Saisonauftakt für Zweitligaaufsteiger Eintracht Braunschweig beim letztjährigen Dritten FC Heidenheim, das las sich vor dem Spiel wie eine klare Angelegenheit. War es auch, aber nicht so wie vorher gedacht. Eintracht Braunschweig spielte auf Augenhöhe mit, war aber einfach nicht clever genug. Die alles andere als offensiv auftrumpfenden Heidenheimer nahmen die Gastgeschenke gern an und freuten sich über den gelungenen 2:0-Start. Bei Blau-Gelb hingegen darf oder besser muss man sich fragen, war das jetzt gut oder müssen wir uns Sorgen machen?

Daniel Meyer schickte gleich sieben Neuzugänge ins Rennen. Felix Dornebusch im Tor, Ziegele, Wydra und Schultz bildeten die erwartete Dreier-Abwehrkette, Kijewski, Ben Balla, Nicolaou sowie Wiebe das Mittelfeld, Kobylanski davor und Abdullahi und Kaufmann sollten für Gefahr vor dem FC-Tor sorgen.

Es dauerte eine ganze Weile, bis die 2.052 Zuschauer in der Voith-Arena zur Kenntnis nehmen durften, dass die Platzherren einen Tick mehr bemüht waren, die Regie zu übernehmen. Und das, obwohl die Vorbereitung des FC deutlich aufgezeigt hatte, dass die Abgänge von Stammkräften nur schwer zu kompensieren sein dürfte. Dennoch waren es die Platzherren, deren Aktionen zielstrebiger und genauer wirkten.

Doch beide Abwehrreihen standen stabil, ließen nichts anbrennen. Als Robin Ziegele in der 15. Minute unverschuldet den Ball an den Arm bekam, ließ Schiedsrichter Nicolas Winter erst einmal weiterspielen, nahm dann aber doch den Videobeweis zur Hilfe – mit dem Ergebnis Elfmeter für Heidenheim. Letztlich eine korrekte Entscheidung. Schmidt verwandelte zum 1:0, Eintracht-Keeper Dornebusch machtlos.

Kein Tag für „Koby“

Auswirkung auf den weiteren Verlauf hatte der Treffer aber nicht. Beide blieben bemüht und immer wieder in der Abwehr hängen. In der 25. Minute dann endlich die langersehnte erste Gelegenheit für die Eintracht. Wiebe setzte sich schön durch, bediente Kaufmann, der Kobylanski in der Mitte bediente. Dessen Schuss ging aber deutlich über das Tor. Eine Szene, die symptomatisch war für Eintrachts ansonsten so treffsicheren Techniker.  „Kobys“ Tag war dieser Sonntag wahrlich nicht.

Und dann offenbarte die Abwehr wieder altbekannte Schwächen, obwohl mit Ziegele nur ein altgedienter Akteur auf dem Rasen stand. Nur gut, dass Schimmer die Chance nicht zu nutzen wusste. Glück für Blau-Gelb.

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie zusehends. Heidenheim zog sich mehr und mehr zurück, ließ den Gästen Platz und Regie. So wurde deren Spiel immer besser deutlich und ab der 58. Minute stellten sich alle nur noch die Frage, wann die überlegene Eintracht den Ausgleich erzielen würde?

Abdullahi verfehlt

In der 67. Minute hätte es passieren müssen. Endlich einmal baute Eintracht Druck über außen auf. Der technisch versierte Wiebe bediente Abdullahi im Strafraum perfekt. Dessen Kopfball aber landete nicht im Netz. In der gleichen Minute auch die ersten Wechsel. Bär und Kroos kamen, Ziegele und Kaufmann gingen. Die Überlegenheit nahm eher zu.

Aber wies so oft in vergangenen Jahren brachten sich die Löwen selbst um den möglichen Ausgleich. Weder konnte Kroos seinen Gegenspieler Sessa stoppen, noch bewies Schultz Übersicht. So durfte Kühlwetter ungehindert köpfen und Sessa den Ball über die Linie bugsieren. Ein Abwehrverhalten, dass sich die Mannschaft ganz schnell abgewöhnen muss. Das ist nicht zweitligareif!

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Mit dem zweiten Tor war die Partie im Grunde gelaufen. Der FC Heidenheim, bekannt dafür, seinen Gegner nicht all zu viele Möglichkeiten zu erlauben, spielte die Zeit souverän runter. Daniel Meyer brachte zwar noch Proschwitz und Bürger, musste aber schnell erkennen, dass seine Löwen nicht clever genug waren, um den Platzherren Angst einzujagen. Zwar hatte Proschwitz noch zweimal den Anschluss auf Kopf und Fuß (82. und 86.), aber es mangelte an Kaltschnäuzigkeit.

Heidenheim offenbart: Es gibt noch viel zu tun

Im Grunde bleibt nur die Erkenntnis, Eintracht Braunschweig hat das Potenzial mitzuspielen. Gegen den Tabellendritten das Spiel über lange Zeit zu bestimmen, ist ja keine Selbstverständlichkeit. Doch, was nützt es, wenn ich das, was ich gut umsetze, mit Schlampigkeit selbst wieder einreiße? Genau, nichts!

Es gibt noch viel zu tun. Es mangelte den Löwen an Präzision im Spielaufbau, an mannschaftlicher Geschlossenheit, Abdullahis Fähigkeiten wurden nicht ansatzweise gut in Szene gesetzt, und an Druck von den Außenpositionen. Ganz zu schweigen von der diesmal wieder aufflammenden Torflaute.

Jeder, der geglaubt hatte, das 5:4 über Erstligist Hertha habe das wahre Bild der Eintracht gezeigt, sieht sich ernüchtert. Eintracht ist gefährlich wenn Kobylanski gefährlich ist. Das aber dürfte nicht ausreichen für Liga zwei. Man darf gespannt sein, zu welchen Analysen die Verantwortlichen Meyer und Vollmann gelangen? Bis Oktober ist noch ausreichend Zeit, um nach Verstärkungen Ausschau zu halten.

 

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