Serviert von Dieter R. Doden

Willkommen in der LesBAR. Auch heute möchte ich Ihnen wieder drei Bücher vorstellen, die es bis ganz weit oben in der Bestsellerliste geschafft haben, die also über den Ladentisch gehen, wie die berühmten warmen Semmel. Ob es sich lohnt, sie zu lesen? Mal sehen… Beginnen wir mit

 

„Blackbird“ von Matthias Brandt

Buchtitel "Blackbird"
Buchtitel „Blackbird“

Der Autor, 1961 in Berlin geboren, ist übrigens der Sohn von Rut und Willy Brandt. Dass er auch ein bekannter Schauspieler ist, wissen sicher einige. Als Schriftsteller glänzte er bereits 2016 mit seinem Debüt „Raumpatroulle“. Nun also der Roman „Blackbird“. Worum geht es? Um einen 15-jährigen. Sein Name ist Morten Schumacher, kurz Motte. Motte bekommt eines Tages einen folgenschweren Anruf. Sein bester Freund ist schwer erkrankt. Das und einige andere Vorkommnisse geben seinem Leben eine gewichtige Wendung. Unter anderem kommt für Motte die Liebe ins Spiel. So weit, so nicht all zu aufregend. Dennoch, dieses Buch fesselt, weil der Autor es versteht, Stimmungen zu beschreiben. So präzise, dass man beim Lesen vom Lachanfall unversehens zu Tränen gerührt ist. Brandt beweist, dass er nicht nur schauspielern, sondern auch schreiben kann. Der Roman spielt Ende der 1970er Jahre. Er ist immer noch hochaktuell. Dieses Wechselspiel der Gefühle zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt – wer gerade in der Pubertät ist, weiß, wovon die Rede ist. Wer es bereits hinter sich hat, wird sich erinnern. Fünf von fünf möglichen Sternen.

 

„Teufelskrone“ von Rebecca Gablé

Buchtitel "Teufelskrone"
Buchtitel „Teufelskrone“

Hierbei handelt es sich um den sechsten Band der Waringham Saga. Darin wird die spannende Geschichte Englands erzählt. Gleichzeitig ist es eine abwechslungsreiche Familiengeschichte. Man muss historische Romane mögen. Fünf Jahrhunderte Geschichte werden in der Saga lebendig. Gablé schildert sie erneut voller Leidenschaft und überaus farbenprächtig. „Teufelskrone“ spielt im England des Jahres 1193. Von der Handlung sollte man nicht viel erzählen. Es würde ins Uferlose führen. Wer die ersten fünf Bände gelesen hat, weiß, dass es dort weitergeht, wie Band fünf endete. Wer die ersten Bände nicht kennt, sollte zuerst diese in chronologischer Reihenfolge lesen. Man kommt sonst schnell mit den Handlungen und verschiedenen Epochen ins Schleudern. Also eigentlich reden wir hier über eine ganze Romanserie. Lohnt es sich, sie zu erwerben? Wie gesagt, man muss historische Romane mögen. Wenn man sie denn mag, ist die Waringham Saga ein Beispiel für gelungene Erzählkunst.  Da macht „Teufelskrone“ keine Ausnahme. Vier Sterne für eine große Romanschreiberin.

 

„Messer“ von Jo Nesbø

Buchtitel "Messer"
Buchtitel „Messer“

Ein weiterer Serienfall. „Messer“ ist der inzwischen 12. Fall für Ermittler Harry Hole. Es handelt sich also um einen Krimi-Helden, mit dem wir es hier zu tun haben. Die Folge „Schneemann“ mit Harry Hole wurde erfolgreich verfilmt, Autor Jo Nesbø gilt als einer der renommiertesten Krimischreiber weltweit. Aber diesmal ist Kommissar Hole am Ende. Karriereknick, Ehe im Eimer, irgendwie geht nichts mehr. Er betrinkt sich. Ist aber auch keine Lösung. Als er wieder hellwach wird, sind seine Klamotten voller Blut. Ein Albtraum. Auch für die Leser*innen? Na ja, ein echter Hole-Fan wird es kaum ertragen, was der Romanheld diesmal alles so durchmachen muss. Nasbø-Fans werden wieder einmal begeistert sein. Helden schwächeln schon mal, skandinavische Krimiautoren eher selten. Jo Nesbø hat mit seinem „Messer“ erneut ins Schwarze getroffen. Vier Sterne.

 

Damit sind wir auch schon wieder durch für diesmal. Lassen Sie sich den 10. Cocktail interessanter Bücher gut schmecken. Freuen Sie sich auf den nächsten Besuch in der LesBAR. Und behalten Sie Appetit.

 

Ihr Dieter R. Doden

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