Serviert von Dieter R. Doden

Willkommen zum nunmehr bereits vierten Treffen in der LesBAR. Ich möchte Sie heute auf drei Bücher aufmerksam machen, die sowohl zum selber lesen als auch zum verschenken bestens geeignet sind. Die bevorstehenden Feiertage sind ja geradezu optimal geeignet, einmal den Tannenbaum und bunten Teller links liegen zu lassen und zu einem Buch zu greifen. Andererseits macht man auch heutzutage noch – zum Glück – mit einem Buchgeschenk meist nicht viel falsch. Also: los geht’s:

„Im Schnee wird selbst der Tod nicht kalt“ von Jörg Maurer

Im Schnee wird selbst der Tod nicht kalt (Buch)

Über die spezielle Problematik von Serien habe ich mich an dieser Stelle und in der Rundschau schon mehrfach ausgelassen. Es gibt Schriftsteller, deren Helden sich nach dem dritten oder vierten Buch sozusagen totlaufen und Autoren, die es auch nach über zehn Storys schaffen, ihre Romanhelden ordentlich etwas erleben zu lassen und die Leserschaft bei Laune zu halten. Kommissar Jennerwein ermittelt in „Im Schnee wird nur der Tod nicht kalt“ zum immerhin schon elften Mal. Jörg Maurer hat es geschafft, eine feste Fangemeinde aufzubauen. Die hat auf den neuen Jennerwein-Fall gewartet – und wird nicht enttäuscht. Es ist ein recht stimmungsvoller Alpenkrimi geworden. Jennerwein ist mit seinen Leuten am Feiern. Ganz ohne Stress und Druck, etwas ermitteln zu müssen. Nur eines stört: die Blutspur im Schnee. – Ein Lesestoff, der optimal zum Weihnachtsfest passt. Wegen der Stimmung, nicht wegen des Blutes. Vier von fünf Sternen.

„Die Mondschwester“ von Lucinda Riley

Die Mondschwester (Buch)

Wir bleiben noch bei Serien. Lucinda Riley beschäftigt sich mit sieben Schwestern und ist nun bei Schwester Nummer fünf angekommen. Sprich, sie hat das fünfte Buch aus der Serie „Die sieben Schwestern“ vorgelegt. Worum geht es da? Tiggy d’Apliése begeistert sich für Tiere. Schon von Kindesbeinen an. Inzwischen ist sie Zoologin. Das Angebot, in den schottischen Highlands Wildkatzen zu betreuen, nimmt sie gern an. Dort lernt sie Chilly kennen. Das ist ein alter Zigeuner aus Andalusien. Der weise Mann wird für Tiggy überaus wichtig, die Begegnung mit ihm zu einer schicksalhaften Begegnung. Fans der sieben Schwestern wird das begeistern. Wer von Lucinda Riley bisher noch nichts gelesen hat, wird sich rasch an die aus Irland stammende Autorin gewöhnen. An die deutsche Übersetzung gewöhnt man sich nicht so schnell. Die ist leider phasenweise recht gewöhnungsbedürftig, um es einmal freundlich auszudrücken. Drei von fünf Sternen.

„Mittagsstunde“ von Dörte Hansen

Mittagsstunde (Buch)

Einige werden Dörte Hansen kennen. Die in Husum geborene Autorin erwarb viel Lob und Anerkennung für ihr Werk „Altes Land“. „Mittagsstunde“ ist ihr zweiter Roman. Er spielt in ihrer Heimat. Ingwer Feddersen kehrt in sein Heimatdorf in der Geest zurück. Großmutter Ella verliert nämlich leider langsam ihren Verstand. Und Großvater Sönke betreibt nach wie vor den Dorfkrug. Die beiden und das ganze Dorf haben schon bessere Zeiten erlebt. Aber irgendwann in den 1970ger Jahren kam die Flurbereinigung. Als Folge davon starben die kleinen Höfe, große wurden größer. Für viele eine Katastrophe. Und Ingwer Feddersen ging damals zum Studieren nach Kiel. Aber jetzt ist er zum Glück wieder da… Dörte Hansen hat die gute Gabe, ihre Herzenswärme direkt zu Papier zu bringen. Ihr Schreibstil und die Story sind einfach haargenau passend für die Feiertage – und für die kalten Tage, die dann wohl kommen werden. Weihnachtliche fünf Sterne.

Ich wünsche Ihnen ein geruhsames Fest, kommen Sie gut in ein hoffentlich friedvolles Jahr und behalten Sie Appetit auf den nächsten Cocktail in der LesBAR.

Ihr Dieter R. Doden

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