Schlaue Präsente zum Jahresende

Serviert von Dieter R. Doden

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, das Weihnachtsfest steht vor der Tür und da bewegt viele von uns wieder die Fragen, was man den Lieben schenken kann und was man nur mit der vielen freien Zeit anfängt, die zum Jahresende auf die meisten Menschen wartet. Meine Antworten: Bücher. Die sind nach wie vor ein prima Geschenk und mal ehrlich, was gibt es Schöneres, als mit einem tollen Buch im Sessel zu sitzen, Weihnachtskekse zu naschen und einen leckeren Glühwein zu genießen? Hier ein paar konkrete Lese- und Geschenktipps:

„Metropol“ von Eugen Ruge

Lesbar-11

Eugen Ruge stammt aus dem Ural und ist eigentlich diplomierter Mathematiker. Zunächst schrieb er nebenbei Theaterstücke und Hörspiele. Mit seinem Werk „Zeiten des abnehmenden Lichts“ startete er als Schriftsteller voll durch. Dafür erhielt er unter anderem den Deutschen Buchpreis. Sein Schreibtalent hat er folglich längst bewiesen. Nun also sein neues Buch „Metropol“. Er knüpft damit an die Story des frühen Werkes an und greift seine Familiengeschichte wieder auf. Herausgekommen ist ein Roman, der hervorragend ein besonderes Stück Zeitgeschichte aus dem Moskau des Jahres 1936 erzählt. Ganz wesentlich geht es um eine Reise durch die Sowjetunion, unternommen von der deutschen Kommunistin Charlotte, die sich gerade noch vor den Nazis retten konnte, ihrem Ehemann und einer jungen Britin. Besagte Charlotte ist übrigens die Großmutter des Autors. Handelt es sich also um eine harmlose Familiensaga? Keineswegs. Es ist vielmehr anspruchsvolle Literatur mit einer sehr aufschlussreichen Handlung. Kein leichter Stoff, zugegeben. Aber es lohnt, sich darauf einzulassen. Ein würdiger Nachfolger seines Erstlingswerkes. Von mir vier von fünf möglichen Sternen.

 

„Opfer 2117“ von Jussi Adler-Olsen

Lesbar-11

Soll es über die Festtage doch lieber ein etwas seichterer Stoff sein, empfiehlt sich der aktuelle Thriller von Jussi Adler-Olsen. Es ist der inzwischen achte Fall für Carl Mørck und das Sonderdezernat Q. Die Vorgänger von „Opfer 2117“ wurden durchweg Bestseller, einige sind erfolgreich verfilmt worden. Adler-Olsens Sonderdezernat hat viele Fans gewonnen. Der gebürtige Kopenhagener schreibt seit 1995 und seine Bücher werden in vielen Ländern gern gelesen. Worum geht es in seinem neuen Buch? Eine Frau aus dem Nahen Osten wird in Zypern tot an Land gespült. Auf der berühmten „Tafel der Schande“, die es in Barcelona für die Opfer der im Meer ertrunkenen Flüchtlinge gibt, ist sie das Opfer mit der Nummer 2117. Allerdings ist sie nicht ertrunken. Sie wurde ermordet. Ein Buch, das nicht nur spannend ist, sondern obendrein hoch politisch. Darum von mir die höchste Empfehlung: fünf Sterne.

 

„Wie ein Leuchten in der Nacht“ von Jojo Moyes

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Über diese Erfolgsautorin habe ich schon mehrfach geschrieben. Mit „Ein ganzes halbes Leben“ begann die internationale Karriere dieser Schriftstellerin, die inzwischen mehrere Bestseller verfasst hat. Nun also dieses neue Buch, dass ja irgendwie schon vom Titel her in diese Jahreszeit passt. Aber lohnt es, dieses Werk zu lesen? „Wie ein Leuchten in der Nacht“ ist eine große Liebesgeschichte. Ein Mutmach-Buch. Es spielt im Jahre 1937. Die Engländerin Alice folgt ihrem Verlobten Bennett nach Amerika. Doch sie hatte vom sogenannten Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein ganz anderes Bild. Hier in einem einsamen Nest in Kentucky zeigt sich, dass Vieles anders ist, als erwartet. Kleinstadtmief eben. Aber großartig erzählt. Die Charaktereigenschaften der Akteure, der tyrannische Minenbesitzer Geoffrey Van Cleve sei hier stellvertretend erwähnt, sind hervorragend beschrieben. Jojo Moyes neuer Roman mag keine ganz große Weltliteratur sein, aber für die Feiertage oder als Mitbringsel für gute Freunde genau das richtige Buch. Vier Sterne dafür.

Das soll es für heute und für das Jahr 2019 mit unserer LesBAR gewesen sein. Feiern Sie schön mit ein paar besinnlichen Lesestunden, kommen Sie gut ins neue Jahr und freuen Sie sich auf den nächsten Cocktail interessanter Bücher. Behalten Sie Appetit.

Ihr Dieter R. Doden

 

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