LesBAR – Der 12. Cocktail interessanter Bücher

Serviert von Dieter R. Doden

Das neue Jahr wollen wir mit drei Büchern beginnen, die nicht alle brandneu sind, aber doch derzeit ganz oben in den Bestsellerlisten stehen. Schauen wir einmal in die Werke hinein, um zu sehen, ob das Lesen lohnt. Wir beginnen mit

 

„Das Erbe der Elfen“ von Andrzej Sapkowski

Der Hexer: Das Erbe der Elfen

Der 1948 geborene Pole ist Wirtschaftswissenschaftler, Literaturkritiker und Autor. Mit seiner Hexer-Sage erlangt er weltweit Millionenauflagen. „Das Erbe der Elfen“ ist nun nicht etwa Folge Nummer Was-weiß-ich-wie-viel, sondern Teil 1! Wie das? Nun, dahinter steckt eine fantastische Vermarktungsstrategie. Die Fantasy-Geschichten um den Hexer und Monsterjäger Geralt gibt es seit ein paar Wochen als Netflix-Serie und ist überaus erfolgreich. Der Hexer hat derzeit einen prima Lauf. Also bringe man rasch eine spezielle Fan-Edition auf den Markt, um ordentlich Geschäfte zu machen. Was offensichtlich klappt. Aber lohnt die Anschaffung? Ich sage mal so, man muss schon ein hartgesottener Fantasy-Fan sein, sonst lieber die Finger davon lassen. Die Handlung ist  durchwachsen, 384 Seiten können ganz schön lang werden. Allerdings macht sich die ganze Reihe der Fan-Edition optisch bestimmt nett im Bücherregal. Dafür sind dann 15 Euro pro Band aber recht happig. Wie gesagt, man muss Fan sein. Und Sie merken schon, ein richtiger Andrzej Sapkowski-Fan bin ich nicht. Drei von fünf möglichen Sternen.

 

„Schweige still“ von Michael Robotham

Schweige Still

Michael Robotham ist Australier und ein erfolgreicher Autor. Nun startet er eine neue Serie. Serienheld ist ein gewisser Cyrus Haven, seines Zeichens Psychologe. Er berät bei der Aufklärung von Gewaltverbrechen. Und bei dieser schweren Arbeit lernt er Evie Cormac kennen. Eine junge Dame, die als Kind entführt wurde. Na ja, so ganz dolle spannend ist das nun auch nicht. Wenn das denn tatsächlich eine ganze Romanserie werden soll, ist da noch Luft nach oben. Oder anders ausgedrückt, Erfolgsautor Robotham hat schon bessere Bücher geschrieben. Lesen Sie doch einfach erst mal die. „Neben der Spur“ ist eine andere Reihe von ihm, die, zum Teil verfilmt, sehr gut zu lesen ist. Wenn Sie dann Lunte gerochen haben, können Sie den Psychothriller „Schweige still“ immer noch nachschieben. Sorry, auch für dieses Werk nur drei Sterne.

 

Ja, gibt es denn in der Bestsellerliste kein wirklich aufregendes Buch? Doch:

„Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens

Der Gesang der Flusskrebse

Dieses Buch ist nicht ganz neu, es erschien im Juli 2019. Es ist nun wieder in der Bestenliste ziemlich weit oben. Recht so. Die Autorin stammt aus Georgia. Dies ist ihr Debütroman. Nach Erscheinen war es schon wochenlang in der Bücher-Hitparade auf den vorderen Plätzen. Und es wurde zum Lieblingsbuch der Unabhängigen 2019 gewählt. Die New York Times schrieb: „Ein schmerzlich schönes Debüt, das eine Kriminalgeschichte mit der Erzählung eines Erwachsenwerdens verbindet und die Natur feiert.“ Worum geht’s? Chase Andrews stirbt. In der Küstenstadt Barkley Cove ist man sich schnell einig, dass nur das Marschmädchen schuld sein kann. Dieses Mädchen heißt Kye Clark und lebt allein inmitten von Salzwiesen und Sandbänken. Im Vergleich zu den beiden erstgenannten Büchern ist dieses Werk ein paar Taler teurer, aber es lohnt die Mehrausgabe. Volle fünf Sterne. Wenn Sie das Buch noch nicht kennen, freuen Sie sich auf ein paar Stunden voller Gefühl und Spannung.

 

Womit ich wieder am Ende wäre für heute. Wie immer war und ist meine Buchkritik rein subjektiv. Vielleicht sehen Sie das ganz anders und ein Werk, das von mir nicht mit Sternen überhäuft wird, finden Sie geradezu himmlisch. Es sei so. Wichtig ist bekanntlich erst in zweiter Linie WAS man liest, entscheidend ist, DASS MAN ÜBERHAUPT LIEST! In diesem Sinne, freuen Sie sich bitte auf den nächsten Cocktail interessanter Bücher. Und behalten Sie Appetit!

 

Herzlichst Ihr Dieter R. Doden

 

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