Die LesBAR hat Neues im Angebot

Serviert von Dieter R. Doden

Beim Blick auf die Bestseller-Listen stellt man fest, dass es im Moment im Bereich Belletristik fast nur Krimis gibt und zum großen Teil Serien. Die Autoren erdenken sich einen Helden, der dann regelmäßig tolle Abenteuer besteht. Donna Leon mit ihrem Commissario Brunetti aus Venedig ist da ein Paradebeispiel. Das mag schön und gut sein, irgendwann aber ermüdet das dann auch. Nicht nur die treue Leserschaft, sondern offensichtlich auch die Schriftsteller selbst.

 

Kaltes Gold

Das Buch "Kaltes Gold"

Da sind wir eigentlich schon mitten im Thema. Das Autorenpaar Cilla und Rolf Börjlind haben den sechsten Band ihrer Rönning/Stilton-Serie herausgebracht. „Kaltes Gold“ ist der Titel. Wieder erleben Kommissar Tom Stilton und die Polizistin Olivia Rönning einen typisch skandinavischen Kriminalfall. Immerhin sind die beiden Urheber der Krimireihe Schwedens bekannteste Drehbuchschreiber für das Fernsehen und die Kinoleinwand. Die Handlung diesmal? Nun, die Schneeschmelze bringt die Leiche eines Mannes ans Tageslicht. Olivia Rönning will die Ermittlungen aufnehmen. Auf dem Weg zum Ort des Leichenfundes stürzt ihr Hubschrauber ab. Wie bereits in den ersten fünf Fällen, werden die beteiligten sympathisch beschrieben, die Handlung ist, wie bei den Börjlinds üblich, spannend – aber auch nicht überwältigend aufregend. Ein Serienkrimi, der sauber geschrieben ist. Guter Durchschnitt, würde ich sagen. Er macht noch nicht müde, reißt aber auch nicht vom Hocker. Drei von fünf möglichen Sternen.

 

Olympia

Das Buch "Olympia"

Eine weitere Serienfolge. Diesmal ist es die Gereon-Rath-Reihe, die in die nunmehr achte Runde geht. Volker Kutscher schrieb „Olympia“, womit die Handlung eigentlich schon angedeutet ist. Gereon Rath muss den Todesfall im olympischen Dorf aufklären. Na ja… Die Typen, die hier ins Spiel kommen, sind aus sieben Folgen schon bekannt. Was nicht schlecht sein muss. Die Handlung ist jedoch streckenweise überladen. Volker Kutscher war schon besser. Bekannt ist er vielen übrigens von „Babylon Berlin“, was ja erst wieder im Fernsehen zu erleben war. Und auch dort fiel mir auf: reichliche Anzahl Handlungsstränge, einiges Durcheinander, leichtes Wirrwarr. Ja, hier will ich doch mal fragen, ob der Autor etwas Ermüdungserscheinungen zeigt? Dieser Krimi jedenfalls haut ebenfalls nicht vom Hocker. Beim Lesen nicht zu bequem in den Sessel setzen – leichte Einschlafgefahr. Zwei Sterne von mir.

 

Ohne Schuld

Das Buch "Ohne Schuld"

Kommen wir zur Kate-Linville-Reihe. „Ohne Schuld“ ist der dritte Band aus der Serie von Charlotte Link. Das ist eine Autorin, die ihre Leserinnen und Leser bekanntlich nicht gerade mit Einschlafmitteln füttert. Diesmal fahren wir eines Sommertags im Zug von London nach York. Ein fremder zielt mit seiner Pistole auf eine Frau. Die entkommt. Tage später stürzt eine junge Frau vom Rad, weil jemand einen Draht über den Weg spannte. Dann fällt ein Schuss. Diesmal trifft der Schütze. Die beiden Frauen stehen wohl nicht miteinander in Verbindung. Allerdings ist die Tatwaffe dieselbe. Es ist nie gut, wenn man zu viel weiß, ist das Fazit dieser Handlung. Darum soll hier auch nicht all zu viel verraten sein. Nur so viel dann doch: Dies ist von den drei Serienbüchern, die ich mir diesmal vorgenommen habe, aus meiner Sicht das beste. Also vier Sterne. Der fünfte Stern bleibt bei Charlotte Link nur deswegen hinter den Wolken verborgen, weil halt auch sie im Serienfieber zu sein scheint. Gibt es nur noch Krimis und nur noch Serien? Versprochen, ich halte die Augen auf und suche nach Alternativen. Bleiben Sie bitte der LesBAR treu und behalten Sie Appetit auf den nächsten Cocktail an dieser Stelle oder in Ihrer Rundschau bzw. im Lehrscher Boten.

Herzlichst Ihr Dieter R. Doden

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