Serviert von Dieter R. Doden

Liebe Leserinnen und Leser,

der Frühling steht vor der Tür. Da werden Frühlingsgefühle wach – in welcher Form und Stärke auch immer. Und ich denke, es ist an der Zeit, die Themen Liebe und Triebe auf die Tagesordnung zu setzen. Der Büchermarkt bietet diesbezüglich einiges an Lesestoff an. Ob die Lektüre beim Wachrütteln besagter Gefühle behilflich sein kann? Na, schauen wir mal.

In den derzeitigen Bestseller-Listen stellt Jürgen von der Lippe eine kühne Behauptung auf, die wir mal unter die Lupe nehmen wollen. Sein neuestes Werk ist nämlich „Sex ist wie Mehl“ betitelt. Der Autor ist bekanntlich bekannt wie ein bunter Hund, war jahrelang auf den Bühnen des Landes und im Fernsehen als Witzbold der Nation zu sehen. Er hat jede Menge Preise dafür abgeräumt, auch, wenn seine Gags nicht immer der absolute Brüller waren. Und sind. Was er jetzt zu Papier gebracht hat, ist stellenweise eher platt und – ja, man muss es sagen – nicht wirklich ganz neu. Von der Lippe bietet Geschichten und Glossen, von denen man manchmal den Eindruck hat, sie irgendwo schon gehört zu haben. Dieses Werk ist mehlig. Es liest sich staubtrocken und der richtige Geschmack will nicht aufkommen. Wenn Sex a la Lippe so ist… Kurzum, der Titel verspricht mehr, als der Autor hält. Schade. Von mir nur zwei von fünf möglichen Sternen.

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Title: Sex ist wie Mehl

Autor: Jürgen von der Lippe

Genre: Humorvolle Geschichten

Verlag: Penguin, gebundene Ausgabe

Preis: 18 Euro

 

Kommen wir jetzt zu einer Buch-Neuerscheinung jenseits der aktuellen Bestseller-Listen. Jennifer L. Armentrout ist hierzulande noch relativ unbekannt, in den USA stand sie jedoch bereits mehrfach oben in den Bewertungslisten. Die Autorin aus West Virginia schreibt unter anderem romantische Geschichten. Ihre Zielgruppen: Erwachsene und Jugendliche. Nun veröffentlichte man „Flesh and Fire“ in Deutschland. Untertitel: Liebe kennt keine Grenzen. Nun ja… Es geht um eine gewisse Poppy. Die junge Dame hat festgestellt, dass alles, woran sie je geglaubt hat, eine große Lüge war. Die Liebe inbegriffen. So weit, so nicht selten. Aber Poppy gehört zu einem Volk, das sie als Auserwählte verehrt hat. Bis jetzt jedenfalls. Nun will man ihren Tod. Was soll die junge Dame da nur tun? Just mit dieser Frage beschäftigt, lernt sie einen attraktiven Mann kennen. So weit, so voraussehbar. Der Typ ist Prinz von Atlantia. Habe ich es doch beinahe geahnt! Und der ist ein ganz übler Zeitgenosse, verwickelt Poppy in ein perfides Spiel aus bösen Intrigen und Verrat. Na, wenn das man gut geht. Okay, dies ist ein Märchen, Fantasy, wie man heute sagt. Wer so etwas mag, wird diesen Roman mögen und bald dahinterkommen, was es mit der grenzenlosen Liebe auf sich hat. Ich wünsche der Autorin viel Erfolg mit diesem Roman und vergebe drei – ach was – wohlwollend-liebevolle vier Sterne.

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Titel: Flesh and Fire

Autorin: Jennifer L. Armentrout

Genre: Fantasy-Roman

Verlag: Heyne, broschierte Ausgabe

Preis: 16,99 Euro

 

Auch beim Klassiker geht es diesmal um die Themen Liebe und Triebe. Wenn auch anders. Beschäftigen wir uns mit Oscar Wilde. Der irische Schriftsteller lebte von 1854 bis 1900 und hat sich als Lyriker, Romanautor, Dramatiker und Kritiker einen Namen gemacht. Außerdem fiel er wegen homosexueller Unzucht auf. Darum saß er zwei Jahre im Zuchthaus. Gesundheitlich angeschlagen, starb er schon mit 46 Jahren. Neben etlichen Erzählungen und Märchen – „Das Gespenst von Canterville“ sei hier erwähnt – schrieb er nur einen einzigen Roman, der 1890 erschien: „Das Bildnis des Dorian Gray“. Wilde befasst sich in diesem Prosawerk mit Moral, Sinnlichkeit und der Dekadenz der englischen Oberschicht jener Zeit. Es geht darum, dass Dorian Gray ein Portrait besitzt, das statt seiner altert und damit all die Spuren der Sünden des maßlosen Mannes aufnimmt. Gray selber bleibt jung und schön. Ja gut, es ist leider auch nur ein Märchen. Aber eines der Weltliteratur. Ich lese es immer mal wieder gern und frage mich dann, warum das alles bei mir und meinem Portrait, dass im Schlafzimmer hängt, haargenau andersherum vor sich geht. Na egal, die Geschichte von Dorian Gray bekommt trotzdem volle fünf Sterne.

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Titel: Das Bildnis des Dorian Gray

Autor: Oscar Wilde

Genre: Märchenhafter Roman

Verlag und Preis: diverse

 

Womit wir für heute wieder am Ende wären. Ich hoffe, ich konnte Sie ein wenig anregen. Zumindest zum Lesen. Und ich wünsche mir, dass sie Appetit behalten auf den nächsten Cocktail interessanter Bücher in der kommenden  Rundschau.

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