkte vor dem MSV Duisburg. Ingolstadt spielt morgen in Meppen und kann mit einem Sieg an Duisburg vorbeiziehen.

Für Eintracht-Coach Marco Antwerpen spielten vor dem Spiel alle Überlegungen, wer, wann wie spielt keine Rolle, wie er in der Pressekonferenz vor dem Spiel mitteilte. Auch nicht seine eigene Zukunft. Die dürfte sich, wenn es um seinen Arbeitgeber Eintracht Braunschweig geht, mit dieser vermeidbaren Niederlage kaum verbessert haben. Aber verändert hat sie sich.

Nur zwei Änderungen

So auch Antwerpens Taktik, seine Startelf munter zu verändern. Diesmal gab es nur zwei Startelf-Änderungen. Was allerdings mehr der Tatsache geschuldet sein dürfte, dass mit der Partie gegen Zwickau ein weiteres Auswärtsspiel folgte.  Im Tor der derzeit überragende Marcel Engelhardt und im Mittelfeld der Techniker Martin Kobylanski bekamen keine Ruhepause. In der Abwehrreihe übernahm naturgemäß Stephan Fürstner die Kontrolle. Neben ihm auf der linken Seite Steffen Nkansah und außen Nico Kijewski, rechts Danilo Wiebe und außen Leandro Putaro. Davor Patrick Kammerbauer als klassischer 6er, während im Mittelfeld Manuel Schwenk und Merveille Biankadi ihren „Koby“ zur Seite standen. Vorn dann einsam, aber selten allein, Marvin Pourié.

Und es ging los wie gehabt. Eintracht ließ den Gegner spielen und harrte der Dinge. Durchaus kontrolliert. Zwar versuchte Zwickau Druck auszuüben und für Gefahr zu sorgen, doch Fürstner & Co hatten das Geschehen weitestgehend unter Kontrolle.

Die erste Chance im Spiel hatten aber die Gäste. In der 5. Minute eroberte Pourié mustergültig den Ball am Strafraum, doch sein Pass in die Mitte konnte Schwenk nicht verwerten. Wenig später (10. Minute) versenkte Pourié den Ball im Netz, stand allerdings bei der Ballabgabe leicht im Abseits, so dass Schiedsrichter Christof Günsch das Tor zu Recht aberkannte.

Im Gegenzug traf der FSV. Aber auch hier stand der Schütze im Abseits. Glück für die Braunschweiger, dass der vorausgehende Schuss von König nur die Latte traf. Wäre sein Ball rein gegangen, hätte das Tor gezählt. Eintracht ließ den FSV weiter agieren, machte diesmal aber einen deutlich stabileren Eindruck als noch in Chemnitz. Teilweise kombinierten die Löwen wie aus dem Bilderbuch, verloren den Ball dann aber doch zu schnell im Mittelfeld.

FSV Zwickau im Glück

In der 22. Minute hatte Zwickau das Glück auf seiner Seite. Kobylanski steckte in der Mitte durch zu Pourié. Doch der wurde von Wegmann zu Fall gebracht. Ein klarer Elfmeter. Nicht aber für den Schiedsrichter. Auch nicht in der 34. Minute. Diesmal war es Kijewski, der einen Gegenspieler zu Fall brachte. Das nennt man dann wohl ausgleichende Gerechtigkeit. Kurz zuvor hätte Pourié die Führung erzielen müssen. Ganz allein tauchte er vor Torhüter Brinkies auf, bekam den Ball aber nicht ins Netz.

In der Folgezeit bewies sich Eintracht als das gefährlichere Team. Schwenk verfehlte das Tor nur knapp (37.), Kijewski traf in der 40. nur den Pfosten und in der 45. rettete Brinkies erneut vor Pourié. Nur gut, dass bei den Löwen ein Kobylanski spielt. Der vollendete einen Spielzug über drei Stationen mit seinem 16. Tor zur verdienten Führung. Fürstner hatte in hohem Bogen zu Schwenk geköpft und der den Ball zu Kobylanski weiter geleitet. So gingen die Löwen in die Kabine und konnten sich sagen, das war Business as usual.

Der erwartete Sturmlauf der Sachsen blieb dann nach dem Wechsel überraschend aus. Anders als in der vorherigen Partien zeigte Blau-Gelb diesmal Zähne und kontrollierte das Geschehen. Das führte zwangsläufig zu weiteren Chancen. Nur heute mussten die Löwen auf Fortuna, die ihnen so oft zur Seite stand in den letzten Wochen, verzichten.

Diesmal weniger Glück

In der 57. Minute scheiterte Bär am 5er an Torwart Brinkies (Bär kam in der 54. für den verletzten Pourié) und in der 58. verpasste Schwenk die Führung. Vorausgegangen war eine knifflige Situation. Nkansah war gefoult worden, und die Eintracht hätte erneut einen Elfmeter bekommen müssen. Aber Schiedsrichter Günsch schien für die Begegnung auf Strafstöße verzichten zu wollen.

In dieser Phase hatte Blau-Gelb das Spiel und den Gegner klar unter Kontrolle. Denkbar, dass die Mannschaft es deshalb ruhiger angehen ließ. Bei 30 Grad durchaus nachvollziehbar. Und als dann in der 68. Minute Nehrig für Kobylanski kam, schien Blau-Gelb die Partie routiniert zu Ende bringen zu können. Das Spiel verflachte zusehends.

Doch ein unachtsamer Moment reichte, um den FSV wieder zurück zu holen. Eine weite Flanke von links flog durch den Braunschweiger Strafraum, in dem Nkansah naturgemäß den hinter ihm stehenden Huth nicht kontrollieren konnte. Der hatte dann auch keine Probleme, den Ball zum Ausgleich einzunetzen.

Otto trifft zum 1:2

Marco Antwerpen reagierte sofort. Schwenk, Biankadi und der erschöpfte Fürstner mussten gehen, Kessel, Otto und Proschwitz kamen. Und die Löwen wollten den Sieg. Das war deutlich zu spüren. Die Kalkulation schien aufzugehen. In der 90. Minute lupfte Otto den Ball gekonnt über Brinkies ins Tor, Zwickau am Boden zerstört. Für die Löwen schien die Partie entschieden. Anders kann man die Fehler in den letzten drei Minuten nicht erklären.Link zu den Bundesliga-Tabellen

In der 92. Minute glich Huth überraschend aus, nachdem die Braunschweiger Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekam. Und der Gipfel dann in der 94. Minute. Coskun flankte, Schröter traf. Und zwar direkt ins Herz der Niedersachsen, die sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, das Spiel trotz Kontrolle und einem keinesfalls übermächtigen Gegners mittels individueller Fehler aus der Hand gegeben zu haben. Das sollte, ja das darf einer Mannschaft in dieser Form nicht passieren.

Nur gut, dass sich Eintracht Braunschweig diesen Fehler erlauben konnte. Man ist jetzt Dritter und damit immer noch auf einem direkten Aufstiegsplatz. Doch der Vorsprung auf Zweitligaabsteiger MSV Dusiburg ist auf drei Punkte geschrumft. Die Mannschaft von Torsten Lieberknecht muss allerdings am Mittwoch bei Bayern II antreten, während Eintracht das Heimspiel gegen die schwächelnden Mannheimer auf dem Programm hat. Ingolstadt kann morgen mit einem Sieg noch an Duisburg vorbeiziehen und wäre dann Tabellenvierter mit einem Punkt Rückstand auf Braunschweig.

Noch haben es die Löwen selbst in der Hand, dern Aufstieg klar zu machen. Aber dafür gilt es, aus der Zwickau-Partie zu lernen. Alle anderen Mannschaften warten geradezu auf solche Fehler von Kontrahenten.  Ein Sieg gegen Mannheim ist also Pflicht. Das hätte man sich mit einem Sieg in Zwickau ersparen können.

Stimme zum Spiel:

Marco Antwerpen: Das ist bitter. Wir hatten unzählige Chancen, machen den Sack aber nicht zu. Wir kriegen Flanken von links nicht verteidigt, das darf nicht passieren.

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