Aktuell dürfen in allen Kindertagesstätten in Niedersachsen aufgrund der epidemiologischen Lage lediglich 50% der Kinder von der ursprünglichen Gruppengröße betreut werden. Eltern, Kinder und KiTa-Personal, kommen an Ihre physischen und psychischen Leistungsgrenzen. „Es muss sich etwas tun! Bei den verantwortlichen Ministern und Politikern stehen Schulen häufig im Fokus ihrer Argumentationen. KiTas spielen dabei ein „Schattendasein“, obwohl die Rahmenbedingen besonders herausfordernd für alle Beteiligten sind.“

Am 13. Dezember 2020 wurde von der Bundes- und Landespolitik ein „Teil-Lockdown“ ab dem 16. Dezember 2020 ausgerufen und an die Eltern wurde appelliert, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, um Kontakte zu minimieren. Die Betreuungsangebote der Gemeinde Cremlingen blieben bestehen. Alle hofften, dass zu Beginn des Jahres 2021 die Einrichtungen zumindest im Szenario B – Betreuung ohne Randstunden – weiter betrieben werden könnten. Doch diese Hoffnung trog, da die Bund-/Länderkonferenz entschied, ab dem 11. Januar 2021 einen „harten“ Lockdown umzusetzen. Die Einrichtungen wurden geschlossen und es war zulässig, bis zu 50% der Betreuungsplätze zu vergeben. Die Kriterien wurden vom Land in einer Verordnung festgeschrieben und sind von den Städten und Gemeinden auszulegen.

Die Notbetreuungsplätze kommen denjenigen Kindern zu Gute,

  • bei denen mindestens eine erziehungsberechtigte Person in betriebsnotwendiger Stellung in einem Berufszweig von allgemeinen öffentlichen Interesse tätig ist.
  • bei denen ein Unterstützungsbedarf, insbesondere Sprachförderbedarf besteht.
  • die zum kommenden Jahr schulpflichtig nach § 64 Absatz 1 Satz 1 des Niedersächsischen Schulgesetztes werden.

Mit der Veröffentlichung der Verordnung hat die Gemeinde Cremlingen die Eltern angeschrieben und über die neuen Regelungen informiert. Die Verordnung wurde so weit wie möglich ausgelegt und zahlreiche Notbetreuungsplätze vergeben.

Am 11. Februar wurde der „harte“ Lockdown abermals verlängert. Damit brach die Welt der Eltern zusammen – oder besser schwand die Hoffnung auf Linderung “, so Bürgermeister Detlef Kaatz. „Dieses war auch der Zeitpunkt, als vermehrt Anträge auf Härtefallregelung gestellt wurden. Wir haben versucht, diese so objektiv wie möglich zu beurteilen und so haben wir ein paar Kinder aufnehmen können. Aber es sind immer noch über 50% der vorher betreuten Kinder zu Hause. Die Not wird also immer größer! Die Eltern kommen an ihre Leistungsgrenzen und haben nur noch sehr wenig Verständnis für die Auslegung von Verordnungen. Was ich durchaus gut nachvollziehen kann. Jetzt könnte man glauben und hoffen, dass die Verordnungsgeber einsichtig sind, und eine Lockerung ermöglichen. Die Hoffnung könnte auch dieses Mal trügen, also wollen wir in der nächsten Woche mit den Elternvertretungen unserer Einrichtungen sprechen, wie wir weiter in dieser für alle Beteiligten sehr schwierigen Situation vorgehen können. Auch die Möglichkeit der Härtefallregelung gibt nur einen sehr geringen Spielraum.“

In Einzelfällen hat die Gemeinde Cremlingen Plätze für die Betreuung von Not- und Härtefällen, z. B. zur Sicherung des Kindeswohls vergeben. Verhaltensveränderungen von Kindern seien dem Familienservicebüro vermehrt vorgetragen worden. „Die Gemeinde hat das Kindeswohl nicht nur im Blick, sondern entscheidet im Sinne der Kinder.“

Personal der Kindertagesstätten stößt an ihre Grenzen

Bei alledem ist auch zu berücksichtigen, dass auch das KiTa-Personal an die Grenzen stößt. Auch ein Teil des Personals in den Einrichtungen, ist von den Lockdownregelungen betroffen und muss die eigenen Kinder zu Hause betreuen. Der direkte Kontakt zu den betreuten Kindern ohne Schutzmaßnahmen – Mimik, Ausdruck und Sprache sind notwendig– ist auch für das gemeindliche Personal psychisch schwierig. Diesem Thema nimmt sich die Gemeinde dadurch an, dass nunmehr das Personal regelmäßig schnellgetestet werden wird.

„Wir rufen Minister Tonne bzw. unseren Ministerpräsidenten dazu auf, dass auch das KiTa-Personal in der Impfreihenfolge besonders berücksichtigt wird. Damit könnten die KiTa-Einrichtungen auch trotz Corona geöffnet werden. Darüber hinaus wollen wir dafür werben, dass die KiTas im Land Niedersachsen nach Szenario B öffnen dürfen.“

Die Gemeinde Cremlingen wünscht sich vom Land Niedersachsen ein klares Signal der Lockerung im Sinne von Eltern und Kindern. Denn spätestens seit Verlängerung der Coronaregelungen stößt die bloße Auslegung der Verordnung an ihre Grenzen.

Foto: Gemeinde Cremlingen (Tanja Hirt), Die gemeindeeigenen Kindertagesstätten.

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