Serviert von Dieter R. Doden

Die närrischen Tage sind vorbei. Es ist wieder der ganz normale Alltag eingekehrt. Hoffentlich mit ein paar Mußestunden, die Sie mit einem Buch in Ihrer Lieblingsecke ganz gemütlich verbringen können. Wieder einmal möchte ich Ihnen drei Lesetipps in der Rubrik LesBAR geben. Legen wir also los:

„Vanitas – Schwarz wie Erde“ von Ursula Poznanski

Buchcover Vanitas

Die Autorin Ursula Poznanski kam 1968 in Wien zur Welt, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Lange Zeit war sie als Journalistin tätig und verfasste medizinische Artikel. Dann schrieb sie Jugendbücher, die man durchaus als Thriller bezeichnen darf und die auf Bestsellerlisten zu finden waren. Es folgten weitere Thriller-Reihen und Kriminalromane. Nun startet sie mit der sogenannten Vanitas-Reihe. Man darf neugierig sein: Handlungsort ist Wien. Klar, dort kennt sich die Autorin bestens aus. Hauptperson ist eine Blumenhändlerin mit Namen Carolin. Die hat eine durchaus dunkle Vergangenheit. Und sie lässt sich auf die Ermittlung gegen ein skrupelloses Verbrecher-Syndikat ein. Eine heiße Sache, aber für sie nicht so ungewöhnlich. Schließlich war Carolin bis vor kurzer Zeit noch Polizeispitzel. Verbrecherjagd war schon damals ihr Ding. Dass sie ihren letzten Einsatz bei den Uniformierten tatsächlich überlebte, ahnt kaum jemand. – Das alles ist eigentlich der Stoff, aus dem Spannung erwächst. Eigentlich! So ganz ist Ursula Poznanski das nicht gelungen. Für Band 2 der neuen Reihe ist durchaus noch Luft nach oben. Dennoch, lesenswert ist „Vanitas – Schwarz wie Erde“ allemal. Drei von fünf möglichen Sternen.

 

„Animox – Der Flug des Adlers“ von Airmee Carter

Buchcover Animox

Diese Fantasy-Autorin stammt aus Michigan/USA. Auch sie schreibt Bücher für Jugendliche und Kinder. So ist auch Animox-Reihe in erster Linie Fantasy-Stoff für Jugendliche. Aber nicht nur. Sie erfreut mit ihrem Hauptakteur Simon Thon durchaus auch Erwachsene. „Der Flug des Adlers“ ist der 5. Band der Reihe und der letzte Teil. Die Buchwelt feiert das Werk als fulminanten Abschluss dieser Bestseller-Serie. Der 12-jährige Simon Thon steckt mitten in einem unerbitterlichen Kampf der fünf Königreiche der Tiere. Er und seine Freunde sind auf der Suche nach den verschollenen Stücken einer Waffe des Bestienkönigs. Der ist sagenumwobener Anführer aller Tierreiche. Ob es Simon gelingt, die fünf Reiche zu vereinen? – Na ja, Fantasy eben. Aber spannend geschrieben und letztendlich ein wenig traurig erzählt. Finale halt. Animox-Fans wird nach Lektüre dieses Buches etwas fehlen. Wer erst noch Fan werden möchte, sollte der Reihenfolge nach mit Band 1 beginnen. Alle fünf Storys sind lesenswert. Für den „Flug des Adlers“ gibt es vier Sterne.

 

„Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes

Buchcover von Die einzige Geschichte

Auch Julian Barnes, geboren 1946 in Leicester, hat einst als Journalist gearbeitet. Dann fing er an, Romane zu schreiben und bekam mehrere Preise. „Vom Ende einer Geschichte“ wurde mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet. Nun also als neuestes Werk „Die einzige Geschichte“. Es geht um eine recht unkonventionelle Liebe und die grundsätzliche Frage, ob man für mehr Liebe auch mehr Leiden in Kauf nehmen würde, oder lieber weniger lieben und leiden möchte. Klingt banal, ist es aber nicht. So ganz einfach ist das Thema Liebe halt nicht abzuhandeln. Barnes schreibt in der Ich-Erzählform, emotionsgeladen, manchmal mutig, oft mitnehmend. Dennoch, es ist kein Liebesroman im eigentlichen Sinne. Dafür läuft das Leben des Erzählers nicht glatt genug. Die einzige je geschriebene Geschichte über Liebe ist dieser Roman sicher nicht – aber eine gute. Drei Sterne.

 

So, liebe Cocktail-Freunde, das soll es für heute wieder gewesen sein. Ich wünsche einige urgemütliche und unterhaltsame Lesestunden. Lassen Sie sich diesen Cocktail wieder schmecken. Und behalten Sie Appetit bis zum nächsten Mal.

 

Ihr Dieter R. Doden

 

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