Braunschweig. Im Duell der Tabellennachbarn unterlagen die Basketball Löwen den Telekom Baskets Bonn mit 93:94 (55:39) und gaben den sicher geglaubten Sieg in der zweiten Halbzeit noch her. Bei den Löwen trafen James Robinson (21 Punkte) und Arnas Velicka und Karim Jallow (jeweils 18 Punkte) am besten.

Mit den Telekom Baskets Bonn empfingen die Löwen ein Team, das den eigenen Erwartungen an diese Saison hinterherläuft. Das Spielerkarussell rotierte und auch der Trainer wurde schon gewechselt.

Bonn mit starkem Kader hinter den eigenen Zielen

„Sie sind ein gutes, tiefbesetztes Team mit viel Talent und haben gute Eins-gegen-Eins-Spieler“, sagte Headcoach Pete Strobl über den Gegner, der mit Will Voigt an der Seitenlinie zunächst vier Siege aus sechs Spielen holte. Danach lief es für die Gäste vom Rhein, die die obere Tabellenhälfte als Ziel ausgegeben hatten, exakt andersherum. Sie gewannen zuletzt nur zwei von sechs Partien und lagen zwischenzeitig hinter den Löwen auf dem 15. Platz. Einen dieser zwei Siege landeten die Bonner am Sonntag nach 16 Punkten Rückstand auswärts bei s.Oliver Würzburg, wodurch sich die Baskets nun in der engen Tabelle einen Platz vor die Löwen auf Rang 12 geschoben haben. Beide Teams haben mittlerweile genügend Abstand zu den Abstiegsplätzen und dürften als realistisches Ziel noch den neunten Tabellenplatz im Blick haben. Der Abstand zu den Playoff-Rängen und den auf dem achten Rang befindlichen Brose Bamberg beträgt mittlerweile vier Siege.

Löwen wollen sich weiter verbessern

Daher setzen sich die Löwen inhaltliche Ziele. „Wir haben trotz 20 Ballverlusten, zehn Frankfurter Offensiv-Rebounds und zehn vergebenen Freiwürfen einen Weg gefunden, gegen sie zu gewinnen. Das war sehr, sehr wichtig für uns. Aber diese drei Werte waren einfach viel zu hoch. Deshalb sind wir nicht ganz so glücklich und müssen weiter hart an uns arbeiten, um weitere Siege zu holen!“, lautete die klare Vorgabe für die nächsten Spiele.

Bonner innen, Löwen außen stark

Beide starteten mit viel Energie und energischem Zug zum Korb. Während die Bonner unter dem Korb und aus der Zone zum Erfolg kamen, mussten die Löwen schwierige Würfe von außen nehmen. Mit Erfolg! Sechs Dreier von fünf verschiedenen Spielern der Löwen rauschten durch die Reuse! James Robinson traf doppelt und war mit acht Punkten die Leitfigur der Löwen im ersten Viertel. Auf der Gegenseite spielte Alex Hamilton (13 Punkte) groß auf und war mit seiner Schnelligkeit und Abgeklärtheit in der Zone kaum zu bremsen. Der letzte Dreier von Karim Jallow verfehlte sein Ziel, so dass es beim 22:22 blieb.

Dreierhagel zur Pausenführung

Die schnelle Führung im zweiten Viertel hatte Martin Peterka zum 29:26 zu verantworten. Defensiv-Spezialist Garai Zeeb kümmerte sich fortan um Alex Hamilton. Die Löwen attackierten jetzt auch wieder intensiver den Korb. Karim Jallow zeichnete sich hier aus, so dass sich die Löwen sukzessive auf 40:33 absetzten. Die Gäste ließen sich von der variablen Spielweise der Löwen beeindrucken und fanden selber nur noch selten Lösungen. Zumeist handelte es sich um Einzelaaktionen von Chris Babb oder eben Alex Hamilton. Mit Arnas Velicka starteten die Löwen einen regelrechten Dreierhagel und setzten sich letztlich auf 55:39 ab. Den 12-0-Lauf hatte die Gäste nicht stoppen können. James Robinson setzte das I-Tüpfelchen bei hundertprozentiger Quote mit seinem dritten Dreier kurz vor Viertelende. Dabei hatten die Löwen die frühe Foulbelastung von Center Gavin Schilling zu verkraften, der dadurch nur wenig Spielzeit bekam.

Micovic und Babb werden stärker

Nach der Pause erhöhten die Gäste den defensiven Druck. Dennoch blieben die Löwen nach dem Dreipunktwurf von James Robinson zum 62:45 zuversichtlich. Doch die Bonner Chris Babb und Strahinja Micovic steigerten ihre Trefferquoten. Insbesondere an Chris Babb war das Bonner Spiel ablesbar, hatte er erst fast an seiner Dreierquote verzweifelt, zog er immer intensiver zum Korb und bediente seine Mitspieler oder traf selbst. Den Löwen gelangen nur 15 Punkte im dritten Viertel, so dass sich die Gäste auf 70:65 heranpirschten.

Bitteres Finale für die Löwen

Gleich zu Beginn des finalen Viertels traf Strahinja Micovic, der sein Team auf zwei Punkte heranbrachte. Auf Vorlage von Arnas Velicka setzten die Löwen ein starkes Zeichen per Alley-Oop von Gavin Schilling zum 77-72. Arnas Velicka konterte den wie entfesselt aufspielenden Micovic, der allein 13 seiner 23 Punkte im Abschlussviertel sammelte, zum 82:78 mit einem weiteren Dreipunktwurf. Erneut ein Schilling-Dunk brachte die Löwen wieder mit sechs Punkten in Führung (84:78). Doch nach einem Dreier von Alex Hamilton und zwei Turnovern der Löwen waren die Gäste wieder auf Augenhöhe. Zudem wurde die Gästebank immer lauter. Die Löwen hielten dagegen und setzten 35 Sekunden vor dem Ende mit dem Dreier von Karim Jallow den vermeintlichen „Gamewinner“ zum 93:87. Doch es kam anders! Chris Babb erwiderte zum 93:90 und 17 Sekunden vor Schluss entschieden die Referees nach Foul von Gavin Schilling auf ein unsportliches Foul. Isaih Philmore verwandelte die Freiwürfe und erneut Strahinja Micovic drehte nach einem Offensivrebound die Partie zum 93:94. Bei noch verbleibenden drei Sekunden gehörte der letzte Wurf den Löwen. Aber James Robinson konnte diesen Wurf nicht mehr verwandeln. Schade, denn die Löwen hatten die ganze Wegstrecke gegen eine indivduell sehr stark besetzte Bonner Mannschaft in Führung gelegen.

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