Im sechsten Konzert des KonzertGutes war das Londoner Phacelia Ensemble zu Gast im ausverkauften Rittersaal. Es war ein Jubiläumskonzert aus Anlass des 200. Geburtstages von Clara Schumann und der künstlerische Leiter Martin-Winrich Becker vergaß nicht daran zu erinnern und lud auch zu einer Verlosung ein, in der das Publikum vier Tüten mit Blumensamen gewinnen konnte, die Clara Schumann sehr liebte und in ihrem Buch über die Fauna veröffentlichte.

Zu Beginn stand aber erst einmal das Streichquartett Nr. 2 op. 10 von Zoltán Kodály auf dem Programm mit Antonia Kesel und Edward Bale, Violinen, Mark Gibbs, Viola und Cecilia Bignall, Violoncello. Das Werk ist eines der bedeutendsten Kompositionen der frühen Neuzeit der ungarischen Kammermusik. Im ersten Satz, der beschaulich beginnt, spürten die Musiker den Kontrasten zwischen Dissonanzen und elegischen Passagen nach. Mit einem satten Streicherklang gelang eine eindrucksvolle Interpretation, virtuos dargeboten. Interessant spielte das Quartett auch das Andante mit seinen Tanzrhythmen, die aber durch sehnsuchtsvolle Klänge unterdrückt werden. Mit Energie musizierten die Vier den letzten Satz, in dem das thematische Material durcheinanderwirbelt. Mit Bravour meisterten die Instrumentalisten nach einer unheimlichen Pause die wilde Coda, die das Stück beendete.

Schon hier erntete das Ensemble viel Applaus.

Da folgte das Hauptwerk des Konzertes, mit Clara Schumanns einzigem Klavierkonzert a-Moll op. 7, was gespickt ist mit technischen Schwierigkeiten. Hier versammelten sich alle sechs Musiker um die Pianistin und künstlerische Leiterin Elisabeth Streichert, dazu noch der Kontrabassist Mark Lipski.

Mit großem, majestätischem Gestus spielte Elisabeth Streichert den ersten Satz. Voller Selbstbewusstsein stellte sie sich der Herausforderung, wie dazumal Clara Schumann. Technik und große Gefühle verband Elisabeth Streichert in ihrem Spiel, das virtuos dahinströmte. Kraftvoll spielte sie hierbei das Klavier. Im zweiten Satz dann nur vom Cello begleitet, kostete sie die romantischen Klänge in aller Bandbreite aus. Der dritte Satz, ein eleganter Tanz, trotzt nur so von pianistischen Höchstleistungen, die Streichert mit Bravour meisterte.

Nach der Pause noch das populäre Forellenquintett A-Dur D 667 von Franz Schubert. Hierbei strömte die unbekümmerte Grundhaltung des Werkes dem Zuhörer entgegen, der das Wasser nur so strömen hörte. Bezwingend spielte das Phacelia Ensemble das Andantino, in dem das berühmte Lied von der Forelle anklingt. Gegenseitig spielten die Musiker sich hier die Bälle zu. Die virtuose Interpretation strahlte sorglose Zufriedenheit aus.

Dafür gab es stürmischen Applaus, der nicht enden wollte.

Das Konzert wurde von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und kann noch heute in der Mediathek abgerufen werden.

pkb

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