Es geht weiter im Bücher-Programm

Serviert von Dieter R. Doden

 

Herzlich willkommen in der LesBAR. Auch heute möchte ich Ihnen wieder einen interessanten Cocktail mischen, der Sie reizt, jetzt im Frühling und in der Sonne liegend zum Buch zu greifen. Ich habe als Zutat dafür drei aktuelle Romane herausgesucht, die es bis recht weit oben in den Bestseller-Listen geschafft haben. Starten wir mal mit

 

„Mathilda oder Irgendwer stirbt immer“ von Dora Heldt

Buch Mathilda oder irgendwer stirbt immer von Dora Heldt

Diese Erfolgsautorin schafft es seit Jahren immer wieder, mit Ihren Romanen nach ganz oben in der Bestenliste zu kommen. Die geborene Sylterin ist bekennender Insel- und Familienmensch. Das liest man. Die Nordseeinseln spielen bei ihr oft eine Hauptrolle. Das Familienleben auch. So auch in diesem Werk. Die Hauptdarstellern Mathilda lebt in einem Dorf in Nordfriesland, das Dettebüll heißt. Sie mag die Einwohner und natürlich ihre Familie. Natürlich? Nun, ihre Mutter Ilse ist da eine Ausnahme. Während Mathilda die Harmonie schätzt, ist Mutter Else die Boshaftigkeit in Person. Diese Gegensätze ziehen sich nicht gerade an. Im Dorf kommt es zu Ereignissen, die das dörfliche Leben ganz gehörig in Unruhe bringt. Dora Heldt schildert mit einer leckeren Portion Humor das Leben in der dörflichen Gemeinschaft. Ob man in Dettebüll gern leben würde, sollten Sie bei der Lektüre selber entscheiden. Ich habe in jedem Fall das Buch über Mathilda und ihr Dorf mit vier von fünf möglichen Sternen verziert.

 

„Stern 111“ von Lutz Seiler

Buch Stern111 von Lutz Seiler

Dies ist der Nachfolgeroman des Erfolgsbuches „Kruso“, für das Lutz Seiler den Deutschen Buchpreis erhielt. Das verpflichtet irgendwie, die Messlatte lag für das neue Buch verflixt hoch. So gesehen, hat der Autor alle Erwartungen erfüllt. „Stern 111“ erhielt den Preis der Leipziger Buchmesse. Und trotzdem sage ich: Latte gerissen. Warum? Zu deutlich spürt man den Zwang, ein weiteres Erfolgswerk zu produzieren. Dabei ist die Handlung eigentlich sehr interessant. Sie spielt in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung der beiden Deutschlands. Das Ehepaar Bischoff lässt ihr bisheriges Leben hinter sich und verfolgt einen lange gehegten Traum. Der führt allerdings auch durch Notaufnahmelager und Durchgangswohnheime. Was natürlich weniger traumhaft ist. Sohn Carl hingegen lehnt das elterliche Erbe ab und zieht nach Berlin. Er lernt eine Gruppe von Leuten kennen, die in dunkle Geschäfte verwickelt sind und eine Kellerkneipe betreiben. Kein schlechter Stoff, aber langt er für 528 Seiten? Nicht so recht. „Stern 111“ hat immer mal wieder deutlich Längen, die dem Roman streckenweise die Dynamik nehmen. Das hat es bei „Kruso“ nicht gegeben. Von mir daher nur drei Sterne.

 

„Das Haus der Frauen“ von Laetitia Colombani

Buch Das Haus der Frauen von Laetitia Colombani

Dies ist ebenfalls ein Nachfolgeroman. Laetitia Colobanis Erstlingswerk „Der Zopf“ befand sich viele Wochen lang in der Bestseller-Liste. „Das Haus der Frauen“ steht in Paris. Es ist ein Zufluchtsort für Frauen aus aller Welt. Auch für die Anwältin Solène, deren Welt gerade erst zusammengebrochen ist. Für die Mitbewohnerinnen des Hauses schreibt sie Briefe. An die Ausländerbehörde oder auch den zurückgelassenen Sohn in der fernen Heimat, an einen Geliebten und so weiter. Um die Welt im Haus der Frauen in aller Vielfalt zu erfassen, hat die Autorin gewissenhaft recherchiert. Herausgekommen sind Lebensgeschichten von Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das ist eigentlich der Stoff, aus dem Erfolgsromane gemacht sind. Leider bleibt die Schriftstellerin oft zu weit an der Oberfläche. Mehr Tiefgang hätte dem Buch gut getan. Dennoch ist es lesenswert. Ich gebe daher vier Sterne.

 

Womit wir auch schon wieder am Ende sind. Vielleicht konnte ich Sie ein wenig anregen mit meinem Cocktail interessanter Bücher. Denn egal, wie viele Sterne am Ende von mir vergeben worden sind, alle Bücher sind es wert, intensiv wahrgenommen zu werden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Lesevergnügen. Und behalten Sie, was guten Lesestoff angeht, bitte Appetit auf den nächsten Cocktail an dieser Stelle!

 

Herzlichst Ihr Dieter R. Doden

 

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