Der neue LesBAR-Cocktail

Serviert von Dieter R. Doden

Cocktail gefällig? In Zeiten wie diesen, wo wir Virus-bedingt eventuell mehr freie Zeit als üblich haben, bietet es sich geradezu an, zu einem Buch zu greifen. Ich habe erneut die Bestsellerlisten studiert und drei Neuerscheinungen gefunden, die es mir Wert erscheinen, näher betrachtet zu werden. Eventuell ist das, was ich als Ergebnis hier präsentiere, für Sie ein Anhaltspunkt. Anfangen will ich diesmal mit einem Werk, das immerhin beim „Spiegel“ auf Platz 1 gelandet war:

 

„Three Woman – drei Frauen“ von Lisa Taddeo

Lesbar 13: Three women / drei Frauen von Lisa Taddeo

Der „Spiegel“ schreibt, dieses Buch sei so wahr und dadurch so hart, dass man es nicht aufhören kann, zu lesen. Erzählt wird die Geschichte von drei Frauen, wie der Titel ja schon vermuten lässt. Es geht um das Begehren, die Wünsche, Ängste und um Verletzungen. Letztendlich um das Spannungsfeld zwischen Macht, Sexualität und Selbstbestimmung. Die Autorin wohnte direkt in der Nähe der drei Frauen, die also tatsächlich existieren. Sie hat, sagt sie selbst, für „Three Woman – drei Frauen“ lange recherchiert. Was ich glauben will. Aber was soll´s? Warum das Ganze? Was will uns Lisa Taddeo eigentlich sagen? Es tut mir leid, es ist ein Buch entstanden, dass man – oder sagen wir lieber, dass Frau ganz nett lesen kann. Mehr aber auch nicht. Wer sich brennend dafür interessiert, was tief im Innern der drei Frauen an Emotionen vor sich geht, mag die über 400 Seiten studieren, ich empfand es als banal. Kurzum: Ich verstehe nicht, warum dieses Buch so hochgejubelt wurde und schließe mich dem Urteil der „Zeit“ an: Vergessen Sie´s. Von mir nur ein trübe leuchtender Stern von fünf möglichen.

 

„Oxen. Lupus“ von Jens Henrik Jensen

Lesbar 13: Oven Lupus von Jensen

Es ist nun bereits das vierte Buch aus der beliebten und erfolgreichen Oxen-Serie. Jens Henrik Jensen schreibt spannende Thriller. Um es gleich vorweg zu nehmen, ja, sein neuestes Abenteuer steht zu recht ziemlich weit ober in der Bestsellerliste. Niels Oxen ist übrigens ein traumatisierter ehemaliger Elitesoldat. In diesem Buch soll er den vermissten Poul Hansen aufspüren. Die Suche führt ihn in den Wald. Aber dort kennt sich Oxen allerbestens aus. Liest sich jetzt wie ein Märchen? Richtig. Da spielt Oxens Sohn noch eine gewichtige Rolle und der Autor gibt der Story damit so etwas wie eine menschliche Variante. Ist das alles spannend? Ja! Wer die Oxen-Bücher eins bis drei gelesen hat, wird nicht enttäuscht. Es geht auf gleich hohem Niveau weiter. Wer die ersten drei Bände nicht kennt, sollte diese eventuell erst lesen. Und sich dabei schon auf „Lupus“ freuen. Ich vergebe hier vier leuchtende Sterne.

 

„Vier durch vier“ von Arne Dahl

Lesbar 13: Vier durch vier von Arne Dahl

Dieser Krimi ist auch ein Band Nummer vier. Hier steht das Ermittlerduo Berger und Blom im Mittelpunkt. Sam Berger legt sich diesmal mit der Russenmafia an. Und er kämpft gegen die Zeit. Die feinen Herren wollen nämlich die frühere Zwangsprostituierte Nadja buchstäblich einen Kopf kürzer machen. In 74 Stunden wollen sie zur Tat schreiten. Während sich Berger darum kümmert, bringt Kollegin Molly Blom eben mal ihr gemeinsames Kind zu Welt. Als das erledigt ist, kümmern sie sich gemeinsam um die Mafia. Dieser Wettlauf gegen die Zeit ist ein typischer Arne Dahl. Immerhin hat der international bekannte Autor allein im deutschsprachigen Raum über zweieinhalb Millionen Bücher unter die Leute gebracht. Mit „Vier durch vier“ wird er ohne Zweifel die Verkaufszahlen nach oben treiben. Ich gebe hier ebenfalls vier von fünf Sternen.

 

Wenn Sie mich fragen würden, ob eher der neue Dahl oder der aktuelle Jensen zu lesen ist, würde ich mich vor einer Antwort zu drücken versuchen. Beide Bücher sind genau richtig, um voller Spannung die Corona-Zeiten zu überstehen. Und nun ja, wenn Ihnen statt nach Spannung doch eher nach Frauengeschichten der Sinn steht, greifen Sie halt zu den drei Frauen von Lisa Taddeo. Wie ich ja immer wieder sage, meine Sternevergabe ist rein subjektiv. Vielleicht sehen Sie das alles ja ganz anders. Wie auch immer, was Sie lesen, ist selbstverständlich Ihre Sache. Dass Sie überhaupt lesen, ist erfreulich. Machen sie weiter so und behalten Sie Appetit auf den nächsten Cocktail interessanter Bücher.

 

Herzlichst Ihr Dieter R. Doden

 

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